14.02.2018 - 17:26 Uhr
Schnaittenbach

Jahreshauptversammlung des VdK-Ortsverbands Schnaittenbach Senioren droht Sturz in Armut

Renten, Pflegenotstand und drohende Altersarmut brennen den fast zwei Millionen VdK-Mitgliedern unter den Nägeln. Das stellt der stellvertretende VdK-Kreisvorsitzende Hans Ludwig beim Ortsverband Schnaittenbach fest.

Der VdK-Ortsverband Schnaittenbach ehrt langjährige Mitglieder (von links): stellvertretender Ortsverbandsvorsitzender Erwin Hofmann, Vorsitzende Renate Bruckner, Günter Hirmer, Maria Dagner, stellvertretender Kreisvorsitzender Hans Ludwig, Anna Meier und Bürgermeister Josef Reindl. Bild: gf
von Autor GFRProfil

Vielen Menschen in Deutschland gehe es gut, sagte Bürgermeister Josef Reindl bei der Jahreshauptversammlung im Gasthof Saller. "Aber trotzdem braucht es Verbände wie den VdK, die mit unermüdlichem ehrenamtlichen Engagement das gesellschaftliche Leben in einer Kommune aufrecht erhalten und für die Rechte sozialschwacher Mitbürger kämpfen", betonte er. Der VdK-Ortsverband Schnaittenbach sei ein Musterbeispiel für die Zusammenarbeit zwischen Sozialverband und Stadt.

Vize-Kreisvorsitzender Hans Ludwig zeigte sich stolz auf die stattlichen Mitgliederzahlen. Fast 10 000 seien es im VdK-Kreisverband Amberg-Sulzbach, weit über 60 000 im Bezirksverband Oberpfalz, gut zehnmal so viele im Landesverband Bayern und bundesweit über 1,8 Millionen. Damit sei der VdK eine schlagkräftige Organisation, wenn es um die Rechte sozial benachteiligter Bürger gehe.

In den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres habe der VdK 280 000 sozialrechtliche Beratungen gemacht, außerdem 53 500 Anträge auf Sozialleistungen gestellt, knapp 19 000 Widersprüche gegen Sozialbescheide eingereicht, außerdem fast 5500 Klagen erhoben und damit insgesamt 30 Millionen Euro Nachzahlungen für seine Mitglieder erstritten, bilanzierte Ludwig.

Intensiv befasse sich der VdK mit Verbesserungen in der Pflege. Aber das Pflegestärkungsgesetz allein ändere nichts zum Positiven, wenn nicht mehr Pflegekräfte eingestellt und deren Entlohnung angehoben werde. Die Entlastungsleistungen in der neuen Pflegestufe 1 mit monatlich 125 Euro seien zwar zu begrüßen. Aber der Pflegebedürftige dürfe darüber nicht eigenständig verfügen, sondern müsse erst einmal einen anerkannten Pflegedienstleister finden.

Die Armutsgefährdung für ältere Menschen steige permanent, beklagte Hans Ludwig, aber viele Anspruchsberechtigte schämten sich für Sozialleistungen und scheuten davor zurück, Grundsicherung zu beantragen. Der VdK fordere daher eine zukunftssichere Rente, um Altersarmut zu verhindern. Barrierefreiheit sei zwar ein gängiger Begriff, jedoch hinke deren Umsetzung in Rathäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen oder beim öffentlichen Nahverkehr weit hinterher.

In ihrem Rechenschaftsbericht erinnerte die örtliche VdK-Vorsitzende Renate Bruckner an die Sammlung "Helft Wunden heilen", bei der ein gutes Ergebnis erzielt worden sei. Der Ortsverband hatte im Laufe des Jahres zu Tages- und Mehrtagesfahrten eingeladen, Ziele waren München, die Lüneburger Heide, die Alpenregion sowie der Weihnachtsmarkt im Alpbachtal. Kulinarische Höhepunkte waren ein Schlachtschüssel- und ein Fischessen, aber auch das Ausbuttern, und es gab Spargel und Gans.

In ihrem Ausblick auf Veranstaltungen in diesem Jahr kündigte Renate Bruckner wieder einige Tagesfahrten an, außerdem eine Kochvorführung, eine Rundfahrt im Truppenübungsplatz Grafenwöhr und einen Besuch des Bayerischen Landtags. Reiseziele sind auch Holland, die Mainschleife und die Toscana.

Ehrungen

25 Jahre Mitgliedschaft: Hans Dagner, Maria Dagner, Günter Hirmer, Erika Högner, Albert König, Anna Meier, Stefan Mitruscsak und Siegmund Söllner

10 Jahre Treue: Josef Gallwitzer, Helmut Bruckner, Gerfried Stanke, Ewald Sieger, Werner Biller, Roland Biller, Franz Biller, Christina Landgraf, Edeltraud Gebert, Luise Feja, Hildegard Wittner, Renate König und Gerda Schädler (gfr)

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