02.07.2017 - 20:00 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Demenrichter Dorfkapelle wird 165 Jahre alt Ein Ort der Frömmigkeit

Die Demenrichter Dorfkapelle an der Kreisstraße AS 26, neben der Schloßkapelle in Holzhammer, ist die älteste ihrer Art in Schnaittenbach. Sie feiert ihren 165. Geburtstag. Das unmittelbar daneben stehende Steinkreuz wird 125 Jahre alt.

Mit ihren 165 Jahren ist die alte Dorfkapelle in Demenricht nach der Schlosskapelle in Holzhammer das älteste Kirchlein. Das Steinkreuz daneben wurde vor 125 Jahre aufgestellt. Bild: sh
von Autor SHProfil

Seit Jahrhunderten ziehen Kapellen und Kirchen als Gnadenstätten die Gläubigen in ihren Bann. Schnaittenbach verfügt über 15 kleinere Kapellen, davon sieben in der Stadt selbst, zwei in Holzhammer und Neuersdorf sowie sechs im Kemnather Bereich. Eine davon ist die Demenrichter Dorfkapelle, die von Schnaittenbach kommend links am Ortseingang neben dem Anwesen Ott zusammen mit einem 125 Jahre alten Steinkreuz steht.

In seinem Marterlbuch beschreibt es Helmut Richter wie folgt: Die von der Familie Ott vor etwa zehn Jahren in vorbildlicher Weise renovierte Kapelle, deren Satteldach mit Ziegeln gedeckt ist, weist an der Frontseite eine kleine Rundbogenniesche auf, in der sich eine Madonna befindet. Das Dach trägt ein Glockentürmchen. Der Innenraum der fensterlosen Kapelle ist durch eine rundbogige Holztüre verschlossen. Innen steht auf einer als Altar ausgebildeten Mauer ein kleiner Bildaltar mit dem heiligen Wendelin, an beiden Wänden hängen Heiligenbilder. Die Kapelle ist wohl aus dem frommen Glaubensgrundsatz heraus, dass zu jedem kleinen Dorf auch eine Kapelle gehören muss, errichtet worden. Die ehemalige Austragsbäuerin Ott meinte zwar, ihr Schwiegervater hätte einmal erzählt, dass die Kapelle etwas mit der Pest ober einer anderer Seuche zu tun hätte, aber Genaueres über den Anlass des Kapellenbaues wusste sie nicht.

Nicht ganz so alt ist das unmittelbar daneben stehende Steinkreuz. Der insgesamt 170 Zentimeter hohe und 34 Zentimeter breite Granitstein gliedert sich in eine schräg nach oben verlaufende Basis, an deren Frontseite die Jahreszahl 1892 eingemeißelt ist, in einem Schaft mit Opferstock und in ein nach drei Seiten leicht vorspringendes Kopfstück mit einer flachen Niesche. Die Niesche ziert ein buntes Bild, das einen Kelch mit Hostie und das Fegefeuer darstellt. Darunter steht geschrieben: "Erbarmet Euch unser".

Im oberen Teil des Kopfstücks ist das Christusmonogramm IHS eingraviert. Auf diesem Kopfstück sitzt ein reich verziertes, schwarzgestrichenes Gußeisenkreuz mit einem vergoldeten Christuskörper und einer Tafel, auf der zwei vergoldete Engel dargestellt sind, die einen Kelch mit Hostie und einen Kranz halten. Die untere Hälfte der Tafel ziert ein weiterer vergoldeter Engel. Das Gußeisenkreuz ist 115 Zentimeter lang und 50 Zentimeter breit.

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