19.11.2017 - 15:46 Uhr
SchönseeOberpfalz

Ort der Erinnerung und Mahnung

Worte von Krieg und Frieden, von Erinnerung und Mahnung, bestimmen die Ansprachen zum Volkstrauertag. Versöhnung, Wachsamkeit und Gebet seien bedeutend für eine friedvolle Zukunft.

In Gaisthal verlas Feuerwehrkommandant Josef Fleißer die Namen der Gefallenen und Vermissten. Wie in Dietersdorf und Schönsee legte Bürgermeisterin Birgit Höcherl einen Kranz am Ehrenmal nieder. Alois Sorgenfrei gedachte namens der Feuerwehr den Kriegsopfern mit einem Kranz. Bild: mmj
von Ludwig HöcherlProfil

"Wann lernen Menschen wirklich zu verstehen, dass Kriegsgewalt nur Leid und Not gebiert - wann werden endlich Hass und Krieg besiegt?" so Pfarrer Wolfgang Dietz nach den Gottesdiensten an den Ehrenmälern am Freitag in Dietersdorf und am Sonntag in Schönsee. Was sich weltweit heutzutage ereigne, könne nicht im Sinne der Toten sein. Mutig müssten Wege gewagt werden, die auch die Bereitschaft zur Versöhnung einschließen und Frieden und Freiheit für uns und die Welt sichern, so der Geistliche.

Für Bürgermeisterin Birgit Höcherl erfülle der Volkstrauertag zwei wichtige Aufgaben: das Gedenken an die Toten der Kriege und den Einsatz für den Frieden von heute. Sie sieht die Zukunft unseres Landes im Zusammenhang mit der Zukunft Europas. Leider rücke die Tatsache, dass wir seit 70 Jahren in Frieden und Freiheit leben dürfen, so die Bürgermeisterin in ihren Ansprachen in Dietersdorf, Gaisthal und Schönsee, mit Kritik an Europa oft in den Hintergrund.

Mahnung zur Wachsamkeit

Kriegerdenkmale, so Höcherl, seien Orte, die eindringlich spüren lassen, was europäisches Gegeneinander Schlimmes bewirken kann. Dabei erinnerte sie an das Denkmal "die weinende Mutter Elsaß", die ihre toten Söhne, von denen einer für Deutschland, der Andere für Frankreich gefallen ist, in den Armen hält. Anlässe wie der Volkstrauertag seien Aufforderung, sich täglich für Frieden und Freiheit einzusetzen.

BGR Pfarrer Michael Reitinger erinnerte bei der Messe in Gaisthal, dass Hunger und Krieg Geißel für die Menschheit seien. Der heutige Tag lenke den Blick auf die Krisenherde der Welt und mahne zum Frieden und zur Wachsamkeit. Der Volkstrauertag soll allerdings nicht nur das Gedenken, sondern auch das Gebet mit in den Vordergrund stellen.

Nach dem Gottesdienst blickte Kommandant Josef Fleißer auf die Geschehnisse kriegerischer Gewalt. Mit der Nennung der Namen der Gefallenen und Vermissten aus Gaisthal und Rackenthal erinnerte er an Schicksale vieler Mitbürger. Hauptmann Stefan Horky, mit einem Ehrenzug des Panzergrenadierbataillons. 122 an der Feier in Schönsee anwesend, hob in seiner Ansprache eine besondere Form der Erinnerung an kriegerische Auseinandersetzungen hervor. Beim letzten Fußball-Länderspiel in Wembley gedachten jeweils drei Soldaten Deutschlands und Englands mit einer Kranzniederlegung in der Mitte des Spielfeldes den Weltkriegsopfern. Der von beiden Mannschaften getragene Trauerflor symbolisierte die Verbundenheit.

Menschenrechte

"Den Frieden aufrecht zu erhalten, verlange aktives Eintreten für Demokratie, Freiheit und der Achtung der Menschenrechte", verdeutlichte Norbert Veitenhansl für die Krieger- und Soldatenkameradschaft. Er erinnerte daran, dass nationalistisches Treiben der Ursprung war, Europa in Schutt und Asche zu legen. Die Toten fordern dazu auf, sich aktiv für Frieden und Freiheit im Rahmen des Europäischen Bündnisses einzustehen.

Mit der Grenzlandblaskapelle Dietersdorf marschierten die Vereine zu den Gottesdiensten in den drei Kirchen. In Dietersdorf und Gaisthal begleitete die Musiker die Messe musikalisch, in Schönsee sang der Kirchenchor. Der Männerchor des Gesang- und Orchestervereins trug am Schönseer Kriegerdenkmal zur Gestaltung der Feier bei. Mit dem Lied vom guten Kameraden und dem Deutschlandlied endeten die Zeremonien an den Gedenkstätten, die Soldaten der Bundeswehr in den drei Orten flankierten.

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