16.04.2018 - 20:00 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Hirschauer kommen um Holzscheitlknien nicht herum Schnaittenbacher Wehr erhört Hirschauer Patenbitten

"Als Vorstand sag ich herzlichen Dank, dass zu uns gekommen seid's zum Bitten. Jetzt dürft's aufstehn von dem Scheit. Lang genug habt's schon gelitten." Mit diesen Worten erlöst Konrad Bierner von der Schnaittenbacher Feuerwehr die Hirschauer Bittsteller vom Holzscheitlknien.

Ohne die Hände zu benutzen, müssen Michael Schuminetz, Silvia Maier und Sebastian Jasinsky (von links) ein Weizen leeren. Erst danach werden sie vom Holzscheitlknien erlöst.
von Werner SchulzProfil

Schnaittenbach/Hirschau. Der Hirschauer Feuerwehrvorstand Michael Schuminetz, Kommandant Sebastian Jasinsky und Festmutter Silvia Maier waren als Teil einer 74-köpfigen Abordnung der Hirschauer Feuerwehr in die Nachbarstadt ausgerückt. Dort baten sie die Schnaittenbacher Kameraden um die Übernahme der Patenschaft für ihr 150-jähriges Gründungsjubiläum.

Mit dabei im Tross waren auch Schirmherr Bürgermeister Hermann Falk und eine Festdamenschar. Angeführt vom Musikanten-Trio "D'Lausbuam", machten sich die Hirschauer vom Landgraf-Platz aus auf zum Feuerwehrhaus. Dort warteten nicht nur die Schnaittenbacher Feuerwehrler mit Vorstand Konrad Bierner und Kommandant Michael Werner, Bürgermeister Sepp Reindl sowie einigen feschen Schnaittenbacherinnen auf die Gäste. Vor dem Fahrzeughallentor lag auch ein Baumstammriegel im Hof - gerade einmal so breit, dass darauf drei Personen nebeneinander kniend Platz nehmen konnten. Da half es nicht, dass Marina Schlaffer appellierte: "Lasst uns nicht lange scheitlknien, dann dürft's auch unsern Schnaps probier'n!" Schuminetz, Maier und Jasinsky mussten es sich auf dem Stück Holz bequem machen, um ihr Anliegen vorzutragen.

Schuminetz bekannte, dass man "in höchster Not nach Schnaittenbach" gekommen sei, weil man "für das Gründungsfest seit jeher einen Patenverein braucht". Er rief in Erinnerung: "25 Jahre ist es her, da wart ihr schon mal Patenverein von unserer Wehr." Maier und Jasinsky schlossen sich ihrem Vorsitzenden an: "Oh erhöret unser Bitten, wir haben schon genug gelitten. Denn unsre Knie, oh Weh, oh Graus, die halten's nimmer länger aus." Im Gleichklang flehte das Trio: "Gar herzlich bitten wir, so bringt's uns wenigstens ein Bier und lasst uns aufsteh'n, um es zu kosten, um auf die Patenschaft zu prosten."

Drei volle Weizengläser wurden prompt geliefert - mit dem Aufstehen wurde es vorerst aber nichts. Erst musste jeder seine Halbe austrinken. Dann gab Konrad Bierner grünes Licht: "Den Paten machen, das ist für uns eine große Ehr, wir kommen auf euer Fest mit der ganzen Wehr!" Erleichtert meinte Selina Panzer: "Euch als Paten zu nehmen, liebe Schnaittenbacher, liebe Paten, habt Dank, wir waren gut beraten."

s Bürgermeister Sepp Reindl lobte die guten nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen den Wehren und zapfte das Fass Dorfner-Bier an, das die Hirschauer mitgebracht hatten. Bis zu später Stunde wurde in der Fahrzeughalle gemeinsam gegessen, getrunken und geplaudert - wie es unter alten Freunden üblich ist.

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