09.02.2018 - 16:08 Uhr
Schwandorf

August Zirner und Sven Faller Vereint in der Liebe zur Musik

Bei einem "Dreh" haben sich die beiden kennengelernt. Der Schauspieler August Zirner spielt zur Überbrückung der Wartezeit auf der Querflöte, und der für den Film ebenfalls engagierte Musiker Sven Faller "antwortet" ihm mit dem Kontrabass. Aus dieser musikalischen Zwiesprache ist Freundschaft geworden.

August Zirner (links) und Sven Faller (rechts) plauderten und musizierten miteinander. Bild: Hirsch
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Bald merkten die Künstler, dass sie weitaus mehr verbindet, als nur die Musik. Beim "Live-Talk" im ausverkauften Dachgeschoss des Oberpfälzer Künstlerhauses plauderten sie über ihr Leben in Amerika. Zirners Eltern lebten in Österreich und flohen vor den Nazis nach Amerika. In Illinois kam August als "Wunderkind" zur Welt, denn seine Mutter konnte eigentlich keine Kinder bekommen, wurde nach 15 Jahren aber dennoch schwanger.

"Ich wollte von Beginn an Schauspieler werden", erzählt der 62-jährige Grimme-Preisträger. Seine Mutter schickte ihn zurück in die alte Heimat. In Wien sollte er die Schauspielschule besuchen, obwohl er die deutschen Texte nicht lesen konnte. Seit über 40 Jahren lebt der Künstler nun in Deutschland und hat in 120 Filmen mitgespielt. Seine Verbindung zu seiner Heimat und vor allem die Liebe zur amerikanischen Musik sind geblieben. Auch Faller lebte mehrere Jahre in Amerika und arbeitete in dieser Zeit mit namhaften Musikern zusammen. Der 1969 in Bad Kreuznach geborene Bassist und Buchautor hat inzwischen seinen Lebensmittelpunkt nach Schwandorf verlegt und hier die Reihe "Live-Talk & Music" ins Leben gerufen.

In seinem Werk "Night Music" beschreibt Sven Faller musikalisch und lyrisch die Magie der Nacht. Schauspieler August Zirner rezitierte einige Textpassagen mit autobiographischen Inhalten über den Autor. "Talk & Music" - unter diesem Motto plauderte und musizierte Sven Faller mit seinem prominenten Gast. "Natur Boy" ist ein Popsong von Eden Ahbez, der von einem Jungen erzählt, der in der Welt umherreist und feststellt: "Zu lieben und geliebt zu werden, ist das größte Geschenk."

August Zirner beklagt "die Rohheiten" in Amerika und versteht nicht, "warum jeder eine Waffe braucht, um sein Eigentum zu verteidigen". Mit der Jazz-Komposition "In A Sentimental Mood" erinnerte das Duo an den berühmten Komponisten Duke Ellington. Es folgten der Jazz-Evergreen "Take Five" von Paul Desmond, Stücke von Miles Davis und weitere amerikanische Jazz-Standards. Die Schwandorfer können August Zirner bald wieder sehen. Dann auf der Leinwand. Denn der Schauspieler wirkt im Kinofilm "Wackersdorf" mit, der im Herbst anläuft.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp