22.11.2017 - 18:18 Uhr
SchönseeOberpfalz

Alles klar für Kindergarten-Neubau in Schönsee Viel Platz für junge Bürger

Für den Kindergarten-Neubau muss die Stadt Schönsee rund 1,1 Millionen Euro berappen. Die Baumaschinen rücken in den Osterferien 2018 an, der Einzug soll dann im September 2019 sein. Details zum Bauplan gab es in der Stadtratssitzung.

Die drei Gruppenräume für jeweils 25 Kinder sind nach Süden ausgerichtet; vorgelagert wird jeweils ein eigener Spielbereich im Garten. In die farblich abgestufte Gebäudefront werden zwei überdachte Freibereiche integriert. Grafik: Architekturbüro Schönberger (exb, 2)
von Gertraud Portner Kontakt Profil

"Letzte Woche haben die Abschlussgespräche mit der Kirchenverwaltung und dem Pfarrer stattgefunden", informierte Bürgermeisterin Birgit Höcherl am Dienstagabend zu Beginn der Sitzung im Rathaus. Dazu hatten sich auch etliche Zuhörer, darunter Kindergartenleiterin Anja Herdegen, eingefunden. "Das Zwischenziel Bauvorlage ist geschafft. Der Kindergartenbau kann damit zeitig im nächsten Jahr starten", sagte Architekt Christian Schönberger. Er erläuterte den Räten das Planwerk für den dreigruppigen Neubau (75 Kinder) genauer.

Mit "Ruheinsel"

Der Kindergarten in Holzbauweise und mit begrüntem Flachdach wird an die Krippe "angedockt". Der Eingangsbereich - mit Kinderwagen-Abstellplatz und Zugang zum Garten - erhält eine behindertengerechte Toilette und einen Eltern-Wartebereich. Ebenfalls im Norden liegen das Büro der Leitung (mit Blick zum Eingang) und der Personalbereich (Besprechungsraum, Teeküche), sowie der Waschraum mit Mini-Toiletten, Pissoir und Wickelraum. Es gibt einen Ruheraum, einen Speisesaal und einen 66 Quadratmeter großen Funktionsraum. Eine "Schmutzschleuse" mit Dusche führt vom Garten in die Einrichtung. Nach Süden ausgerichtet sind die drei Gruppenräume für je 25 Kinder mit jeweils zwei Nebenzimmern als Motto-Funktionsraum (wie Ruheinsel, Forscherwerkstatt, Bücherei). "Die Kinder können alle Räume nutzen", erläuterte der Architekt das "halboffene Konzept".

Jede Gruppe hat im Garten ihren eigenen Bereich, jeweils mit Baum und Spielgeräten. Durch den großzügigen Dachüberstand entstehen weitere gut nutzbare Freiräume. Zum Parkplatz hin wird ein Funktionsgebäude für Heizung und Lager errichtet. Schönberger erläuterte die neue Zufahrtsituation und gab bekannt, dass der TÜV den Austausch der Spielgeräte im Garten angemahnt hat. Geheizt wird mit Pellets (Fußbodenheizung im Niedertemperaturbereich). Es gibt ein Be- und Entlüftungssystem und Lichtkuppeln sorgen für eine Nacht-Abkühlung.

"Der technische Ausbau ist durch die Vorschriften relativ teuer", bemerkte Schönberger, auch Bereiche der Kinderkrippe müssten ertüchtigt werden (rund 30 000 Euro). Der Abbruch kostet etwa 140 000 Euro. Der Umbau des Ausweichquartiers in der Grundschule schlägt mit 72 000 Euro, statt der bisher geplanten 65 000 Euro zu Buche. Hier stehen "Kleinigkeiten" wie Notausgang, Treppenhaus-Sicherung oder Fingerschutz an Türen an. "Vieles davon bleibt bestehen", betonte der Architekt.

Insgesamt betragen die Investitionskosten für den Kindergarten-Neubau 2 539 000 Euro; die Schätzung im April lag bei 2,4 Millionen. An den förderfähigen Kosten mit 1 701 099 beteiligt sich die Kirche (Diözese) mit 16 Prozent (rund 272 000 Euro). Vom "Rest" übernimmt die Regierung 70 Prozent, dazu kommen 150 000 Euro aus einem Sonderinvestitionsprogramm. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich auf rund 1,117 Millionen Euro (siehe Kasten). Auf Nachfragen aus dem Gremium wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ein Zuschuss der Kirchenstiftung Schönsee den Anteil der Stadt nicht maßgeblich reduzieren würde. Bei angenommenen 100 000 Euro müsste die Kommune nur 30 000 Euro weniger zahlen. Außerdem stehe die Kirchensanierung an, bemerkte die Bürgermeisterin.

Durchdachtes Konzept

Sie verwies auf eine optimale Förderung mit 70 Prozent von der Regierung und lobte "das durchdachte Konzept eines guten Architekten" sowie die Zusammenarbeit von Kirche, Kindergarten und Stadt. Dank aller Beteiligten sei man in der Kostenschätzung geblieben. "Es ist es uns wert, dass unsere Kinder einen schönen, zweckmäßigen Kindergarten haben", sagte Birgit Höcherl.

Bei der anschließenden Diskussion beantwortete Christian Schönberger eine Reihe von Detailfragen. Baubeginn soll ab den Osterferien 2018 sein. Geplant ist, dass der neue Kindergarten mit den Außenanlagen im September 2019 fertig ist. Das gemeindliche Einvernehmen zum Bauantrag erfolgte einstimmig

Finanzierung

Gesamtinvestition: 2 539 620 Euro (inklusive 140 000 Euro Abbruch und 72 000 Euro für Ausweichquartier). Für 414 Quadratmeter anrechenbare Fläche ergeben sich förderfähige Kosten von 1 701 099. Die Kirche (Diözese) beteiligt sich mit 16 Prozent, also rund 272 000 Euro. Vom "Rest" übernimmt die Regierung 70 Prozent, das sind rund 1 Million Euro, dazu kommen 150 000 Euro aus einem Sonderinvestitionsprogramm. Förderung insgesamt: 1 422 425 Euro. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich auf rund 1,117 Millionen Euro. (ptr)

Es ist es uns wert, dass unsere Kinder einen schönen, zweckmäßigen Kindergarten haben.Bürgermeisterin Birgit Höcherl

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