20.03.2018 - 20:00 Uhr
Schönsee

Bereits zum neunten Mal wurde der Brückenbauer-Preis des Centrum Bavaria Bohemia dieses Jahr ... Leuchtfeuer grenzüberschreitender Kooperation

Das Gedicht "Schönsee" von Harald Grill steht am Montag Pate bei der Festrede von Regierungspräsident Axel Bartelt anlässlich der Verleihung des Brückenbauer-Preises im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) an neun Institutionen und Persönlichkeiten. Die Symbolik des "doppelten Nepomuk", der am Ortseingang die Besucher der Grenzstadt willkommen heißt, überträgt der Regierungspräsident auf die bayerisch-tschechische Gegenwart. Die Schönseer Bürgermeisterin Birgit Höcherl assistiert beim Dialektvortrag.

Die Preisträger mit ihren Laudatoren und dem Führungsteam des Centrum Bavaria Bohemia. Bild: Georg Lang
von Georg LangProfil

Viele Gemeinsamkeiten

Wie der Schönseer Nepomuk mit seinen zwei Gesichtern, gilt es, zurück und nach vorne zu schauen: "Es gab und gibt Unterschiede zwischen den zwei Staaten, den zwei Ländern und den zwei Regionen", sagt Festredner Axel Bartelt. Diese Unterschiede würden aber immer weniger.

Bei der Geologie, den Bauwerken und den heimatverbundenen Menschen an der Grenze stellt der Regierungspräsident viele Gemeinsamkeiten fest. Selbst bei der sehr ungleichen Sprache gebe es in der jahrhundertelangen Nachbarschaft zwischen Bayern und Böhmen gemeinsame Begriffe. In historischer Hinsicht waren etwa die Missionierung Böhmens von Regensburg aus oder der Handel verbindend. Dennoch gab es Hussitenkriege, nationalsozialistische Verbrechen und die Vertreibung der Sudetendeutschen. 1989 wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen, das heute ein klares Bekenntnis für Europa ist.

Die bisherigen Brückenbauer-Preisträger - 66 Einzelpersonen und 25 Institutionen - wertet Irene Träxler, Vorsitzende des CeBB-Trägervereins, als "Leuchtfeuer der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit".

Lob für Initiative

Zum Festakt begrüßt sie unter anderem Kristina Larischová, tschechische Generalkonsulin in München, Tomás Holub, den Pilsener Bischof, Josef Bernard, Hauptmann der Region Pilsen, Landrat Thomas Ebeling und Birgit Selbinder von der Euregio Egrensis, sowie Kooperationspartner und Sponsoren des CeBB.

Kristina Larischová und Daniel Herman würdigen in ihrer Ansprache den Brückenbauer-Preis, aber auch die Initiativen von Hans Eibauer bei der Gründung und Weiterentwicklung des CeBB. Die Ehrengäste lassen den Abend mit schwungvollen Walzerschritten zu Takten der "Dinnermusik" aus Cham enden.

Die Preisträger 2018

Zu den Brückenbauern zählt die Landkreismusikschule Cham mit den Kunstgrundschulen Klatovy und Domazlice , ebenso die Tschechische Schule Regensburg , für ehrenamtliches Engagement und Vernetzung. Frantisek Kubu aus Prachatitz bekommt den Preis für seine historischen Veröffentlichungen, die der Annäherung beider Völker dienten. In Weiherhammer und Weiden unterrichtet Mgr. Dana Pflaum seit der Wendezeit 1990 die tschechische Sprache. Der Autor und Fotograf Herbert Pöhnl lässt mit Bild und Text die Grenzen hinter sich. Michal Snebergr ist als Bürgermeister von Zelezná Ruda (Markt Eisenstein) seit über 20 Jahren ein Mittler zwischen Tschechien und Bayern. Die IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim erhält den Preis für die zukunftsorientierte Stärkung des bayerisch-tschechischen Wirtschaftsraums. Den Ehrenpreis bekommen die Politiker Daniel Herman und Emilia Müller für ihr Engagement zur Aussöhnung, und ihre konkrete Zusammenarbeit auf der staatlichen Ebene.

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