16.04.2018 - 17:32 Uhr
SchönseeOberpfalz

Hegeschau der BJV-Kreisgruppe Oberviechtach Wir brauchen den Wolf nicht

Die jährliche Hegeschau der BJV-Kreisgruppe Oberviechtach hat in Schönsee eine Heimat gefunden. Die Jäger der Region schätzen die Kurzreferate und der Vorsitzende spricht sich gegen eine Abschaffung aus. Applaus gibt es für eine Aussage zur Rückkehr eines Raubtieres.

von Christof FröhlichProfil

Schönsee/Oberviechtach. Der Vorsitzende des Bayerischen Jagdverbandes (BJV) Kreisgruppe Oberviechtach, MdL Alexander Flierl, machte gleich zu Beginn deutlich, dass die Jagd keinesfalls zu einem Spielball vermeintlicher Ökologen und Ideologen werden dürfe. Immer wenn - wie bei der nun drohenden afrikanischen Schweinepest - Gefahr im Verzug sei, werde nach den Jägern gerufen. Ansonsten versuchten immer wieder einige Gruppierungen die Jägerschaft ins "schiefe Licht zu rücken". Das könne die Jäger aber nicht von ihrer Arbeit zum Wohle von Natur und Wild abhalten, so Flierl. Nach alter Tradition begleiteten die Jagdhornbläser der Kreisgruppe die Hegeschau mit jagdlichen Klängen. Flierl freute sich, neben einer zahlreich anwesenden Jägerschaft wieder hochrangige Gäste im Schönseer Schulgebäude begrüßen zu können.

Wichtiges Forum

Bürgermeisterin Birgit Höcherl dankte dafür, dass sich die Hegeschau in Schönsee bereits etabliert habe. Der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Josef Irlbacher, betonte: "Der BBV braucht den Wolf nicht, da er eine Gefahr für die heimische Tierwelt darstellt.". Mit dieser Feststellung traf er auf Zustimmung bei den Anwesenden. Flierl stellte sich den, "an den Haaren herbeigezogenen Argumenten", die jährliche Hegeschau abzuschaffen, entgegen. Zum einen sei an den Trophäen nichts Unechtes, und zum Anderen biete die Schau ein Forum für einen Rückblick auf das Jagdjahr und eine gute Gelegenheit, all die einzuladen, die sich in den Behörden um das Wohl von Natur und Wild bemühen.

Auch diesmal wurde über aktuelle Themen informiert und diskutiert. Als größte Herausforderungen für die Landnutzer sah Flierl die Biodiversität, den Artenschwund und die nötige Verbesserung der Lebensraumvielfalt für viele bedrohte Tierarten. Wie sehr die Jäger gebraucht werden, werde einmal mehr in der Präventionsarbeit zur Vermeidung der afrikanischen Schweinepest (ASP) deutlich, deren Ausbruch verheerende Folgen nicht nur für die Tierhalter haben könne. Noch mehr müsse durch die Öffentlichkeitsarbeit der Bevölkerung klar werden, dass ohne die Jägerschaft, der Naturhaushalt in Wald und Flur in Unordnung geraten würde. In einem Kurzvortrag stellte Forstdirektor Peter Hummel vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sein Aufgabenfeld vor und begrüßte die Themenwahl mit der Wildtierlebensraumberatung, die nötiger denn je sei. Auch die Verbesserung der Verbissschutzmaßnahmen und der Umbau der Waldstrukturen seien Themen, die zügig angegangen werden müssen.

Neuer Chef stellt sich vor

Der neue Leiter der unteren Jagdbehörde am Landratsamt Schwandorf, Christoph Mühlbauer, der diesen Posten seit 1. Juli 2017 bekleidet, stellte sich vor. Er begrüßte die Präventivmaßnahmen zur Vermeidung der afrikanischen Schweinepest und erläuterte den Jägern die Möglichkeit der Nutzung von Nachtsicht-Vorsatzgeräten, wofür bei seiner Behörde ein Antrag gestellt werden müsse. Der designierte Kreisjagdberater Günther Hoffmann legte eine durchweg positiv zu beurteilende Bewertung der Erfüllung der Abschusspläne vor. Diese mache deutlich, dass die Jäger der Kreisgruppe Oberviechtach "ihre Hausaufgaben gemacht" haben, wobei das große Sorgenkind das Niederwild sei, deren Lebensraum außerhalb des Waldes stark eingeschränkt sei. Dies bestätigte in seinem Vortrag auch der Wildlebensraumberater der Oberpfalz, Balduin Schönberger (Bericht folgt).

Der langjährige Kreisjagdberater Herbert Krauthahn nutzte die Möglichkeit, sich von "seiner Jägerschaft" zu verabschieden und für die sehr gute Zusammenarbeit über Jahrzehnte hinweg zu danken. Seine Zeit sei von vielen Veränderungen geprägt und daher auch sehr spannend gewesen. Krauthahn wurde vom Kreisvorsitzenden Alexander Flierl mit Dankesworten und einem Präsent verabschiedet.

Die Nutzung von Nachtsicht-Vorsatzgeräten muss bei der Unteren Jagdbehörde beantragt werden.Christoph Mühlbauer

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