Themenvielfalt beim Wissenschaftstag - Grenzüberschreitende Forschungsarbeiten im CeBB
Arbeitsmarkt bis Prager Frühling

Die CeBB-Verantwortlichen (von links) Hans Eibauer, Václav Vrbík, Maika Victor-Ustohal und Marketa Smalcova eröffnen den Wissenschaftstag vor zahlreichen jungen Zuhörern.
Lokales
Schönsee
18.04.2013
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Bereits zum fünften Mal präsentierten junge Wissenschaftler von deutschen und tschechischen Universitäten ihre Abschlussarbeiten und Forschungsprojekte beim Forum "Wissenschaft ohne Grenzen - grenzüberschreitende Studien im Fokus" im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB).

Der vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds geförderte Wissenschaftstag bot den Teilnehmern von deutscher und tschechischer Seite ein umfangreiches Programm mit Kurzvorträgen zu den wissenschaftlichen Arbeiten, die das Publikum teilweise intensiv diskutierte und hinterfragte. Großes Resonanz fand der Tag bei Studenten der Westböhmischen Universität in Pilsen und einem Prager Gymnasium, die mit Bussen anreisten.

Städtepartnerschaft

Das Forum "Wissenschaft ohne Grenzen" erfährt immer größere Aufmerksamkeit. In diesem Jahr musste deshalb das Programm auf einen ganzen Tag ausgeweitet werden. 14 Wissenschaftler der Universitäten in Prag, München, Pilsen, Budweis, der Hochschulen Regensburg und Ludwigsburg, vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg und der Abiturient eines Pilsner Gymnasiums bewiesen, wie breit das Forschungsfeld zu grenzüberschreitenden Themen ist.

Den Anfang machte CeBB-Mitarbeiterin Maika Victor-Ustohal, die ihre, im berufsbegleitenden Kulturmanagement-Studium entstandene Masterarbeit zu den Perspektiven der deutsch-tschechischen Kulturbeziehungen am Beispiel der Städtepartnerschaft Regensburg - Pilsen vorstellte. In Interviews mit Stadtvertretern und Kulturakteuren suchte sie herauszufinden, welchen Stellenwert die Partnerschaft besitzt und was sich konkret tut. Die Auswertung des erhobenen Materials und Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Beziehungen zwischen den Partnerstädten sind von konkretem Nutzen.

Vertriebene Frauen

Nicole Litzel vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg stellte eine noch nicht abgeschlossene grenzüberschreitende Unternehmensbefragung zu deutschen Direktinvestitionen in Tschechien vor. Dabei sollen die Auswirkungen auf die Arbeitsmärkte in beiden Ländern analysiert werden, die immer wieder kontrovers diskutiert werden.

Die Bachelorarbeit "Die Deutsche Minderheit und der Prager Frühling" der Studentin Petra Kokoková versucht eine Forschungslücke zu schließen. Ihre Untersuchung beleuchtet die Auswirkungen des Erneuerungsprozesses in der Tschechoslowakei Ende der 1960er Jahre auf das Leben der deutschen Bevölkerung. Im Raum stand die Frage, in welcher Weise die Ereignisse des Prager Frühlings die deutsche Minderheit beeinflusst hat. Die Dissertation von Katharina Anna Aubele beschäftigt sich mit dem Leben und dem politischen Engagement vertriebener Frauen in den Anfangsjahren der Bundesrepublik Deutschland. In ihrem Vortrag ging sie speziell auf Frauen aus der Tschechoslowakei, auf die Frage ihrer Identität, ihre Netzwerke und Aktivitäten innerhalb der Sudetendeutschen Landsmannschaft, der Ackermann-Gemeinde und der Seliger-Gemeinde ein.

Volkslieder im Grenzgebiet

Nach der Mittagspause folgte ein Block mit kurzen Projektvorstellungen. Dr. Marta Ulrychová und Zdenìk Vejvoda stellten den zweiten Band des Buches "Volkslieder der Region Pilsen" vor, das auf umfangreichen historischen Quellen und Analysen beruht. Es enthält fast 50 Lieder aus ursprünglich deutschen Gebieten der Region Pilsen.

Prof. Ing. Vladislav Èurn erläuterte die Aktivitäten des Biotechnologischen Zentrums der Südböhmischen Universität Èeské Budìjovice, das an gemeinsamen Forschungsprojekten mit ausländischen Institutionen interessiert ist.

Studentische Entwurfsprojekte für den Grenzraum standen im Mittelpunkt des Berichtes von Prof. Anne Beer von der Architekturfakultät der Hochschule Regensburg. Monika Traubová stellte das Projekt "Czech In!" des Deutsch-Tschechischen Jugendforums vor, das Schüler und Studierende für das Nachbarland Tschechien begeistern will.
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