09.02.2018 - 20:00 Uhr
Schönsee

Vortrag zur Schulfähigkeit Damit der Start in die Schule gelingt

"Der Übergang vom Kindergarten in das Schulleben ist ein einschneidender Schritt im Leben eines Kindes!" Dafür hat Beratungslehrerin Martha Wachter beim Informationsabend für die Eltern künftiger Schulkinder zahlreiche Beispiele parat.

Beratungslehrerin Martha Wachter (stehend) gab in der Grundschule Tipps, damit der Schulstart gut gelingt. Bild: mmj
von Ludwig HöcherlProfil

Rektorin Maria Pfistermeister begrüßte die Referentin aus dem Landkreis Cham. "Ich will Anregungen geben, wie Sie Ihr Kind während der nächsten Monate bis zum Schulbeginn unterstützen können", so Martha Wachter. Sie selber könne aus vielen Jahren Praxis, überwiegend mit Kindern in den ersten beiden Klassen, berichten.

Beim Erlernen des Lesens sollten die Eltern beispielgebend für das Kind sein. Das gemeinsame Betrachten eines Bilderbuches, Geschichten erzählen, vorlesen, und auch darüber sprechen - dies alles trägt wesentlich zur Förderung des Interesses am Lesen bei. Unumgänglich sei dazu das Erwecken des phonologischen Bewusstseins. Spielerisch werden dabei Geräusche unterschieden, Tonlängen- und -höhen erkannt. Damit einhergehend stärkt diese Praxis das Bewusstsein für das Zerlegen der Worte in Silben und der Trennung nach Lauten.

Ordnung halten

Schreiben setze neben intakten Sinnesorganen feinmotorische Fertigkeiten voraus. Beim Ausmalen von Vorlagen und Flächen sei auf das Einhalten von Begrenzungen genauso zu achten, ebenso darauf, dass der Stift richtig gehalten wird.

Ein Rückschluss auf Fertigkeiten gebe es selbst bei der Beobachtung, ob sich das Kind alleine an- und ausziehen kann. Die Förderung der Feinmotorik könne durch viel Bewegung, basteln, balancieren oder ebenso durch rhythmisches Klatschen erreicht werden. "Generell Ordnung halten" helfe beim Schreiben, betonte Martha Wachter und nannte als Beispiele unter anderem ein aufgeräumtes Kinderzimmer, einen geregelten Tagesablauf aber auch - zumindest während der Schulwoche - ein regelmäßiges Zu-Bett-gehen.

Im Bezug auf Rechnen haben die Kinder bereits vorschulische mathematische Erfahrungen sammeln können, so die Referentin. Mit vergleichen, einordnen, einteilen und zählen seien zur Vertiefung immer Möglichkeiten ohne spezielle Aufgabenstellung gegeben. Die Förderung des mengen- und zahlenbezogenen Vorwissen werde mit Abzählreimen, Finger- und Gesellschaftsspielen (z. B. "Mensch-ärgere-dich-nicht") verstärkt und vermittle, dass Mathematik überall im täglichen Leben zu finden ist.

Für die allgemeine Schulfähigkeit eines Kindes sei körperliche, soziale, emotionale und kognitive Kompetenz von Bedeutung. Besonders für die sprachliche Entwicklung verwies die Beratungslehrerin darauf, dass mit dem Kind viel gesprochen (erzählen, fragen, antworten) und dabei auf die Ausdrucksweise mit vollständigen Sätzen Wert gelegt wird. Eltern seien Vorbilder für qualitativ gute Sprachmuster. Zu den weiteren Empfehlungen gehörten, dass dem Kind ausreichend Zeit zum Spielen oder einfach zum Nichts-tun gegeben wird.

Eltern als Vorbilder

Für einen gelingenden Start in den Lebensabschnitt "Schule" empfahl Martha Wachter den Anwesenden Interesse für das Schulleben des Kindes zu zeigen. Von Bedeutung sei dazu Lob und Anerkennung auszusprechen, aber auch Misserfolge zu hinterfragen und zu erklären.

Sie sprach aber gegenüber den Anwesenden ebenso die Bitte aus zu vermeiden, dass im Beisein des Kindes negativ über den bzw. die Lehrer oder über die Schule gesprochen wird.

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