In Schnaittenbach einzigartige staatliche Behörde
Forstamt feiert den 70.

Das Schnaittenbacher Forstamtsgebäude (1947 bis 1965) in der Wernberger Straße, links mit dem damaligen Stadel.
Vermischtes
Schnaittenbach
28.08.2017
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Das alte Forstamtsgebäude, noch ohne Stadel. Bilder: sh (2)

Hintergrund

Im Forstamtsbüro in der Wernberger Straße wurden 1961 sieben Außenbezirke, rund 4000 Hektar Staatswaldfläche, etwa 517 Hektar Gemeinde- und rund 6500 Hektar Privatwald verwaltet: Damit wurde der Bau allmählich zu klein.

Wegen des ungeeigneten Untergrunds aus Schwemmland nahe des Ehenbachs war eine Erweiterung nicht möglich. 1962 wurde von verschiedenen Grundstückseigentümern Baugrund gekauft oder getauscht. In der Wiesenstraße plante man einen Forstamtsneubau für 200 000 DM. Mit diesem begann der Bayerische Staat am 13. November 1963. Zwei Jahre später war er fertig, im August 1965 wurde er bezogen.

Forstamtsleiter waren: Heinrich Rammrath (1947 bis 1971), Heinrich Schätzler (bis 1984), Hermann Siebler (bis 1985), Heribert Stuiber ( bis 2001), Stefan Bösl (bis 2005), Reinhard Lenz (bis 2016) und ab Mai 2016 Rudolf Zwicknagel. Das alte Forstgebäude in der Wernberger Straße wurde 1966 an den Zahnarzt Karl Reinert verkauft. Beim Umbau zur Zahnarztpraxis wurde der Forstamtsstadel an der B 14 abgebrochen.

Mit der letzten Forstreform vom 1. Juli 2005 wurde dem Forstamt Schnaittenbach Wald vom ehemaligen Forstamt Sulzbach (Forstreviere Sulzbach und Bärnhof bei Auerbach), vom ehemaligen Forstamt Pressath (Revier Kaltenbrunn, Weiden, Hessenreuth und Schlammersdorf) und Teile des Forstamts Pfreimd (Wald um Pfreimd und Wernberg) zur Verwaltung und Betreuung zugeschlagen.

Außerdem hat man das Forstamt Schnaittenbach in Bayerische Staatsforsten - AöR (Anstalt des öffentlichen Rechts) - Forstbetrieb Schnaittenbach umbenannt. Es verwaltet unter der Leitung von Forstdirektor Rudolf Zwicknagel derzeit rund 24 000 Hektar Wald. (sh)

Im Landkreis ist diese staatliche Behörde einzigartig. Und sie feiert in diesem Jahr Geburtstag: Das Staatliche Bayerische Forstamt, jetzt Bayerische Staatsforsten, wird 70.

Bayerische Staatsforsten (AöR), Forstbetrieb Schnaittenbach, heißt die offizielle Bezeichnung. Seinen Sitz hatte das Amt vor 70 Jahren in der Wernberger Straße an der B 14. Behördenleiter war damals Oberregierungsforstrat Heinrich Rammrath.

Dieses Gebäude wurde 1841 ursprünglich als Wirtshaus erbaut, betrieben von der Familie Fleischmann. Als Bierzeiger hing dort immer ein Fichtenbusch draußen. Da es dort auch immer lustig zuging, nannten die Leute dieses Wirtshaus "Rumpelbusch". Von daher kommt auch der Hausname "Buschthoma" oder "Buschdamma", der bis heute noch benutzt wird. 1852 richtete sich dort der königliche Oberförster Albert Angerer ein. 1885 folgte Oberförster Joseph Diepold. Unter diesem wurden 1886 die Reviere Schnaittenbach, Neunaigen und Pfreimd, die früher nach Weiden gehörten, vereinigt und zum Forstamt Wernberg erhoben. Sein Sitz wurde dann nach Schnaittenbach verlegt - hauptsächlich wegen des ausgedehnten Staatsforstes.

Wald-AufsichtNach dem Bayerischen Waldgesetz obliegt den Forstämtern die Aufsicht über die in ihren Gebieten gelegenen Wäldern. Diese hoheitliche Tätigkeit ist darauf gerichtet, den Wald zu erhalten, vor Schäden zu bewahren und eine sachgerechte Bewirtschaftung zu sichern. Im Staatswald hat die Erhaltung oder Schaffung standortgemäßer, stabiler und leistungsfähiger Wälder Priorität. Im Privat- und Körperschaftswald bietet das Forstamt durch finanzielle Förderung, Beratung und Fortbildung den Waldbesitzern Hilfe zur Selbsthilfe. (sh)


Blick ins ArchivDer im Forstamt Schnaittenbach vereinte Staatswald war vor 1885 auf die königlichen Forstämter Wernberg (mit Amtssitz Schnaittenbach), Amberg, Weiden und Vilseck aufgeteilt. Bei der großen Forstreform 1885 wurden die Reviere Freudenberg und Etzenricht zu Forstämtern erhoben. Hobbychronist Hans Grieger und der Büroteamleiter des Forstamts, Klaus Schafferhans, haben in alten Unterlagen herausgefunden: 1947 wurde das Forstamt Schnaittenbach installiert. Anlass war eine Neuorganisation in Form von Einheitsforstämtern. Im selben Jahr wurde die Freudenberger Behörde wieder aufgelöst. Die Schnaittenbacher bestand zunächst aus Teilen der dortigen und dem Nordteil der Freudenberger Waldungen. 1960 kam der Distrikt Forstlohe (Amt Etzenricht) dazu, 1973 der Südteil des Freudenberger Waldes. 1995 brachte eine erneute Reform eine spürbare Reduzierung der 162 Bayerischen Forstämter. Zum 1. Juni 1999 wurden die Forstämter Weiden und Vohenstrauß auf die umliegenden Behörden aufgeteilt, wobei Schnaittenbach die Staatswaldreviere Kohlberg und Weiherhammer zugeschlagen wurden. (sh)
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