Fachkräfte für Abwassertechnik sorgen dafür, dass wir immer sauberes Wasser genießen können
Nahtstelle Zivilisation-Natur

Draußen prüft die Fachkraft für Abwassertechnik, ob die Bakterien im Becken auch fleißig ihren Dienst tun. Bild: ads
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Schnaittenbach
08.09.2017
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(ads) Für uns ist es selbstverständlich, dass - wenn wir morgens unter die Dusche gehen und den Hahn aufdrehen - sauberes Wasser fließt. Doch was passiert mit dem Schmutzwasser? Dann beginnt die Arbeit der Fachkraft für Abwassertechnik.

Denn sie ist am kommunalen Klärwerk dafür zuständig, dass das verschmutze Wasser möglichst schonend gereinigt wieder der Natur zugeführt wird. Der Beruf der Fachkraft für Abwassertechnik erlangt dadurch eine enorme Bedeutung, welche der breiten Öffentlichkeit häufig so nicht bewusst ist.

"Du sitzt an der Nahtstelle zwischen Zivilisation und Natur und hast damit einen sehr verantwortungs- sowie anspruchsvollen Beruf mit einem breitgefächerten Aufgabenbereich", bringt der Betriebsleiter der städtischen Kläranlage Schnaittenbach, Georg Kraus, den Beruf der Fachkraft für Abwassertechnik auf den Punkt.

Er hat die Azubis unter seinen Fittichen und weiß, dass dieser Beruf sicherlich nicht zu den Top Ten der beliebten Ausbildungsberufe zählt. Kraus schreibt dies dem ehedem teils sehr negativen Klischee des "Klärwerkers" zu, das heute allerdings dank der fortschreitenden modernen Technologie einen grundlegenden Wandel erfahren hat.

"Wer eine Nase nur für Wohlriechendes hat und eine Tätigkeit im muckeligen Büro der Arbeit in der freien Natur vorzieht, wird in diesem Beruf nicht glücklich... wer allerdings eine selbstständige und verantwortungsvolle Tätigkeit sucht und zudem ein Verständnis für die spannenden Zusammenhänge zwischen Technik und Naturwissenschaften mitbringt, ist in dem Beruf gut aufgehoben", ist sich Kraus sicher.

Peter Rubenbauer hat bei ihm seine Ausbildung am Schnaittenbacher Klärwerk absolviert und seine Arbeiten als Fachkraft für Abwassertechnik von Pike auf kennen und schätzen gelernt.

Was macht eine Fachkraft für Abwassertechnik überhaupt? Peter Rubenbauer gibt einen Einblick in das breitgefächerte Aufgabenfeld: "Du steuerst und regelst, überwachst und dokumentierst die mechanischen, biologischen und chemischen Abläufe in den einzeln aufeinanderfolgenden Reinigungsprozesse auf einer Kläranlage.

Zudem analysierst du Abwasser- und Klärschlammproben im Labor, dokumentierst die Ergebnisse, wertest sie aus und nutzt die gewonnen Erkenntnisse zur Optimierung der einzelnen Reinigungsschritte in den Kläranlagen."

Auch die praktische Art der Arbeit ist gefragt. Reparaturen von Aggregaten wie Abwasserpumpen und deren elektrotechnische Überprüfung schließt das Aufgabengebiet dieses Berufs mit ein. So erstreckt sich das Einsatzfeld von Außentätigkeiten auch bis zu Innentätigkeiten im Büro und Labor.

Bei der dualen Ausbildung, die zum Teil im Blockunterricht an der staatlichen Berufsschule in Lauingen erfolgt, wird das erlernte theoretische Wissen am Ausbildungsbetrieb in die Praxis umgesetzt, informiert Rubenbauer.

Prinzipiell ist die Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik auch für jeden geeignet - sofern man nicht besonders empfindlich auf unangenehme Gerüche reagiert. "Meine anfängliche Scheu vor Schmutz und Gestank hat sich schnell gelegt, denn zu allen anfallenden Arbeiten haben wir die ausreichende Schutzkleidung", weiß Rubenbauer.

Seinen Aussagen zufolge riecht die Jauche, welche der Bauer am benachbarten Feld der Kläranlage ausfährt, intensiver als das aufzubereitende Schmutzwasser. "Für uns ist der Geruch aus den Klärbecken ein guter Arbeitsnachweis für die dort schwer arbeitenden Bakterien, die einen Großteil unserer Arbeit erledigen", so Rubenbauer.

Ein paar Voraussetzungen weiß die Fachkraft für Abwassertechnik aber noch, die dazu beitragen, Freude an dem Beruf zu haben: gute Körperbeherrschung und räumliches Vorstellungsvermögen, technisches Verständnis und zudem Spaß an den Fächern Mathematik, Biologie und Chemie.

"Eine klar definierte rechtliche Schulbildung für die Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik ist nicht vorgeschrieben, aber aus praktischer Erfahrung ist ein mittlerer Bildungsabschluss aufgrund des anspruchsvollen Tätigkeitsbereichs sinnvoll, um einen guten Abschluss in diesen Beruf zu erreichen", meint Georg Kraus.

Wer die Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik erfolgreich absolviert hat, dem stünden laut Kraus alle Wege für eine berufliche Weiterbildung von Meister über Ingenieur bis zum Studium der Umwelttechnik offen.
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