14.08.2014 - 00:00 Uhr
SchönseeOberpfalz

Fürs Pascherspiel ist der Vorhang gefallen - Bei vier Aufführungen zu 110 Prozent ausgelastet Rollen realistisch und einfühlsam

Die achte Saison des Freilichtspiels "Pascher - die Nacht der langen Schatten" ist Geschichte. Über 2300 Besucher - eine Auslastung von 110 Prozent - nahmen bei den vier Aufführungen auf den Zuschauerbänken auf dem Eulenberg Platz.

von Ludwig HöcherlProfil

Zufrieden zeigten sich nach der letzten Aufführung 2014 am vergangenen Samstag die Verantwortlichen des "Pascherverein Schönseer Land" mit Vorsitzender Birgit Höcherl. Besucher aus verschiedensten Teilen Deutschlands und aus dem benachbarten Tschechien zeigten sich immer wieder angetan vom Inhalt des von Martin Winklbauer aus Halsbach/Oberbayern geschriebenen Freilichtspiels.

Sorgfältig und konzentriert

Den Mitwirkenden aus dem Schönseer Land und den beiden Damen aus Pilsen wurde stets bescheinigt, dass jede Rolle im Spiel realistisch und einfühlsam dargestellt wird. Dazu ist auch die Arbeit für die Vorbereitung der Kostüme und der Frauen beim Schminken zu erwähnen, die bei jedem der Spieler, egal welchen Alters, ganze Arbeit verrichteten. Ebenso war bei den Ton- und Lichttechnikern immer volle Konzentration zu den Einspielungen je nach Szene gefordert.

Der Inhalt des Stücks, die Kulisse im Hof des Bergweberanwesens und auch das Rahmenprogramm sorgten wie immer für die entsprechende Stimmung und ergänzten sich tadellos. Wenn dann dazu der Duft der Pascherwürste in der Bratpfanne über das Gelände zog, die Besucher sich mit dem extra gebrauten Pascherbier zuprosteten und die Musikanten zünftig aufspielten, war die Basis für einen unterhaltsamen Abend gelegt.

Dazu gehörte aber auch das Angebot in der Küche. Hunderte von frischen Küchln wurden in der Küche im heißen Fett gebacken, auch böhmischer Schmierkuchen und Kaffee gehörten zum Angebot. Schnittlauch- und Griebenschmalzbrote wurden frisch zubereitet, genauso wie der inzwischen stets nachgefragte Paradeisersalat mit selbst zubereiteten Käse. Zum Rahmenprogramm gehörte auch die Vorführung des Strickedrehen und so manche Sense erhielt beim Dengeln, das immer Zuschauer anlockte, eine "scharfe Schneid'".

Interesse weckte immer wieder das Schmiedefeuer und die Bearbeitung des glühenden Eisens zu taktvollem Hammerklang. Viel Resonanz fanden auch die Frauen, die mit Klöppelsack und Spinnrad ihre Handarbeiten vor dem Bergweberhaus verrichteten. In einer Stube surrten alte Nähmaschinen an denen eifrig Leinentaschen genäht wurden.

Nach dem Saisonfinale herrschte verständlicherweise bei den Mitwirkenden auf der Bühne sowie den Akteuren vor und hinter den Kulissen Freude über die gelungenen Abende. Eilig hatten es auch wieder nach Ende der letzten Vorstellung besonders die Grenzer, die sich immer einen Besucher aus den Reihen der Ehrengäste für eine gespielte Verhaftung ausspähten. Nicht verwunderlich, dass es am Samstag Landrat Thomas Ebeling erwischte, bei dem die Handschellen der Grenzwächter klickten. In welcher Form er sich freikaufen konnte, ist allerdings nicht öffentlich bekannt geworden.

Landrat an der Gitarre

Den Abschluss bildeten bei den Veranstaltungen das gemütliche Beisammensein in der Küche, am Getränkepavillon, im umfunktionierten Kuhstall und auf den Bänken vor dem Haus. Hier ging es immer noch lange mit musikalischer Unterhaltung gesellig zu. Dabei griff auch der Landrat selbst mit in die Gitarre und zeigte sein musikalisches Können.

Nicht unerwähnt bleibt an dieser Stelle, dass Angehörige der Rotkreuzgemeinschaft Schönsee und die Feuerwehrleute aus Dietersdorf viele Stunden in Bereitschaft oder im Einsatz zugunsten des Veranstalters und der Besucher waren, genauso wie das Kassenpersonal, der Ordnungs- und Reinigungsdienst.

"Pascher - die Nacht der langen Schatten" war auch 2014 wieder ein hervorragendes Gemeinschaftswerk von Darstellern und unzähligen freiwilligen Helfern. Bedauert haben zum Saisonabschluss die Verantwortlichen, dass erstmals eine Aufführung wegen Regens abgebrochen werden musste. Doch haben mit dem "Pascherspiel" mit Sicherheit wieder alle Beteiligten eine hervorragende Öffentlichkeitsarbeit für das Schönseer Land geleistet.

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