Blecherne Sait'n auf Konzertreise im Ural
Feiertag durch Volksmusik

Lokales
Schnaittenbach
02.01.2012
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Zum unvergesslichen Erlebnis wurde die Konzertreise des Schnaittenbacher Musik-Trios Blecherne Sait'n in den Ural. Franz und Ingrid Gericke sowie Irmgard Haller brachten dort der Bevölkerung die deutsche Weihnacht mit ihren Bräuchen näher.

Auf Einladung des deutschen Generalkonsulats in Jekaterinburg waren die Blechernen Sait'n Mitte Dezember zu der Konzerttournee nach Russland aufgebrochen. Mit viel Übergepäck checkten die Ehepaare Gericke und Haller mit Tuba, Hackbrett und Zither in Frankfurt ein, um nach einem fünfstündigen Flug in Jekaterinburg zu landen.

Weihnachtsmarkt im Ural

Im Hotel eröffneten die Blechernen Sait'n dort gleich mit Oberpfälzer Weihnachtsweisen einen für ihre Gastgeber organisierten Empfang. Am nächsten Tag ein Höhepunkt: die Eröffnung des ersten Weihnachtsmarktes seiner Art im Ural unter der Federführung des Generalkonsulats mit mehreren Tausend Besuchern. Am frühen Morgen rührte Franz Gericke mit einer Louis-Armstrong-Imitation im Rundfunk die Werbetrommel für den Weihnachtsmarkt, mittags schloss sich eine Pressekonferenz an. "Wir konnten dann bei der Eröffnung mit moderner und traditioneller Stubenmusik und schönem dreistimmigen Oberpfälzer Gesang mit Zitherbegleitung punkten", berichten die Gerickes und fügen hinzu, dass wegen der Kälte nur A-cappella-Gesang möglich war. Dafür gab es ein kurzes Konzert im angrenzenden Museum der regionalen Dichter.
Zum weiteren Höhepunkt wurde ein Konzertabend im ausverkauften Kammertheater, den die Blechernen Sait'n zusammen mit einem russischen Kinderchor und einer Balalaika-Gusli-Gruppe bestritten. Die Schnaittenbacher jodelten, sangen und spielten bayerische Volksmusik, Weihnachtsweisen sowie Musik aus Spanien und aus Russland. Das bekannte Stenka Rasin wurde von den Zuhörern sofort mitgesummt. "Zum krönenden Abschluss wurde das von allen Teilnehmern gemeinsam gespielte russische Volkslied Cbetut Mecals und ein deutscher Schuhplattler", erzählt Franz Gericke.

Weiter stand für die Blechernen Saitn in einer kleineren Ortschaft bei Jekaterinburg ein Konzert für Russlanddeutsche mit den ortsansässigen deutschsprachigen Gruppen "Volksmusik" und "Feiertag" auf dem Programm, das sehr herzlich und freundschaftlich verlief.

Aus der "verbotenen Stadt"

Bei minus 22 Grad führte eine Tagesfahrt nach Tscheljabinsk, wo die Schnaittenbacher überraschend den katholischen Pfarrer Marcus Nowotny aus Brandenburg trafen, der hier eine Gemeinde über ein Gebiet von Hunderten von Quadratkilometern betreut. Zu einem gemeinsamen Konzert im Pfarrsaal reiste ein Bus mit Russlanddeutschen aus einer "verbotenen Stadt" über 100 Kilometer weit an. "Diese verbotenen Städte, die der Bevölkerung nicht erlauben, ohne Genehmigung ein- oder auszureisen, und für Fremde ein absolutes Tabu sind, gibt es wirklich noch", bestätigen die Gerickes.
Höhepunkt des Konzerts waren die Auftritte einer Musikstudentin, die Schubert-Lieder sang, und eines Studenten, der Bach auf einem Akkordeon-ähnlichen Instrument spielte. Nach den gemeinsam gesungenen deutschen Weihnachtsliedern und dem Abendlied "Guten Abend, gut Nacht" sang Franz Gericke mit der Studentin im Duett. In Jekaterinburg gab es ein letztes Konzert zusammen mit der bekanntesten russischen Folkloregruppe "Ural". Die rein russischen Zuhörer konnten zunächst nicht viel mit den ruhigen Stubenmusiktönen anfangen und erfreuten sich eher an der schwungvollen russischen Volksmusik, erzählt Franz Gericke. Das änderte sich aber schlagartig, als die Blechernen Sait'n einen Ragtime spielten, Louis Armstrong aus dem Hut zogen, zu jodeln begannen und zum Schunkeln animierten. "Es dauerte nicht lange und der ganze Saal stand, schunkelte oder versuchte selbst zu jodeln", erinnert sich Franz Gericke.
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