12.08.2014 - 00:00 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Festredner Alwin Märkl: Buchbergfest verstand sich schon immer als Ausdruck von Volkskultur Jeder braucht ein Stück Heimat

Das Buchbergfest unter der Federführung des Heimat- und Volkstumsvereins Ehenbachtaler gilt mit als das älteste volkskulturelle Fest der Region. Auch nach 93 Jahren erfreut es sich ungebrochener Beliebtheit. Das bewies erneut seine Resonanz. Zahlreiche Gläubige pilgerten bei optimalen Wetterbedingungen am Sonntagmorgen zur Nepomukkapelle, um mit Pfarrer Ludwig Taufer (Weiden) einen Waldgottesdienst zu feiern.

Die Auszeichnungen überreichten Trachtler-Vorsitzender Peter Meier (links) und (von rechts) sein Stellvertreter Sepp Lang sowie Bürgermeister Sepp Reindl. Bild: ads
von Adele SchützProfil

Die musikalische Umrahmung hatte die Ehenbachtaler Jugendblaskapelle unter der Leitung von Matthias Weigert übernommen. Bei der späteren Begrüßung zum weltlichen Teil des festes hatte Ehenbachtaler-Vorsitzender Peter Meier die jungen Musiker besonders hervorgehoben. Erstmals hatten sie im Vorfeld des Buchbergfestes mit "Live am Berg" ein "großartiges Musikevent" auf die Beine gestellt. "Der Buchberg hat an diesem Abend gerockt", freute sich der Trachtlerchef.

Hütte geschlossen

Meier kündigte zudem an, dass unmittelbar nach dem Fest die Buchberghütte wegen dringender Sanierungsmaßnahmen sowie an der Freilichtbühne geschlossen werden müsse. Festredner dieses Jahres war der neue Freudenberger Bürgermeister Alwin Märkl, dessen Großvater als Brauereiinhaber Mitbegründer dieser Veranstaltung gewesen sei. An persönlichen Erinnerungen auch an die Erzählungen seines Opas sowie 91-jährigen Vaters, der mitgekommen sei, mangle es deshalb nicht. Ursprünglich sei der Bierausschank auch noch in den Händen der Familienbrauerei gelegen. Zu Hause sei deshalb oft davon gesprochen worden, wie noch Jahr für Jahr jede Bank und für jeden Tisch vier Pfähle in die Erde geschlagen und gehobelte Bretter darauf genagelt wurden. "Diese Arbeit und Mühe kann man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen."

Märkls eigene Erinnerung setzt 1982 ein. Zwei Schankstellen habe es damals gegeben und das Bier sei ausschließlich aus 70- bis 100-Liter-Holzfässer gezapft worden. "Der Rekord lag bei 53 Hektoliter Fassbier. Heute eine unvorstellbar riesige Menge Bier", resümierte der Festredner. Den besonderen Reiz dieses Festes machte der Freudenberger Bürgermeister auch darin aus, dass hier seit jeher nicht "im herkömmlichen Sinne" gefeiert worden sei, sondern immer auch ein volkskultureller Anspruch erhoben und nachhaltig gepflegt worden sei.

Dialog der Generationen

All diese Aspekte setzte der Redner in Bezug zu "dem technischen Fortschritt und den daraus resultierenden Ausrufezeichen am Zukunftshimmel mit Globalisierung, Pandemie, Terrorismus, Arbeitslosigkeit". Dem sei "der Mensch mit seinen traditionellen, moralischen Gesetzen nicht mehr gewachsen". Deshalb müsse der Dialog zwischen Jungen und Alten forciert werden, um sich gegenseitig auszutauschen.

"Die Besinnung auf eine, auf unsere eigene Heimat ist immer brandaktuelle Gegenwart. Und eine Heimat zu haben, war und ist die Voraussetzung einer menschenwürdigen Zukunft - wo immer man auch lebt auf dieser Erde", stimmte der Redner vor dem Hintergrund der 93-jährigen Geschichte des Buchbergfestes die Besucher auch etwas nachdenklich.

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