09.07.2017 - 16:38 Uhr
SchönseeOberpfalz

Premiere von "Irrlichter" gelungen Zwei Welten und ihre Grenzen

Natur und Politik vor dem Hintergrund der 50er Jahre. Diese Verbindung gelingt im Stück "Irrlichter" auf überzeugende Art. Es kommt zur "Grenzüberschreitung" innerhalb einer faszinierenden Welt von Naturgeistern.

Das Freilichtspiel wird von einem Rahmenprogramm rund ums Bergweberhaus begleitet. Während die Dietersdorfer Altmusikanten aufspielen, können die Gäste leckere Spezialitäten aus dem Schönseer Land genießen. Bilder: lg (4)
von Georg LangProfil

In die Welt der Wichtel, Elfen und Schrate durften die Premierenbesucher 2017 des Stücks "Irrlichter" am Freitagabend am Eulenberg bei Friedrichshäng eintauchen. Wer sich dieser märchenhaften Verzauberung hingab, der erlebte auf der Naturbühne mitten im Wald eine phantastische Inszenierung des Autors und Regisseurs Martin Winklbauer unter der professionellen Betreuung der Spielleiterin Birgit Höcherl.

Im dritten Jahr

Die Bürgermeisterin von Schönsee hat selbst eine tragende Rolle im Stück inne und versteht es hervorragend zum Publikumserfolg dieser Inszenierung im dritten Jahr beizutragen. Mit Alexander Flierl, Joachim Hanisch und Reinhold Strobl konnte sie drei Landtagsabgeordnete unterschiedlicher politischer Couleur als Ehrengäste zur Premiere willkommen heißen. Die Ansiedlung der Handlung im bayerisch-tschechischen Grenzwald der fünfziger Jahre passt hervorragend zu Friedrichshäng, denn neben den märchenhaft-romantischen Motiven mit den Nebelfrauen und Elfen, die bekanntlich auch in der heimischen Sagenwelt eine zentrale Rolle spielen, wird auch die unmittelbare Nachkriegsgeschichte am Eisernen Vorhang thematisiert.

Der behinderte Seppi - überzeugend gespielt von Sebastian Betz - schert sich nicht um die deutsch-tschechische Grenze und provoziert dadurch ein politisches Gefahrenpotential, das den amerikanischen Agenten Henesy (Martin Fakler) auf den Plan ruft. Er spielt die Negativfigur, die die Eltern von Seppi (Herbert Spichtinger, Birgit Höcherl) so weit bringt, dass sie widerwillig der Heimeinweisung des behinderten Sohnes zustimmen, ganz gegen die Absicht seiner verständigen Schwester Rosi (Miriam Höcherl).

Vier Elemente

Seppi ist nicht nur ein "Grenzgänger" bei der Ignorierung des Eisernen Vorhangs, sondern auch im mentalen Sinn. Als unverbildeter, emotionaler Mensch hat er den Zugang zu den Naturgeistern und zur Natur selbst. Mit der Charakterisierung "außergewöhnliche Menschen sind der Schlüssel zum Wesentlichen" verkörpert er eine Figur aus der Romantik. Er findet auch den Zugang zu der Elfe Lea, die ihm verbotener Weise ihren Namen verrät und dafür bestraft wird. Von der Figurenzeichnung ähnlich gestrickt wie Seppi ist der Klaubholzsammler Buzl (Michael Schwarz), der als weitere Hauptfigur souverän in der gesamten Handlung präsent ist.

Als dramaturgische Meisterleistung ist auch der Auftritt der vier Elemente Feuer (Christian Flöttl), Wasser (Judith Höcherl), Luft (Magdalena Höcherl) und Erde (Celina Ehrenthaler) zu sehen, die im zweiten Teil der Aufführung phantastische Darbietungen präsentieren, als es um die Bestrafung der Elfe Lea geht, die aber dank Seppis Gesang aus ihrem Buchenholzkerker freikommt und so Bestandteil des gesamten Happy Ends wird. Am Freitag, 14. Juli, 20 Uhr, wird das Stück noch einmal aufgeführt. Der Parkplatz ist direkt bei der Bühne ist bis 19 Uhr erreichbar.

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