01.05.2017 - 20:00 Uhr
SchönseeOberpfalz

Landsmannschaft in München ist Geschichte

Trotz allen Wehmuts, die die Auflösung mit sich bringt, sieht die Vorsitzende der Schönseer Landsmannschaft in München der Realität ins Auge: "Es geht einfach nichts mehr", sagt Renate, als sie mit ihrem Ehemann Hans und Franz Reichenberger Fahne und Unterlagen über den Verein in Schönsee zur Aufbewahrung abliefert.

Hans und Renate Bayer (von links) übergeben mit Franz Reichenberger (Mitte) an Bürgermeisterin Birgit Höcherl und die Mitarbeiter des Bauhofs die Fahne der Landsmannschaft Schönsee und Umgebung in München sowie weitere Unterlagen zur Aufbewahrung. Bild: mmj
von Ludwig HöcherlProfil

(mmj) Die noch wenigen Mitglieder in München sehen "ihr Soll erfüllt", sagt die gebürtige Gaisthalerin, die in den vergangenen Jahren mit der Führung der Landsmannschaft betraut war. Wenn auch bereits vor einigen Jahren die Zeichen auf einen Niedergang zeigten, wurde die Fahne des Vereins so lange es ging hoch gehalten. "Andere Landsmannschaften gebe es schon lange nicht mehr", so Renate Bayer. Den jetzt noch in München lebenden Landsleuten aus Schönsee und Umgebung falle die Entscheidung für eine Auflösung schwer, dennoch sei es das sinnvollste, ergänzt sie weiter. Personen, die bei der Wiedergründung in den 50er Jahren dabei waren, seien heute weit über 80 Jahre alt. Um an Veranstaltungen in den letzten Jahren teilzunehmen zu können, war bereits bei vielen Mitgliedern die Unterstützung von Verwandten und Freunden Voraussetzung.

Auch Nachwuchs gab es im Verein so gut wie keinen mehr, Kinder und Enkel von Vereinsangehörigen hätten sich in der Landeshauptstadt bestens integriert und dort ihren Freundeskreis gefunden, wie auch ihr Ehemann, geboren in Dietersdorf, und Franz Reichenberger bestätigten. Gerne erinnern sich die drei Landsleute an die vielen Treffen und Festlichkeiten, die in München oder in Schönsee gefeiert wurden.

Renate Bayer dankte Bürgermeisterin Birgit Höcherl für die stete Verbundenheit zwischen der Stadt und den Landsleuten in München. Höcherl hob das Engagement der Vorstandschaft während der vergangenen Jahrzehnte hervor. Sie brachte Verständnis dafür auf, wenn aufgrund der personellen Situation der Mitglieder ein Fortbestehen der Landsmannschaft nicht mehr möglich sei. Für die Bürgermeisterin sei das fehlende Interesse von jungen Menschen an einer Mitgliedschaft ebenfalls ein Zeichen dafür, dass diese in ihrer Umgebung in München fest verwurzelt seien. Dazu sei es heutzutage gegenüber den Anfangsjahren des Vereins ein Leichtes, schnell ins Schönseer Land zu kommen. Ferner gebe es mit den inzwischen technischen Möglichkeiten immer eine schnelle Verständigung zueinander. Wie Renate Bayer anmerkte, halten die noch verbliebenen mobilen Mitglieder der 1906 gegründeten Landsmannschaft "so lange es geht" die monatliche Zusammenkunft am Stammtisch aufrecht.

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