Schnaittenbacher Auszeichnung geht an Sängerclub mit Badefreuden
Der achte Kulturschnoittling

Bürgermeister Josef Reindl (rechts) überreichte Armin Stanke und Agnes Lautenschlager den Schnaittenbacher Ehrenpreis Kulturschnoittling. Bild: e
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Schnaittenbach
10.12.2016
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Herausragende Leistungen auf dem Gebiet von Kultur und Kunst im weiteren Sinn zu würdigen, immer vor dem Hintergrund der Heimatpflege - dafür hat Schnaittenbach den Heimat- und Kulturpreis ins Leben gerufen. Diesmal ging die Auszeichnung an einen Verein, bei dessen Namen ein Auswärtiger erst einmal ins Grübeln kommt.

In der Stadt selbst ist die Gruppierung bereits seit langem ein fester Begriff: SCmBf. Das heißt im Klartext "Sängerclub mit Badefreuden". Doch was sich wie ungetrübter Freizeitspaß anhört, habe sich zu "einer Erfolgsgeschichte für die Stadt Schnaittenbach entwickelt", sagte Bürgermeister Josef Reindl in seiner Laudatio bei der Preisübergabe im Rathaussaal.

Der Verein habe "etwas ganz Besonderes geleistet" , weshalb ihn der Stadtrat auch für würdig befunden habe, den Heimat- und Kulturpreis des Jahres 2016 zu bekommen. "Wir sind glücklich und zufrieden, in die Fußstapfen solch berühmter Vorgänger zu treten", bedankten sich Armin Starke und Agnes Lautenschlager im Namen der Mitglieder bei der Übergabe des Kulturschnoittlings, einer Trophäe, die mit der Auszeichnung verbunden ist.

"Badehose, ho, ho, ho"

Die Preis, verbunden mit einer Prämie von 200 Euro, wurde zum achten Mal vergeben. Der SCmBf reiht sich ein in die Reihe bemerkenswerter Preisträger: Adolf Rom, die Freilichbühne am Buchberg, D'Schwalberer, der Heimatforscher Franz Flammersberger, das Organisationsteam "dou samma", das Ehepaar Gericke mit ihren Blechernen Sait'n sowie das Musikanten-Trio Hans Kiener, Vitus Kaa und Christian Häusler. "Die 33 Kirwawochenenden allein für diesen Kulturpreis heranzuziehen, würde diesem Club mit seiner unglaublichen 41-jährigen Geschichte nicht gerecht", befand der Bürgermeister über einen Verein, der das gesellschaftliche, soziale und kulturelle Leben der Stadt Schnaittenbach stark geprägt habe.

"Die Ehrung vermittelt uns Stolz und das Gefühl, etwas Besonderes geleistet zu haben", bedankte sich Vorsitzender Armin Stanke artig. Die starke Abordnung des Clubs im Zuhörerraum quittierte den Höhepunkt ihrer Vereins-Vita mit einem dreifachen "Badehose, ho, ho, ho".

"Die Kirwa macha mia"Der SCmBf hat die Stadt Schnaittenbach einst vor einem herben Verlust gerettet: dem Kirwa-Aus. Als nämlich vor 32 Jahren die Auflösung der Vituskirwa mangels Veranstalter drohte und damit der Stadt ein Stück Leben verlustig gegangen wäre, hieß es beim Sängerclub mit Badefreuden kurzentschlossen: "Die Kirwa macha mia."

Der SCmBf selbst hat sich 1975 gegründet. Wie der Name schon vermuten lässt, war der Club im idyllischen Naturbad beheimatet, war auch sängerisch recht aktiv. Bei der Eröffnung des Naturbades 1975 kam erstmals auch der weiß-blau gestreifte Nostalgie-Badeanzug zum Einsatz.

Anfänglich wurde die Geselligkeit groß geschrieben: Plattenpartys im Vitusheim, Müllsammelaktionen, Bürgerwaldfeste, Seniorennachmittage, Altensingen und Lumpenbälle, Faschingsveranstaltungen oder weitere Aktionen - der rührige Verein tat das alles ehrenamtlich. Der Erlös von vielen Tausend Euro wurde in den vergangenen 41 Jahren uneigennützig für verschiedenste soziale Zwecke gespendet.

Der Clou war dann, als der Club der dahinscheidenden Vituskirwa ab 1984 neues Leben einhauchte. 33 Mal fand inzwischen dieses Fest rund um den Namenstag des heiligen Vitus unter der Regie des SCmBf statt, inklusive Gottesdienste und Bierzelt. Damit hat er in der Stadt der Volkstumspflege eine Tradition erhalten und eine Institution geschaffen. (e)
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