Aussprache schwierig - Auch Orte im Sudetenland, Märchen und Kunst beleuchtet
"Möchten" macht Probleme

Lokales
Schönsee
18.04.2013
1
0
Der nächste thematische Block beim grenzüberschreitenden Wissenschaftstag fasste Forschungsarbeiten zu sprachwissenschaftlichen Themen zusammen. Oliver Engelhardt präsentierte die Ergebnisse einer Forschung an tschechischen Schulen zur gegenwärtigen Situation der deutschen Sprache. In der Studie kristallisierten sich zahlreiche Gründe für den Rückgang des Interesses am Deutschlernen heraus. Neben Hürden im Schulsystem spielen die Einstellung der Schüler, der Eltern, der Lehrkräfte, der Schulen und gesamtgesellschaftliche Tendenzen eine Rolle.

Die Dissertation von Mgr. Michala Kutláková von der Südböhmischen Universität Èeské Budìjovice beschäftigt sich mit der Konzeption des Faches "Tschechisch als Fremdsprache", abgestimmt auf die Bedürfnisse deutscher Muttersprachler.

Die anschließend von Jakub Kolínský von der Westböhmischen Universität in Pilsen vorgestellte Untersuchung zum qualitativen Niveau der Aussprache des Deutschen bei Schülern tschechischer Mittelschulen machte deutlich, das dieses nicht zufriedenstellend ist. Besonders das lange geschlossene "E" wie in "Idee" und "mehr" oder der Ich-Laut wie in "möchten" oder "nämlich" bereiten tschechischen Schülern ziemliche Probleme.
Die Auswertung eines zusätzlichen Fragebogens zur Untersuchung der Gründe kam zum überraschenden Ergebnis, das die Probanden, die am besten abgeschnitten haben, weder länger in Deutschland waren, noch gut Deutsch sprechende enge Verwandte haben.

Die Bachelorarbeit von Nela Støídová untersuchte die Stellung des Deutschen und Tschechischen als interne Firmensprache in einem binationalen Unternehmen und bestätigt den starken Einfluss des Englischen, aber auch die Verwendung des Deutschen in einigen Ländern Europas, wie in Tschechien. Die Diplomarbeit von Mgr. Járka Ledinská verglich die Struktur der Märchen der bedeutendsten Märchensammler Tschechiens und Deutschlands, K. J. Erben und der Gebrüder Grimm. Sie hat dafür vergleichend den Raum in Märchen, wie beispielsweise Zimmer, Haus und Wald, verschiedene Schauplätze und die Wege der Helden analysiert.

Martin Kolovský, der in diesem Frühjahr sein Abitur an einem Pilsner Gymnasium macht, ist der erste Schüler, der beim Forum "Wissenschaft ohne Grenzen" referierte. Er hat eine schulische Facharbeit zu den verschwundenen Ortschaften bei Bìlá nad Radbuzou/Weißensulz verfasst. Diese fasst die Geschichte der einzelnen Ortschaften zusammen und stellt ihren heutigen Zustand vor, unter anderem auch in Form einer interaktiven Landkarte und einer Foto-Datenbank.

Das "Sudetenland als Thema in der bildenden Kunst" ist Gegenstand der Dissertation von Bronislava Rokytová von der Karls-Universität Prag. Sie zeigte anhand zahlreicher Beispiele, dass das Sudetenland die Kunst als ein inspirierendes, aber auch absichtlich manipuliertes Motiv beeinflusst hat.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.