06.09.2017 - 15:18 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Schnaittenbacher Bürgerinitiative Elwusch feiert 15-Jähriges Sprachrohr der Anwohner

Georg Dobmeier steht weiter an der Spitze der Schnaittenbacher Bürgerinitiative Elwusch. Deren Hauptversammlung stand ganz im Zeichen des 15-jährigen Bestehens.

Dem neuen Vorstand der BI Elwusch gehören (von links) Doris Schneider, Thomas Görlich, Vorsitzender Georg Dobmeier, Peter Stingl, Josef Hausner, Norbert Pusch, Frieda Ablaßmeier und Manfred Grützner an. Bild: ads
von Adele SchützProfil

Bei den Vorstandswahlen wurden neben Dobmeier als Vorsitzender dessen Stellvertreter Thomas Görlich, Kassier Josef Hausner und Schriftführer Manfred Grützner auf ihren Ämtern bestätigt. Auch die restlichen Posten bleiben in den bewährten Händen.

Vorsitzender Georg Dobmeier zog eine sehr positive Bilanz und sprach von 15 erfolgreichen Jahre der BI. "Es waren teilweise sehr arbeitsreiche Jahre, die der BI großen Einsatz abverlangt haben." Seit 180 Jahren präge der Kaolinabbau die Landschaft um Schnaittenbach, doch erst in der heutigen Zeit habe sich der Abbau bis an die Wohnhäuser herangegraben und bedrohe damit das Wohnumfeld und die Lebensqualität.

Pläne kritisch begleitet

Deshalb habe sich 2002 die BI Elwusch gegründet und zahlreiche Planungen der Kaolinindustrie kritisch begleitet, erinnerte Dobmeier. So habe die Bürgerinitiative bei den Planfeststellungen zu den Abbaugebieten Ostfeld II und Westfeld Schnaittenbach Einwendungen vorgebracht, auf Bürgerversammlungen ihre Interessen vertreten sowie mit Info-Ständen und an Runden Tischen den Dialog mit Bevölkerung und Kaolinindustrie gesucht. Bei Treffen mit dem Betriebsrat seien die Argumente der Belegschaft und der BI konstruktiv erörtert worden.

Um für die vom Kaolinabbau betroffenen Wohnhäuser ein erweitertes Beweissicherungsverfahren zu erreichen, brachte laut Dobmeier die BI eine Petition im Landtag ein, die teilweise Erfolg gehabt habe. Die Aufnahme weiterer Wohnhäuser in das Beweissicherungsprogramm sei erreicht worden. Bezüglich des Neubaus des Sandwerks Schnaittenbach habe die BI Forderungen zum Lärm- und Staubschutz vorgebracht, die die Kaolinindustrie zum größten Teil erfüllt habe, erinnerte Dobmeier.

Kritisch habe sich die BI mit dem Rekultivierungskonzept der Firma AKW-Kick zum Ostfeld I auseinandergesetzt, blickte der Vorsitzende zurück. Die BI habe an das Nachfolgenutzungskonzept der Kaolinindustrie mit Parkanlage samt Bolzplatz und Kinderspielplatz erinnert. Nun solle das Gelände nicht einmal mehr gepflegt werden. "Die BI will, dass dieser Bereich im Süden von Schnaittenbach für die Öffentlichkeit nutzbar und erlebbar bleibt", forderte Dobmeier.

Konstruktive Arbeit

Die Belästigung durch chemische Gerüche habe die BI mehrere Jahre lang beschäftigt, sagte Dobmeier. Dank des engen Kontakts mit der Firma Dorfner habe die Ursache des Geruchs lokalisiert werden können. "Technische Umbauten und ein geringerer Chemieeinsatz reduzierten den Geruch und führten zu erheblichen Kosteneinsparungen, so dass die Firma deshalb von einer Win-Win-Situation sprach und sich bei der BI für die konstruktive Zusammenarbeit bedankte", so Dobmeier.

Nicht nur der Kaolinabbau habe die BI beschäftigt, stellte Dobmeier fest. 2005 habe die BI in einer Postkartenaktion an den damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber sofortige Maßnahmen zur Entlastung der Bundesstraße 14 vom Schwerlastverkehr gefordert. Ausflüge zu Brombachsee und Landesgartenschau in Kitzingen, nach Passau und Bayreuth hätten das Programm der vergangenen 15 Jahre abgerundet.

Gemäß den Satzungszielen fördert die BI laut Dobmeier neben der städtebaulichen Entwicklung die Erholungsnutzung und die öffentliche Gesundheit. Deshalb sei ein Granitsitzplatz am Brunnen auf dem Landgrafplatz gesponsert worden. Anlässlich des 15-jährigen Bestehens solle für die Stadt ein Defibrillator angeschafft werden, kündigte Dobmeier an. "Die BI hat in diesen 15 Jahren viel für die Anwohner der Kaolinabbaugebiete, aber auch für die Bürger der Stadt Schnaittenbach erreicht und dazu beigetragen, Schnaittenbach lebenswert zu erhalten", lautete Dobmeiers Fazit.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.