"Advent im Wald" überzeugt auch in der 11. Auflage
Bratapfel im Winterwald

Gemütlich war es in der Hütte von Mundart-Dichter Andreas Ebnet.
Vermischtes
Schönsee
04.12.2016
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Der Raureif an den Bäumen glitzerte im Sonnenlicht, während der Duft von Glühwein und Weihnachtsgebäck im bayerisch-böhmischen Grenzwald aufstieg. In der 11. Auflage bot "Advent im Wald" eine perfekte Auszeit.

-Friedrichshäng. Bei bestem Wetter nutzten am zweiten Adventswochenende viele Besucher die Gelegenheit, die einzigartige Atmosphäre von "Advent im Wald" am Eulenberg in Friedrichshäng zu erleben. Dort stand heuer bereits zum elften Mal das gemütliche, besinnliche Einstimmen auf Weihnachten im Mittelpunkt.

Wo die Funken fliegen

Unten am Fuß des Berges wies die namensgebende Eule den Weg. Als die Dämmerung im weiß überzuckerten Wald einsetzte, kamen die Hunderte von Kerzen, die den Pfad vorbei an einfachen, selbst gezimmerten Holzbuden säumten, richtig zur Geltung. Anbieter aus dem Schönseer Land und der Pilsener Region zeigten ihr Kunsthandwerk. Neben Gestricktem und Gefilztem gab es auch Schmuck, Töpferwaren, Holzarbeiten, Imkerprodukte und Weihnachtsdekoration zu sehen. Im Stodl präsentierten unter anderem Krippenbauer ihr Können, und beim Schmied flogen die Funken.

Schafe und Schnitzereien

Die Klöpplerinnen ließen sich in ihrer Stube gern über die Schulter schauen. Nicht nur für Kinder interessant waren die Schafe von Georg Romeder. Doch auf dem Weg gab es neben urigen Schnitzereien noch mehr zu entdecken: Ein kleines Glöckchen konnten die Kinder läuten, um ihren Weihnachtswunsch ans Christkind zu schicken.

Gegenüber der "Jagahüttn", wo einfache Strohballen am Lagerfeuer gern zum Rasten genutzt wurden, thronte zwischen den Bäumen ein weißer Hirsch mit mächtigem Geweih und Kreuz auf der Stirn, der an die Sage des Heiligen Hubertus erinnerte. Oben am Bergwerber-Haus angekommen, konnten sich die deutschen und tschechischen Besucher mit verschiedenen Schmankerln wie Karpfen-Schoitn und der bekannten Pascher-Wurst stärken. Der Blick hinunter auf den im Kerzenlicht erstrahlenden Winterwald belohnte den Aufstieg. Zum Aufwärmen lud neben dem Stall auch die Auszeit-Stube mit Kartoffelsuppe und Eintopf ein, als Nachspeise konnte man sich am offenen Feuer gebackene Waffeln, gebrannte Nüsse oder einen Bratapfel holen. Auch Jagertee, selbst gebrannte Schnäpse und Glühbier wärmten von innen. Immer wieder bahnte sich der Nachtwächter Gerhard Treiber seinen Weg durch die Menge, um musikalische Einlagen anzukündigen.

Eröffnet hat den Markt an der deutsch-tschechischen Grenze passend dazu die Grenzlandblaskapelle Dietersdorf mit dem Andachtsjodler. Zum Programm gehörten auch die Lieder des Gesang- und Orchestervereins, der Schönseer Kirchenchor trat ebenfalls auf. Zudem gaben die Stammtisch-Musikanten sowie Verena und Celina Präßl besinnliche Stücke zum Besten. Auf der Freilichtbühne, wo sich im Sommer Waldwesen und Schmuggler tummeln, war am Sonntag die gespielte Herbergssuche der Kolpingsfamilie ein besonderer Höhepunkt. Zum Abschluss an beiden Tagen ertönten die Fanfaren der Jagdhornbläser.
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