24.11.2017 - 17:36 Uhr
SchönseeOberpfalz

Beim Abbruch der alten Schule treten Schadstoffe auf Noch drei Wochen "mit Mauer"

Der Abriss des alten Schulhauses dauert seit den Sommerferien an. Warum der ehemals riesige Baukörper in Teilen noch immer in der Hauptstraße präsent ist, war Thema bei der jüngsten Stadtratssitzung. Details zur Gestaltung der Freifläche werden am 12. Dezember vorgestellt.

Bis Weihnachten sollen die restlichen Mauern der alten Schule verschwunden sein. Das belastete Material entsorgt eine Spezialfirma. Bild: Portner
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Obwohl der Abriss des alten Schulhauses schon im August startete, steht immer noch ein Teil der Mauer. Der Grund dafür wurde in der Stadtratssitzung durch Architekt Christian Schönberger genauer erläutert. Wie er betonte, sei davon auszugehen, dass der noch stehende Gebäudesockel bis Weihnachten aus dem Stadtbild verschwunden ist.

Das Schadstoffgutachten belege, dass beim im Jahr 1880 erbauten Schulhaus - wie früher üblich - eine Vergussmasse zwischen Ziegelsteinen und Sandsteinboden eingebracht wurde um aufsteigende Feuchtigkeit abzuhalten. Dieser schwarze Teerverguss, in Form einer etwa ein Zentimeter dicken Querlinie sowie etlichen Teerinseln in den Bruchsteinmauern, kam bei den Abbrucharbeiten zutage. Etliche Einzelproben, die sich als extrem teerhaltig herausstellten, kosteten viel Zeit.

Mehrkosten auffangen

Schönberger informierte, dass der belastete Abbruch beim Recyceln bis zu 400 Grad Celsius erhitzt wird und das Material danach "sauber" sei. Rund 1300 Tonnen müssen auf diese Weise entsorgt werden. Die Vergabe an eine Spezialfirma erfolgte anschließend in der nichtöffentlichen Sitzung. "Damit das Material in den nächsten drei Wochen endlich wegkommt", so der Architekt. Wie dieser betonte, sei die Summe im Kostenvoranschlag enthalten, da man anderweitig einsparen konnte. Angemeldet wurden 250 000 Euro für einen Zuschuss von 60 Prozent.

Im Programm der Städtebauförderung läuft eine zweite Abbruchmaßnahme und zwar das ehemalige Zäch-Anwesen in der Weidinger Straße 4. "Dieses Material ist schadstofffrei", informierte Schönberger das Gremium. In einer zusätzlich anberaumten Stadtratssitzung wird er am 12. Dezember die Entwürfe für die Gestaltung der Freiflächen (Hauptstraße/Weidinger Straße) vorstellen.

Anschließend ging es um den Jahresantrag für die Städtebauförderung 2018. Geschäftsstellenleiter Matthias Jeitner trug die Richtzahlen für fünf Positionen vor: ISEK (40 000 Euro); Kommunales Förderprogramm (60 000 Euro); Bauberatung (10 000 Euro); Neugestaltung altes Schulhaus-Areal in der Hauptstraße (400 000 Euro); Neugestaltung Weidinger Straße 4 (200 000 Euro). Es wurde einstimmig beschlossen, den Jahresantrag so einzureichen. Die Genehmigung des Protokolls der öffentlichen Sitzung vom 17. Oktober erfolgte einstimmig. Beim Punkt Informationen und Anfragen gab Jeitner nichtöffentlich gefasste Beschlüsse bekannt. So wurden zwei Auftragsvergaben für das Feuerwehrhaus in Rackenthal getätigt: Die Tür liefert die Firma Hierold aus Eslarn und die Fenster die Firma Süß aus Schönsee. Die Bepflanzung in Dietersdorf übernimmt der Garten- und Landschaftsbau Pohl & Schneider aus Cham und bei der Firma Gutermann in der Schweiz wurde ein Leitungs-Suchgerät bestellt.

Unter dem Punkt Informationen sprach die Bürgermeisterin die geplanten Arbeiten am Kanal in Gaisthal an. In diesem Bereich gebe es eine neue Förderung, wobei die Chancen darauf noch abzuklären sind. Die Maßnahme werde deshalb verschoben. Zum Ausbau der GVS Weberhäuser-Friedrichshäng läuft derzeit die Planerstellung und die Probebohrungen für das Wasserrechtsverfahren sind erfolgt. "Die Umweltauflagen sind extrem hoch", so Höcherl.

Gehweg zur Norma

Wie die Bürgermeisterin zum Thema "Gehweg zur Norma" anführte, habe sie die Örtlichkeit zusammen mit dem Ingenieur begutachtet. "Man muss zwei Abschnitte bilden", informierte sie, wobei die Weiterführung noch genau abzuklären sei. Eventuell müsse auch das Wasserwirtschaftsamt eingebunden werden. Detaillierte Auskünfte des Experten wird es dazu im Frühjahr geben.Unter dem Punkt Anfragen beklagte Stadtrat Christian Weinfurtner den "schlechten Informationsfluss" während der Sanierungsmaßnahmen im Gerätehaus. Ein nächtlicher Rohrbruch habe vor etwa vier Wochen in der im städtischen Gebäude eingemieteten Zahnarztpraxis für einen Wasserschaden gesorgt. Während die BRK-Unterkunft "total abgesoffen" sei, kam die Feuerwehr in ihrem Bereich mit feuchten Decken davon. Allerdings sehe sich die Wehr mit unterschiedlichen Aussagen zur Behebung des Versicherungschadens konfrontiert. Die Bürgermeisterin konnte dies nicht nachvollziehen, da ein guter und ständiger Kontakt zwischen Verwaltung und Feuerwehr bestehe. Sie versprach Aufklärung durch den zuständigen Sachbearbeiter.

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