Stadtrat Schönsee genehmigt Planung für Abriss der alten Schule
Blumenwiese als Platzhalter

Die alte Schule prägt noch bis zu den Sommerferien das Stadtbild von Schönsee. Im August werden die Bagger der Abbruchfirma anrücken und den Platz zwischen Pfarrkirche und Staatsstraße 2159 für einen eventuellen Ersatzbau ebnen. Details gab es am Mittwoch im Stadtrat. Bild: Portner
Politik
Schönsee
27.04.2017
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Die 9000 Kubikmeter Bausubstanz der alten Schule schlagen ordentlich ein. Zu den 250 000 Euro für den Abbruch kommt in etwa die gleiche Summe für die Platzgestaltung mit Mauern und Treppen. Statt parkender Autos ist eine Blumenwiese angedacht. Dafür gibt es einen Grund.

Der Termin für die Bagger steht. Mit der aktuellen Planung für den Abbruch des alten Schulhauses startete der Stadtrat Schönsee am Mittwoch in die öffentliche Sitzung. Eigentlich sollte das riesige baufällige Gebäude unterhalb der Pfarrkirche schon in den Weihnachtsferien 2016/17 von der Bildfläche "verschwinden" (Thema der Stadtratssitzung im September 2016). Doch Abstimmungsgespräche mit der Regierung, welche für die Maßnahme im Städtebauförderprogramm notwendig waren, verzögerten den Zeitplan. Jetzt soll die Abbruchfirma in den Sommerferien anrücken, da im August die Vollsperrung der Staatsstraße 2159 die Schulbus-Linien nicht beeinträchtigt.

Mauern und Treppen

Architekt Christian Schönberger erläuterte den Stadträten die aktuelle Planung bis ins Detail und ging zunächst auf den Abbruch ein. Der Höhenunterschied zwischen Garagenvorplatz und Kapelle beträgt vier Meter und muss aufgefangen werden. Durch den Erhalt der hinteren Mauern (Wände), die nur bis etwa 50 Zentimeter unter Gelände abgebrochen werden und samt aussteifender Querwände, können aufwendige Sicherungsmaßnahmen entfallen. Vor der alten Kellermauer wird ein Fundament für eine Stützmauer gesetzt.

Bauabschnitt zwei beinhaltet die Vorbereitung der Mauern und die Platzgestaltung. Die Konstruktion: Bruchsteinmauerwerk mit statisch wirksamer Winkelmauer sowie Abdeckung in Naturstein. Es sind Drainagen zu ziehen sowie Geländer und Granitstufen zu setzen. Kleine Mauern werden als Absturzsicherung mit einer Hainbuchenhecke hinterpflanzt und ein Spanndraht gezogen, "damit niemand auf die Staatsstraße fällt". Für das Ausräumen der teils vermüllten Wohnungen sind rund 250 Arbeitsstunden angesetzt. Städteplaner Siegi Wild hat verschiedene Modelle für die Platzgestaltung gezeichnet. Schönberger bekräftigte: "Es ist der Wunsch der Regierung, dass keine Lücke bleibt." Berücksichtigt werde allerdings, dass früher der Blick von der Hauptstraße zum Kirchturm freier war. Geplant ist, dass der Ersatzneubau von beiden Seiten ebenerdig erschlossen wird. "Platzhalter" für ein späteres Gebäude (11 mal 16 Meter) wird eine Schotterrasenfläche mit Magerrasen und Blühmischung sein. Die Abgrenzung erfolgt mit Rundholzriegeln - als Markierung der Kubatur und der möglichen Neubebauung. "Es wird kein Großparkplatz für Schönsee", fügte der Architekt schmunzelnd an. Stattdessen werde für das "Filetstück" an der Kirche eine spätere Nutzung gesucht.

60 Prozent Förderung

Am 23. März fand eine Besprechung bei der Regierung statt. "Nicht nur der Abbruch, sondern auch die Mauermaßnahmen werden fördertechnisch mit aufgenommen", informierte Christian Schönberger. "Es wird uns keine zeitliche Schiene für einen Ersatzbau auferlegt. Mit dieser Gestaltung verbauen wir uns nichts", sagte Bürgermeisterin Birgit Höcherl. Sie berichtete von Gesprächen mit der Kirche. Der Platz würde sich für ein Pfarrheim anbieten, es sei aber noch nichts festgezurrt. Während der Gehsteig auf 2,20 Meter verbreitet wird, bleibt die Staatsstraße unangetastet. Der Architekt gewährte einen detaillierten Einblick in die Kostenkalkulation und nannte 250 000 Euro für den Abbruch. Die Platzgestaltung mit Stützmauern schlägt mit 287 000 Euro zu Buche, so dass für das Projekt insgesamt über eine halbe Million Euro aufgewendet werden muss. Allerdings kann die Stadt auf einen Zuschuss von 60 Prozent von der Städtebauförderung setzen. Der Vorschlag von Thomas Schiller für einen Mehrgenerationenplatz wird derzeit nicht weiter verfolgt. "Wenn wir einen öffentlichen Park machen wollten, müssten wir den Platz ganz anders sichern und ein völlig anderes Konzept erarbeiten", gab Schönberger zu bedenken.

Geschäftsstellenleiter Matthias Jeitner verlas den Beschlussvorschlag, der einstimmig angenommen wurde. Der Förderantrag wird gestellt und sobald die Zusage für den vorzeitigen Maßnahmenbeginn eintrifft, erfolgt die Ausschreibung.

Altes SchulhausDas im Jahre 1889 errichtete dreigeschossige Gebäude an der Staatsstraße 2159 diente ohne besondere Veränderungen für etwa drei Generationen als Schulhaus. Nach dem Neubau der Grund- und Hauptschule wurde es privat genutzt und in etlichen Wohneinheiten vermietet. Die Eigentümergemeinschaft bot das Gebäude schließlich der Stadt als Schenkung an, die den Abriss schultert und die Fläche im Zentrum von Schönsee für einen späteren Verkauf herrichten lässt.
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Thomas Schiller aus Schönsee | 27.04.2017 | 22:17  
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