23.03.2018 - 15:53 Uhr
Schnaittenbach

Tiere im Wert von rund 15.000 Euro über Nacht verschwunden Wertvolle Brieftauben gestohlen

„Das war ein Lebenswerk, das man da zerstört hat“, sagt Hans Hirn und schaut ins Leere. Auf dem Tisch vor ihm liegen die Stammbäume von Reisetauben, die er selbst gezüchtet hat. Sie wurden in der Nacht von Donnerstag auf Freitag alle gestohlen. „Es ist traurig, dass es solche Menschen gibt“, sagt Hans Hirn und schüttelt zum wiederholten Mal den Kopf.

Wo sind die Tauben hingekommen? Ein Züchter aus Demenricht meldete den Diebstahl von 75 Tieren bei der Polizei. Symbolbild: dpa
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Gut 15 000 Euro sollen die gestohlenen Tauben wert sein, so hat die Polizei ermittelt. Hirn ist diese Summe völlig egal. Ihm geht es darum, dass das Ergebnis seiner Züchtungen zunichte gemacht worden ist. „30 Jahre Arbeit waren das, um meine Tauben auf dieses Niveau zu bringen“, erzählt er. Seit seinem elften Lebensjahr hat er sich diesem Hobby verschrieben, mit fast 67 steht er nun vor den Scherben seiner Zucht.

Spuren im Schnee

Als er am Freitag in der Früh zu seinen Tauben gegangen ist, hat Hans Hirn sofort die Spuren im frischen Schnee neben seinem Anwesen in Demenricht bei Schnaittenbach bemerkt. Als dann die Tür zum Taubenschlag offen stand, war ihm schon fast klar, was da passiert ist. Und tatsächlich: Sorgfältig hatten die Diebe – es dürften wohl zwei gewesen sein – die wertvollsten Tauben aus dem Schlag geholt, nur aus den Abteilen mit dem wertvollen Besatz bedienten sie sich. Natürlich waren das Kenner, Profis, so vermutet Hans Hirn.

Und offenbar hatten sie große Körbe dabei, in die sie die meisten der Tauben steckten. Weil deren Kapazität aber nicht ausreichte, leerten sie zusätzlich noch einen Futtersack und benutzten diesen ebenfalls für den Transport der Tiere. „Mir tun nur die Tauben leid“, seufzt Hans Hirn und vermutet, dass das wohl nicht alle seiner Lieblinge überlebt haben. Die Diebe verschwanden anschließend über eine Seitenpforte im Garten, über die sie auch gekommen waren. Ihre Fußspuren ließen sich noch entlang der Bebauung in östliche Richtung verfolgen und verloren sich etwa 50 Meter nach dem letzten Anwesen von Demenricht an der AS 26, wo die Diebe wahrscheinlich ihr Auto abgestellt hatten.

Wenig Hoffnung

Hans Hirn hat nur noch wenig Hoffnung, dass er seine Tiere wiederbekommt. „Die sind längst fort, wahrscheinlich irgendwo im Osten.“ In Polen beispielsweise existiere eine große Gemeinde an Taubenzüchtern, dorthin könnten die Vögel gebracht worden sein. Solche Diebstähle passieren seiner Aussage nach übrigens öfters. Nicht in Bayern, dort war er der allererste Fall. Aber im Ruhrgebiet, wo Taubenzucht beinahe eine Lebenseinstellung ist. „Die Tauben waren ja die Basis für unseren Betrieb“, sagt Hans Hirn, der vor vielen Jahren einen Futtermittelbetrieb in Wernberg aufgebaut hat.
Um den kümmert sich längst der Sohn. Vater Hans aber sitzt vor den Scherben seines Lebenswerkes. Die Polizei will ihm dabei helfen, wenigstens einen Teil davon zurückzubekommen. Wer Hinweise geben kann, soll das unter der 09621/890-320 tun. Insbesondere wer im Raum Demenricht in der Nacht von Donnerstag auf Freitag verdächtige Personen oder ein unbekanntes Auto gesehen hat, soll sich melden.

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