15.02.2018 - 17:48 Uhr
Schnaittenbach

VdK-Ortsverband Schnaittenbach hat heuer Jubiläum 100 Jahre alt, aber putzmunter

Der VdK-Ortsverband Schnaittenbach gehört zu den ältesten noch aktiven Vereinen in der Stadt Schnaittenbach. Nach dem Ersten Weltkrieg im Jahre 1918 gegründet, wird er heuer 100 Jahre alt.

VdK-Ehrenvorsitzender Josef Rubenbauer, der über 30 Jahre die Geschicke des Ortsverbands leitete.
von Autor SHProfil

Hobbychronist Hans Grieger hat in alten Unterlagen nachgeforscht und ist dabei auf seiner Zeitreise durch eine abwechslungsreiche VdK-Verbandsgeschichte auf manch Neues gestoßen. Die Geburtsstunde des VdK-Ortsverbands schlug am 20. Februar 1918, damals unter der Bezeichnung Bayerischer Kriegsopferverband. Aus der Taufe hoben ihn die Gründungsmitglieder Michl Mutzbauer, Josef Daller und Josef Schorner sowie als Frauen von Gefallenen Anna Scheidler, Barbara Pflaum, Margarete Hirmer, Anna Gräf, Marie Kausler, Anna Rosner, Elisabeth Dolles und Kathi Grosch. Dem ersten Vorstand gehörten als Vorsitzender Liborius Graf, als Schriftführer Josef Schorner und als Kassier Josef Daller an.

1947 wiedergegründet

Ziel war es, sich der Kriegsopfer, Heimkehrer und Hinterbliebenen des Ersten Weltkriegs anzunehmen. Insgesamt waren 63 Schnaittenbacher gefallen. Von 1925 bis 1932 nannte man sich Reichsbund der Kriegsbeschädigten und Sozialrentner, von 1933 bis 1945 Nationalsozialistischer Kriegsopferverband (NSKOV). Nach Kriegsende ruhte die Tätigkeit, bis 1947 der Landrat nach einer entsprechenden Genehmigung durch die Militärregierung Amberg dem Ortsverband der Körperbehinderten, Arbeitsinvaliden und deren Hinterbliebenen in Bayern die polizeiliche Erlaubnis erteilte, im Gasthof Balkenkreuz (gemeint war der Gasthof Zum goldenen Kreuz von Michl Weiß) eine Versammlung abzuhalten. Dabei riefen die 43 Anwesenden den Ortsverband Schnaittenbach unter der Bezeichnung Verband der Kriegsbeschädigten in Bayern e. V. Sozialrentner und Hinterbliebenen (VdK) neu ins Leben. Dies auch, weil es im Zweiten Weltkrieg 132 Gefallene und 69 Vermisste aus Schnaittenbach zu beklagen galt.

Im November 1971 erfolgte eine weitere Umbenennung der Organisation in Verband der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten und Sozialrentner Deutschlands (VdK), Landesverband Bayern e. V., Ortsverband Schnaittenbach. Aufgaben und Wirkungskreis wurden erweitert und zwar auf die Vertretung der Kriegsbeschädigten, Wehrdienstopfer und deren Hinterbliebenen, Witwen und Waisen sowie der Behinderten und Sozialrentner in allen Rentenangelegenheiten und sozialen Belangen. Die weitere Umbenennung des Verbands im Jahre 1990 in Sozialverband VdK, Ortsverband Schnaittenbach, war der Durchbruch zu einer modernen Einrichtung, die heute als das soziale Gewissen im Lande gilt, die bei Fragen rund um das Sozialrecht hilft und berät und sich etwa bei Problemen mit der Rente, der Kranken- oder Pflegeversicherung oder der Erwerbsminderung kümmert.

Sport für Versehrte

Nicht vergessen werden darf die jahrzehntelang aktive und sportlich erfolgreiche Schnaittenbacher Versehrtensportgruppe, die aus dem VdK heraus geboren wurde und im Laufe der Zeit immer mehr in eine Behindertensportgruppe überging. Der VdK-Ortsverband hat sich mit seinem interessanten und abwechslungsreichen Veranstaltungsangebot gerade auch in den vergangenen zehn Jahren zu einem der aktivsten Vereine in Schnaittenbach gemausert, vor allem was die Geselligkeit und Kameradschaft anbelangt.

Das Jubiläumsjahr feiert der VdK mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen wie den allmonatlichen Kaffeekränzchen im Gasthof Saller oder einer Kochvorführung bei Burkhardt in Wernberg-Köblitz am Dienstag, 20. Februar. Auf dem Programm stehen weiter: Fahrt nach Grafenwöhr mit Besuch des Truppenübungsplatzes und des Truppenmuseums am Samstag, 3. März; Ausbuttern in der Gastwirtschaft Kellerhäusl am Freitag, 16. März; Besuch des Bayerischen Landtags und des Bayerischen Fernsehstudios München-Freimann am Montag, 18. Juni; Jahresgottesdienst in der Pfarrkirche am Samstag, 24. November; Zwei-Tage-Fahrt zu einem Weihnachtsmarkt. Näheres weiß VdK-Vorsitzende Renate Bruckner (09622/46 47).

Immer mehr Mitglieder

Der Mitgliederstand des Schnaittenbacher Ortsverbands entwickelte sich seit seiner Gründung stets nach oben und zwar von 13 Anfang 1920, 37 im Jahr 1930, 43 im Jahr 1947, 157 im Jahr 1997 auf die Rekordzahl von derzeit 352 Mitglieder. Die Vorsitzenden seit der Gründung vor 100 Jahren waren Liborius Graf (1918 bis 1923), Josef Schorner (1924 bis 1926), Josef Rubenbauer (1927 bis 1933), danach die Obmänner Schorner und Leißl, Josef Rubenbauer (1947 bis 1954), Ludwig Siegert (1954 bis 1955), Josef Rubenbauer (1955 bis 1959), Anton Röbl (1959 bis 1987), Heiner Daller (1988 bis 1990), Leo Streber (1991 bis 1999), Otto Hartmann (1999 bis 2007) und seit 2008 Renate Bruckner. In Anerkennung seiner Verdienste wurde 1959 Josef Rubenbauer zum VdK-Ehrenvorsitzenden ernannt. (sh)

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