Barocke Kulturschätze im Blick

Im Team wurde das neue CeBB-Projekt "Barock in Bayern und Böhmen" vorgestellt. Unser Bild zeigt (von links) Viktor Pritula, Sebastian Lesnák, Tereza Pechová, Dr. Veronika Hofinger, Lenka Hodousová und David Veres. Bild: lg
Kultur
Schönsee
06.12.2017
85
0

Diesseits und jenseits der Grenze gibt es ein äußerst reiches Kulturerbe aus der Barockzeit. Ein zweijähriges Projekt des Centrum Bavaria Bohemia will es für die Verbindung der Menschen im Grenzraum nutzen. Dafür gibt die Europäische Union viel Geld aus.

Den Blick zu schärfen für das grenzüberschreitende barocke Kulturerbe: Das ist das vorrangige Ziel des Projekts "Barockregion Bayern-Böhmen", das Dr. Veronika Hofinger am Mittwoch im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) vorstellte. In dieser Form hat es das noch nicht gegeben, und deshalb legt die Projektleiterin Wert darauf, dass es sich um ein Alleinstellungsmerkmal bei dieser zweijährigen Unternehmung von 2018 bis 2020 handelt. Die breite Aufstellung bei der Umsetzung offenbart sich in Ausstellungen, Konzerten oder "Barock-Events", aber zum Beispiel auch in Seminaren für Handwerker oder für Gästeführer. Auf die Vernetzung und eine zweisprachige Informationsplattform wird ebenfalls großer Wert gelegt.

Projektträger ist Bavaria Bohemia e.V.. Für die Umsetzung sorgt das CeBB in Verbindung mit den zwei tschechischen Partnern "Plzen 2015" und "Kulturista". Bei der Finanzierung des Budgets von 921 553 Euro gibt es eine 85-prozentige EU-Förderung aus dem Programm "Ziel ETZ Bayern-Tschechien". Das Projektgebiet erstreckt sich auf die Grenzlandkreise und kreisfreien Städte von Oberfranken, der Oberpfalz und Niederbayerns sowie die tschechischen Regionen Pilsen und Karlsbad.

Der intensive Kulturaustausch im Grenzgebiet Bayern-Böhmen manifestiert sich bei den verschiedenen Veranstaltungen des Projekts in Geistesgeschichte, Kunst und Religion, aber auch im Fernhandel. Die barocke Baumeister-Dynastie Dientzenhofer arbeitete beispielsweise in Amberg, Waldsassen und Straubing, aber auch in Prag, Pilsen und Klatovy. "Dieses gemeinsame Kulturerbe soll bekannt gemacht und aufgewertet werden!", betonte Veronika Hofinger bei der Vorstellung des Projekts.

Derzeit entsteht neben Print-Infos die umfassende zweisprachige Informationsplattform Barock-Info, die barocke Baudenkmäler beiderseits der Grenze darstellt und Veranstaltungskalender sowie eine interaktive Karte für Reise- und Ausflugsplanung enthält. Im Sommerhalbjahr 2018 beginnt dann das öffentliche Kulturprogramm. "Der Saisonauftakt findet am 9. Juni im Barockzentrum in Mariánské Týnice statt", erläuterte die stellvertretende Programmleiterin auf tschechischer Seite, Lenka Hodousová aus Pilsen. Das CeBB präsentiert zum selben Zeitpunkt die Ausstellung "Barockschätze", die dann als Wanderausstellung auf Reisen geht. Eine der innovativen Darstellungsformen ist die intermediale Präsentation "Barockwelt Bayern Böhmen" im CeBB, womit insbesondere jungen Menschen die Barockzeit nahe gebracht werden soll. Im gesamten Projektgebiet finden Konzerte des neu aufgebauten Barockorchesters unter Leitung von Professor Josef Blank statt. Barock-Info wird über die zweisprachige Kulturdatenbank www.bbkult.net und www. zapadoceskebaroko.cz abrufbar sein.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.