Droge Crystal Speed als besonders gefährlich eingestuft - Polizei informiert
Haarausfall bis Wahnvorstellung

Lokales
Schönsee
15.04.2013
12
0
Gerade Jugendliche werden häufig über ihren Freundeskreis mit Drogen konfrontiert. Wie man dieser modernen Geisel begegnet, darüber informierte Polizeihauptmeister Karlheinz Senft, bei der Oberviechtacher Inspektion zuständig für Drogenprävention, auf Anregung der Feuerwehr.

In erster Linie aufklären wollte der Fachmann von der Polizei bei seinem Vortrag im Unterrichtsraum des Feuerwehrhauses. Initiator dieses informativen Abends war Feuerwehrsenior Hans Aschka. Er konnte dazu neben zahlreichen Zuhörern auch Bürgermeisterin Birgit Höcherl sowie Hubert Flöttl, Kommandant der Stützpunktwehr, begrüßen.

Auch frei verkäuflich

Der Referent zeigte Video, in dem eine vergnügliche Feier tragisch endet: Ein Verkehrsunfall fordert ein Todesopfer. Der Drogensachverständige ging besonders auf die legalen Drogen wie Alkohol, Nikotin und Medikamente ein. Einige seien frei verkäuflich, andere verschreibungspflichtig, und manche würden sogar als Heilmittel eingesetzt.
Zum Genuss von Alkohol komme oft Spaß und eine Risikobereitschaft. Bei erhöhtem Promillegehalt stehe nicht nur eine Strafe im Raum, es handle sich vielmehr um ein Spiel mit dem Leben. Alkohol im Blut habe nicht nur rechtliche sondern auch versicherungstechnische Folgen, erklärte Senft und lieferte Beispiele.

Eine besondere Gefährdung sei bei illegalen Drogen gegeben, wo Umgang, Besitz, Erwerb und Herstellung nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten sind. Darunter fallen Cannabis (indischer Hanf), Opiate, Kokain und synthetische Drogen, die aufputschend wirken, sowie Heroin, das abhängig macht und gesundheitliche Schäden verursacht.

Weiter zählte Senft Ecstasy und Liquid-Ecstasy (auch als K.O.-Tropfen bekannt) und Crystal Speed auf. Letzteres führe zu Langzeitschäden wie Zahnausfall, Schlaganfall, Herzinfarkt, Haarausfall und Wahnvorstellungen und mache sofort abhängig. "Es gibt keine gefährlichere Droge", gab der Experte zu verstehen. Neben den gesundheitlichen und rechtlichen Folgen kann Drogenkonsum und deren Besitz Hausdurchsuchungen durch die Polizei nach sich ziehen. Drogeneinnahmen werden im Straßenverkehr stärker geahndet als Alkohol, da sei schnell der Führerschein für bis zu 14 Monate weg. Drogenkonsum rechtfertige außerdem die Entlassung von Schule und Arbeitsstelle.

Hilfe beim Profi

Senft empfahl den Eltern, ihre Kinder aufmerksam zu beobachten. Sollten sie im Freundeskreis damit konfrontiert sein, so riet er, professionelle Hilfe in Anspruch nehmen: Anlaufstellen sind die Gesundheitsämter und die Caritas. "Zum Schutz unserer Kinder dürfen wir nicht wegsehen, sondern müssen handeln," brachte einer der Zuhörer die Konsequenzen auf dem Punkt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.