04.09.2017 - 14:44 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Martin Rumpler pflegt seit 20 Jahren seinen Hausberg Der gute Geist vom Buchberg

Wie wäre es heute wohl um das Buchbergkircherl St. Nepomuk, das Gipfelkreuz oder den Gelben-Pfeil-Wanderweg bestellt, gäbe es Martin Rumpler nicht? Seit 20 Jahren widmet er sich mit großer Heimatliebe, Hingabe und Leidenschaft seinem Hausberg - als Kapellenhausmeister und Platzwart.

Martin Rumpler mit seinem Buchberggeist. Bilder: sh (3)
von Autor SHProfil

Dieses kleine Jubiläum nahmen Stadt, Pfarrei, Heimat- und Volkstumsverein Ehenbachtaler, Kemather Buchbergschützen und alle Buchbergfreunde zum Anlass, um Rumpler ihre Anerkennung zu zollen: Schließlich stellt sich der fast 87-Jährige und doch jung gebliebene Naturbursche und "Buchberggeist" seit zwei Jahrzehnten ehrenamtlich in den Dienst der Allgemeinheit.

Eine Wander-Idee

Martin Rumpler, ein geborener Hainstettner (Freudenberg), war schon in seiner Jugend ein Buchbergfreund und als Landwirt auch ein Landschaftspfleger. 1997, bei einer Wanderung zur Nepomukkapelle, kam ihm die Idee, sich freiwillig und ehrenamtlich des damals ungepflegten Kapellenumfelds anzunehmen: Bürgermeister, Pfarrer, Kircherlbauverein und Forstamt waren begeistert von dieser Hilfsbereitschaft.

Als Erstes nahm Martin Rumpler die Landschaftspflege rund ums Kircherl in Angriff. Dabei sprang ihm ein Stein mit einem ganz besonderen Profil ins Auge, den er von Emilie Gleißner aus Freihung als "Buchberggeist" bemalen ließ. Als Nächstes errichtete er auf der höchsten Erhebung neben dem Kircherl für Wanderer und Buchbergbesucher eine Sitzgruppe. 2006 kam ein Orientierungs- und Aussichtstisch mit Hinweisen auf den Fahrenberg, Leuchtenberg, Pfraumberg, Ameisenberg und umliegende Ortschaften hinzu, der vor zehn Jahren eingeweiht wurde.

Martin Rumplers Buchberg-Sprüchl

Wenn ich bei Sonnenaufgang beim Kircherl steh' und schau' ins weite Land, dann ist mir grad, als gäb' der Herrgott mir zum Morgengruß die Hand. Hier höre ich den Ruf der Heimat und gib als Antwort ihr zurück - dir, liebe schöne Oberpfalz, wünsche ich für alle Zeiten viel Bescheidenheit, Geborgenheit und Glück.

2009 realisierte Rumpler seine Idee, aus Anlass der Grenzöffnung zur DDR (1989) eine "steinerne Brücke" in den Osten zu erstellen - mit einer Tafel "Gott dem Herrn der Völker, Dank für Freiheit und Frieden, Hl. Johannes Nepomuk, du unser Schutzpatron, bitte für Bayern und Böhmen am Gottesthron". Aus Liebe zum Buchberg schilderte Rumpler den "gelben Pfeilweg" aus. Diese 7,3 Kilometer lange Rundwanderung führt zu den schönsten Stellen wie dem Rotbühlgipfel, zur schönen Aussicht, zu Teufelsgraben, Hüttenbachquelle, Gipfelkreuz und Landgrafdenkmal. Auch dort installierte Rumpler Ruhebänke für die Wanderer. 2014 folgte bei Hainstetten ein weiterer Orientierungstisch "Böhmerwald und Jurablick" mit einem aus einem aufgelasseneen Ort in Böhmen stammenden gußeisernen Kreuz.

Morgens auf dem Bankerl

Wenn man Martin Rumpler sucht, findet man ihn meist auf seinem geliebten Buchberg - bei der Arbeit oder bei der Entspannung. Angetan haben es ihm vor allem die Sonnenaufgänge, die er ab 4 Uhr früh auf seinem Bankerl neben dem Kircherl in aller Stille und Einsamkeit genießt - falls sich nicht Buchbergwanderfreunde mit dem gleichen Ziel zu ihm gesellen. Dazu passt das von ihm gestaltete Taferl: "Wenn ich bei Sonnenaufgang beim Kircherl steh' und schau' ins weite Land, dann ist mir grad, als gäb' der Herrgott mir zum Morgengruß die Hand. Hier höre ich den Ruf der Heimat und gib als Antwort ihr zurück - dir, liebe schöne Oberpfalz, wünsche ich für alle Zeiten viel Bescheidenheit, Geborgenheit und Glück".

Es wird schwierig werden, für Martin Rumpler, der, wie er selbst sagt, "vom Buchberggeist geradezu besessen ist", zu gegebener Zeit einen Nachfolger zu finden. Und so macht der 87-Jährige halt noch so lange weiter, wie er gesundheitlich dazu in der Lage ist. Am liebsten, sagt Rumpler, "noch zehn Jahre, so Gott will".

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