09.08.2014 - 00:00 Uhr
SchönseeOberpfalz

Kapelle am Fuß des Drechselbergs steht unter der besonderen Fürsorge des Waldvereins Magdalena wieder gut erreichbar

Die Magdalenenkapelle am Hauptwanderweg und früheren "Steig" zwischen Schönsee und Stadlern am Fuße des Drechselbergs kann sich der besonderen Fürsorge durch den Zweigverein Schönsee im Oberpfälzer Waldverein (OWV) erfreuen. Kürzlich wurde die Erneuerung der Aufgangsstufen abgeschlossen. Die Kapelle wurde, wie der Schrifttafel zu entnehmen ist, "anno 1828" mit einer darin liegenden Figur der Heiligen von Vorfahren einer Familie Manner erbaut.

Bürgermeisterin Birgit Höcherl, die OWV-Vorsitzenden Lisbeth Balk und Alfred Drachsler sowie Malermeister Ludwig Ebnet (von rechts) vor der gelungenen Erneuerung der Stufen zur Magdalenenkapelle und dem darüber liegenden Endkreuz am historischen "Steig" von Schönsee nach Stadlern. Bilder: gl (2)
von Autor GLProfil

Der Hintergrund der Errichtung ist nicht bekannt. Lediglich die an der aus natürlichem Felsen bestehenden Rückwand befindlichen Buchstaben G.M. und die Zahl 1828 verweisen, wie Teresa Guggenmoos in ihrer Chronik von 1981 über Schönsee erwähnt, auf einen Georg Meißner hin.

Vor Verfall gerettet

In der aus unverputzten Gneisbruchsteinen bestehende und an einen Felsen geschmiegte Grotte mit Lehmfußboden und Satteldach fiel nur durch einen niedrigen Eingang Licht auf die fast lebensgroße Magdalenenfigur. Diese, vom Schreinermeister und Bildhauer Andreas Karl aus Pirk bei Pullenried gefertigt, wurden im Jahre 1901 nach einer Überschwemmungskatastrophe von Georg Manner, dem damaligen Besitzer des Meißner-Anwesens, gestiftet und in einer feierlichen Prozession an seinen Platz gebracht.

Weil sich niemand richtig zuständig fühlte, war die Kapelle dem Verfall preisgegeben, bevor 1976 durch die Stadt Schönsee und unter Mitwirkung des OWV eine Renovierung mit neuem Schindeldach erfolgte; die darin befindliche Festeröffnung wurde 1982 vom OWV mit Glas versehen. Doch die Figur war bereits geschädigt und nicht mehr zu retten. Der OWV-Zweigverein schaffte im Jahre 1993 eine neue Figur an und übernahm auch die Kosten für eine schützende Umhüllung. Zeitgleich wurden die Aufgangsstufen aus Holz zur Kapelle erneuert und in mühevoller Handarbeit dazu 14 Tonnen Schotter eingebaut.

Inzwischen ist die Kapelle mit einem massiven Blechdach durch das handwerkliche Können von Mitglied Rudolf Maier versehen. Auch bei der Erneuerung der untergegangenen Kreuzwegstationen der Böhmerwaldstraße (Moorbadeweiher) im Jahre 1998 wurde die Magdalenenkapelle integriert und oberhalb ein Endkreuz aus Granit errichtet. Damit war ebenfalls eine Verbesserung der Aufgangsstufen und Geländer verbunden. Die Witterungseinflüsse sorgten für eine erneute Verschlechterung der Aufgangsstufen und eine notwendige Erneuerung. Dies war ein besonderes Anliegen des langjährigen Vorsitzenden Alfred Drachsler, seiner Stellvertreterin Lisbeth Balk und der Mitglieder.

Breite Unterstützung

Es konnte finanziell geschultert werden, weil von der Stadt Schönsee vorhandene Granit-Bordsteine und der erforderliche Schotter bereitgestellt und vom Bauhof angeliefert wurden. Der Einbau wurde dem heimischen Steinmetz- und Bildhauerbetrieb Flöttl übertragen, der dazu auch seinen Maschinenpark einsetzte, damit eine Fertigstellung vor dem "Großen Frauentag" erfolgen konnte. Vom Zweigverein wirkten Wenzel Licha und Helmut Stoiber beim Stufenaufbau mit sowie Alfred Zach und Willibald Nesner beim Anbringen des neuen Holzgeländers. Daneben sorgte Malermeister Ludwig Ebnet für die Erneuerung der Farben im Innenraum der Kapelle.

Bei einer Besichtigung der erfolgten Arbeiten dankte Bürgermeisterin Birgit Höcherl den beiden Vorsitzenden für ihre Bemühungen, damit die Kapelle weiterhin ein Aushängeschild der Stadt bleibt. Die Vorsitzenden sparten nicht mit Dank an die Stadt, die Firmen, die ehrenamtlichen Helfer und Sponsoren.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp