01.03.2018 - 15:42 Uhr
Schönsee

Drei Mal "Thema Wald" im Stadtrat Schönsee Neuer Forstweg und Holzspende

Mehr Douglasien, Tannen und Buchen sollen künftig im Stadtwald Schönsee wachsen. Förster Forster informiert die Stadträte über Pflanzmaßnahmen und den Holzeinschlag. Für einen neuen Forstweg bei Schwand läuft die "Werbung" an. Und auch beim dritten Tagesordnungspunkt geht es um den Wald - um eine Bauholz-Spende.

Die Stadt hat die Baulastträgerschaft für einen Forstweg übernommen, der im Waldgebiet (rechts) zwischen Schwand und Schönsee gebaut werden soll. Eine Anliegerversammlung ist für März geplant. Bilder: Portner (2)
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Thema auf der jüngsten Sitzung des Stadtrates war zunächst die Waldbewirtschaftung. "Im Stadtwald hat sich nicht viel verändert", begann Förster Michael Forster seinen Sachstandsbericht, "wir haben wieder einmal Glück gehabt, was die Stürme angeht." Auch beim Borkenkäfer sei die Situation relativ entspannt. So gab es im Vorjahr nur 80 Festmeter Käferholz: "Das ist für 160 Hektar Stadtwald sehr wenig."

100 Edelkastanien

Ein Sturm habe 50 Festmeter faule, starke Fichten geschmissen. Diese wurden vom Bauhof aufgearbeitet. Beim Holzeinschlag waren es im Vorjahr rund 1000 Festmeter, wobei der Hiebsatz (Maß für den geplanten Einschlag pro Jahr) bei 970 Festmeter liegt. Unter anderem wurden bei einen Einschlag am Drechselberg etliche Tannen "abgeräumt". Zu den Kulturen informierte Förster Forster über eine Anpflanzung im Herbst 2016 mit 200 Tannen am Buchenberg. Auf einer Fläche von 0,4 Hektar wurden Tanne und Rotfichte gesetzt und am Drechselberg wachsen jetzt "zum Ausprobieren" 100 Esskastanienbäume. "Da können wir einmal Maroni sammeln", meinte der Waldexperte schmunzelnd. Einige Ausfälle müssten jedoch im Frühjahr nachgebessert werden. Ein "Käfernest" am Hang bei Dietersdorf sei gerodet worden; hier würden nun Douglasie und Fichte angepflanzt. In der Abteilung "Loch" bei Weberhäuser schütze ein großer Zaun die Jungpflanzen (Douglasie, Tanne und Buche) vor dem Verbiss. Wie Michael Forster informierte, gilt das forstliche Betriebswerk noch bis 1. Januar 2021. Im Jahr 2020 wird der jährliche Hiebsatz für die Folgejahre mit einem neuen Gutachten errechnet.

Bei Nachfragen aus dem Gremium wollte Michael Ebnet wissen, ob die derzeitige Kälteperiode Auswirkungen auf den Borkenkäfer hat. "Nein", lautete die Antwort des Fachmanns. "Dem Käfer machen 20 Grad minus nichts aus. Der krabbelt wieder, wenn er auftaut!" Josef Eibauer wollte wissen, wie sich der Wilddruck entwickelt. "Die Neuanpflanzungen sind eingezäunt", meinte der Förster und betonte zum Verbiss: "Buchen ohne Schutz fressen sie jedes Jahr." Am Buchenberg seien die meisten Zäune weg - und die Rehe drin.

Bürgermeisterin Birgit Höcherl stellte fest, dass der Stadtwald nachhaltig und vorausschauend bewirtschaftet wird und dankte Forster auch für das Engagement im Ferienprogramm. Dieser konnte auch von den Stadträten ein Lob einheimsen. Er dankte seinerseits dem Bauhof für die Unterstützung beim Aufarbeiten von Sturmschäden und bei der Kontrolle der Käferbäume.

