Neubau des Kindergartens beschlossen
Stadt investiert in ihre Kinder

Architekt Christian Schönberger stellte den Vorentwurf für den neuen Kindergarten vor. Im Stadtrat wurde auch ein Zwischenbau zum Parkplatz hin (nicht in der Skizze enthalten) genehmigt, mit Platz für Technik (Heizung) und Fahrräder. Die Kinderkrippe (weißes Dach) fügt sich ein. Bild: exb
Politik
Schönsee
28.04.2017
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Es pressiert. Wenn die Stadt die optimale Förderung für den Neubau des Kindergartens mitnehmen will, muss sie sich im Windhundverfahren bewähren. Architekt Christian Schönberger "fütterte" die Stadträte mit vielen Details. Die Entscheidung ließ nicht lange auf sich warten.

Am Topf des Sonderinvestitionsprogrammes "hängen viele dran". Bürgermeisterin Birgit Höcherl mahnte deshalb in der jüngsten Stadtratssitzung zur Eile, wenn die Stadt Schönsee in den Genuss der erhöhten Förderung (70 statt 50 Prozent) kommen will. Der Tagesordnungspunkt "Sachstand zum Neubau des Kindergartens und Vorstellung des Konzepts" wurde deshalb gleich mit einem Beschluss versehen. Dieser fiel nach kurzer Diskussion einstimmig aus.

Abbruch kostet

Doch zunächst erläuterte Architekt Christian Schönberger die etwa 30 ausgearbeiteten Seiten. Die Frage zwecks "Sanieren oder Abbrechen?", sei bereits geklärt. "Regierung und Diözese sind für einen Neubau", stellte Schönberger fest. Er bezifferte die Kosten für den Abbruch mit etwa 140 000 Euro, nachdem die Holzmischbauweise problematisch sei. Die Summe sei bewusst hoch angesetzt worden, "damit wir keine Überraschungen erleben". Kosten verursacht auch das Ausweichquartier. Damit die Kinder ein Jahr lang in den leeren Räumen der Grundschule betreut werden können, müssen viele Kleinigkeiten gemacht werden (Türschutz bis Toiletten-Podeste). "Das ist nicht so tragisch, kostet aber auch 65 000 Euro", erklärte Schönberger.

Weiter ging es mit der Vorstellung der Neubaupläne und dem Punkt "Parken und Zugang" in der Sackgasse an der Staatsstraße. Die 18 Stellplätze seien äußerst knapp, so dass versucht werde, eine Förderung für einen vergrößerten Parkbereich mit Zweitnutzung zu finden. Außerdem habe die TÜV-Prüfung der Spielgeräte im Garten ergeben, dass vieles neu angeschafft werden muss. Für die Außenanlagen sind deshalb 170 000 Euro veranschlagt. Der neue Kindergarten soll in einer neuartigen Holzbauweise mit einem relativ flachen Foliendach errichtet werden. Zwecks Sonnenschutz ist eine Begrünung angedacht. Auf Nachfragen aus dem Gremium erläuterte der Architekt den Aufbau näher. Hinweise gab er auch auf die Pelletsheizung, welche in einem Vorbau zum Parkplatz hin integriert werden kann.

Das Raumprogramm ist für drei Gruppen (75 Kinder) ausgelegt, wobei es noch zwei Varianten gibt, die abgeklärt werden müssen. Die Hauptnutzfläche wird deshalb mit 395 bzw. 414 Quadratmeter benannt. "Ein Kindergarten in Bayern kostet 4102 Euro pro Quadratmeter", informierte der Planer über die Rechnung der Regierung. Bezuschusst werde jedoch nur die Hauptnutzfläche, so dass sich die förderfähigen Kosten bei rund 1,66 Millionen bewegen werden. Die Kirche trägt davon 16 Prozent (265 000 Euro). Insgesamt beläuft sich die Schätzung für den Neubau auf rund 2,1 Millionen Euro. Zuzüglich der Kosten für Abbruch, Parkplatz und Ausweichquartier ergibt sich eine Summe von 2,475 Millionen Euro. Abzüglich der angepeilten Fördermöglichkeiten bleiben "maximal 1,1 Millionen Euro" übrig, welche die Stadt Schönsee zu tragen hat. Die Bürgermeisterin dankte Architekten, Kirchenverwaltung und Kindergartenleitung für die sehr gute Zusammenarbeit. "Wir sind jetzt auf einem guten Weg", sagte sie und erwähnte den enormen Gesprächsbedarf. "Das ist mir zu teuer", sagte Peter Pfaffl und erinnerte an eine weitaus günstigere Planung vor vier Jahren. "Es hilft nichts, wenn wir mit Zahlen hantieren, die nicht passen", meinte Höcherl und Josef Irlbacher ergänzte: "Der Kindergarten steht jetzt 40 Jahre. Wir haben es damals geschultert und das werden wir jetzt auch wieder schaffen." Stadtrat Thomas Schiller lobte die sehr überdachte Lösung, zeigte sich aber davon irritiert, dass die Kirche als Grundstückseigentümer und Bauherr umgerechnet nur elf Prozent der Kosten tragen will.

Die Bürgermeisterin informierte, dass laut Kirchenverwaltungssitzung kein höherer Anteil zur Verfügung stehe, nachdem weitere kirchliche Investitionen geplant seien, darunter die Sanierung der Pfarrkirche. Schließlich waren alle Räte mit dem Neubau des Kindergartens "Kleine heilige Theresia" einverstanden und auch damit, die Bauträgerschaft von der Kirche zu übernehmen.

Defizitvereinbarung

Nächster Punkt war die Defizitvereinbarung für den Kindergarten zwischen Stadt und Kirchenstiftung. Lisa Biegerl trug die Details dazu vor, darunter Baukostenzuschuss und Erschließung. Die Stadt übernimmt auch künftig 80 Prozent des jährlichen Betriebskostendefizits. Auf Nachfrage erklärte Geschäftsstellenleiter Matthias Jeitner, dass die Regelung mit 20/80 Prozent in ganz Bayern üblich sei. Die Vereinbarung wurde mit einer Gegenstimme von Thomas Schiller angenommen, dem die Beteiligung der Kirche an den Neubaukosten zu gering ausfällt.

Der Kindergarten steht jetzt 40 Jahre. Wir haben es damals geschultert und das werden wir jetzt auch wieder schaffen.Josef Irlbacher, Zweiter Bürgermeister
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