Auch beim nächsten Tagesordnungspunkt war Förster Forster als Fachmann gefragt. Hier ging es um die Übernahme der Baulastträgerschaft für den möglichen Neubau eines Forstweges bei Schwand, wofür es ein einstimmiges Votum gab. "Es wäre ein wünschenswerter Weg", sagte Forster, der das betroffene Waldgebiet zwischen Schwand und Schönsee auf einer Skizze darstellte. Alle Anlieger seien bereits angeschrieben und bis auf ein, zwei Flächen wurde ein grundsätzliches Interesse am Forstweg bekundet. "Wenn die Stadt die Baulastträgerschaft übernimmt, können wir in die Planung einsteigen und eine Versammlung mit allen betroffenen Waldbesitzern einberufen", gab der Fachmann zu verstehen. Der bisherige Weg, teilweise ein Hohlweg, gehöre der Stadt und habe sich etwas "verschoben". Bis zu 80 Prozent der Baukosten seien als Zuschuss möglich. "Die Mittel sind schon reserviert", sagte Forster, der noch in Aussicht stellte: "Wenn alle Anlieger eine Beteiligten-Erklärung unterschreiben, könnte der Weg im Herbst fertig sein." Mit einem Schmunzeln wurde noch daran erinnert, dass es in der Vergangenheit oft die Gegner eines Ausbaus gewesen seien, welche die gute Fahrtmöglichkeit dann am meisten nutzen."

Abzuklären sei noch, ob der Forstweg (Länge circa ein Kilometer) im Tal oder auf der Kuppe gebaut werden sollte. Optimal wäre ein Rundweg, was aber voraussichtlich an einem Anlieger scheitern wird und so die Variante "Wendehammer" im Raum steht. Die Trasse soll im Detail gemeinsam mit den betroffenen Waldbesitzern festgelegt werden. Forster schlug als Versammlungstermin "übernächste Woche, Samstagabend" vor. Die Bürgermeisterin und einige Stadträte betonten, wie wichtig gute Forstwege für die Bewirtschaftung der Wälder sind und verwiesen auf die Wertsteigerung. "Der Weg läuft in landwirtschaftliche Flächen hinein", sagte Andreas Kulzer, und appellierte daran, das Amt für ländliche Entwicklung ins Boot zu holen. "Dieses ist immer zwingend einzubinden", so der Förster.

Bretter fürs Clubhaus

Anschließend ging es noch um eine Holzspende für die Baumaßnahme des Jugend- & Musikclubs Schönsee (JMC) für ein neues Gebäude an der Bühne am ehemaligen Schießplatz. Die Holzbedarfsliste liegt bereits im Rathaus vor: Benötigt werden 20 Kubikmeter gesägte Bretter, wofür rund 40 Kubikmeter Rundholz nötig ist. Wie die Bürgermeisterin betonte, sei es in der Vergangenheit bei solchen Anfragen üblich gewesen, dass der Bauhof die Bäume im Stadtwald fällt und die weitere Bearbeitung dann dem Verein obliegt. Dazu gehören auch die Kosten für das Sägewerk. Die Stadträte segneten die Holzspende in dieser Form einstimmig ab. "Der JMC ist ein Gewinn für Schönsee. Es ist ein Gebot der Fairness, dass wir so verfahren wie bei anderen Vereinen", sagte Josef Eibauer. Und Birgit Höcherl erinnerte an das tolle JMC-Jubiläum im Vorjahr.Wie Josef Eibauer unter "Anfragen" anführte, suchen die Motorradfreunde Dietersdorf nach einer Unterkunft. Im Auge haben sie die alte Schule in Dietersdorf. "Wir haben eine weitere Anfrage, solche Räume sind begehrt", sagte Bürgermeisterin Birgit Höcherl und verwies darauf, dass es eine Initiative gebe, den Burschenverein Dietersdorf wieder aufleben zu lassen. "Wir haben jetzt zwei Bewerber für den Raum", so Höcherl. In der alten Schule seien außerdem die Blaskapelle und der Bayern-Fanclub einquartiert. "Eventuell gibt es eine Gemeinschaftslösung", hofft Höcherl auf ein Gespräch mit allen Gruppen. "Das Haus ist groß und hat viele Räume", warf Josef Eibauer ein. Die Bürgermeisterin sprach auch das ehemalige Lehrerwohnhaus in Dietersdorf an, wo eventuell noch ein Raum saniert werden könne.

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