22.09.2017 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Bezirk Oberpfalz kauft Arbeiten von Maria Maier, Susanne Neumann und Vasily Plotnikov: "Die Welt ist in der Oberpfalz zu Hause"

Naturverbundenheit und internationales Potenzial: Das sind die Stichworte, mit denen die neuen Kunstwerke im Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf am ehesten beschrieben werden können. Der Bezirk Oberpfalz hat in diesem Jahr Arbeiten von Maria Maier, Susanne Neumann und Vasily Plotnikov angekauft.

Sie stellten die Neuerwerbungen der "Sammlung Bezirk Oberpfalz vor"(von links): die Künstler Vasily Plotnikow und Susanne Neumann, die Leiterin des Oberpfälzer Künstlerhauses Andrea Lamest, die Künstlerin Maria Maier, Schwandorfs Oberbürgermeister Andreas Feller, der Kulturreferent des Bezirkstags der Oberpfalz Thomas Gabler sowie Bezirkstagspräsident Franz Löffler. Bild: Wolke
von Susanne WolkeProfil

Das muss man dem Bezirk Oberpfalz lassen: Er beschränkt sich nicht nur aufs Reden. Werbewirksame Aussagen wie "die Oberpfälzer Kunstszene braucht den Vergleich mit anderen Regionen und auch mit den Metropolen nicht zu scheuen", werden tatkräftig unterstrichen. Soll heißen: finanziell.

Alljährlich kauft der Bezirk gezielt Werke von Oberpfälzer Künstlern an. Die "Sammlung Bezirk Oberpfalz", die im Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf untergebracht ist, wird somit kontinuierlich erweitert. Insgesamt 52 Werke fanden in den vergangenen sieben Jahren auf diesem Wege Einzug in die "Sammlung Bezirk Oberpfalz". Heuer sind es fünf Arbeiten von drei Künstlern, die nun im Oberpfälzer Künstlerhaus vorgestellt wurden.Maria Maier, Susanne Neumann und Vasily Plotnikov: Die heuer ausgewählten Künstler stehen für die oben zitierte Aussage von Bezirkstagspräsident Franz Löffler: Die Oberpfälzer Kunstszene steht anderen Regionen und Metropolen in nichts nach, "die Welt ist in der Oberpfalz zu Hause".

Kosmopolite Offenheit

Schließlich zeichnen sich alle drei Künstler gerade durch kosmopolite Offenheit aus. Da ist Maria Maier, die die Motive ihrer malerisch überarbeiteten Fotografien in aller Welt findet. Weiter Susanne Neumann. Sie war über Jahre hinweg enge Mitarbeiterin Daniel Spoerris und hat einen Wohnsitz in Wien. Ihrer Heimat Waldsassen, wo sie das Haus ihrer Eltern übernommen hat, bleibt sie dennoch treu.

Und schließlich Vasily Plotnikov. Er wurde in Sotschi geboren und kam als junger Mann von Russland nach Deutschland. Niedergelassen hat er sich in Schwarzhofen, wo er ein Atelier und einen Schauraum betreibt.

Dass sich alle drei Künstler zudem mit einem weiteren Pluspunkt der Oberpfalz in Verbindung bringen lassen, mag Zufall sein, liegt aber wohl an der konkreten diesjährigen Auswahl. "Abseits der Ballungsräume hat die Oberpfalz neben der kulturellen Reichhaltigkeit noch viel mehr zu bieten", heißt es weiter vonseiten des Bezirks Oberpfalz, "nämlich gewachsene Tradition und viel ursprüngliche Natur - beides Aspekte, die auch die Oberpfälzer Künstler immer wieder inspirieren."

Tatsächlich kennzeichnet die Werke aller drei vertretenen Künstler eine Naturverbundenheit. Ganz offensichtlich ist dies bei den drei Bildern Maria Maiers aus dem Werkkomplex "Blütezeit". Blüten bieten in diesen Foto- und Papierarbeiten die Grundlage. Ihre Farbenpracht hat Maria Maier noch unterstrichen durch hinzugefügte bunt-abstrakte Malerei.

Archaische Lebensart

Die Natur ist auch das grundlegende Element in den Arbeiten des Holzbildhauers Vasily Plotnikov. Vorzugsweise aus Hartholz wie Obstbäumen arbeitet der Künstler mit der Kettensäge amorphische, in ihrer lebendigen Wirkung geradezu pulsierende Figuren heraus. Die Skulptur "Rückgrat", die der Bezirk Oberpfalz nun erworben hat, ähnelt der titelgebenden Knochenstruktur, hat in ihrer Erscheinung auch etwas pflanzliches.

Von einer naturverbundenen, geradezu archaischen Lebensart mit direktem Bezug zur Oberpfalz zeugt die Arbeit Susanne Neumanns. "Großvaters Sägebock" lautet der Titel ihrer Bronzeskulptur. Mit dem guten alten Stück hat die Künstlerin auch eine Erinnerung aus ihrer Kindheit in Bronze gegossen. "Noch vor dem Frühstück und Großvaters Kirchgang wurde immer eine halbe Stunde gesägt", erzählt Susanne Neumann. Heute ist der von ihr in Bronze verewigte Bock "Relikt und Reliquie" in einem. Und zugleich Zeugnis "einer noch auf das menschliche Maß konzentrierten Welt".

Die neu angekauften Arbeiten aller drei Künstler werden im kommenden Februar und März öffentlich zu sehen sein. Traditionell stellt der Bezirk Oberpfalz dann einen Teil seiner Sammlung im Rahmen einer Ausstellung vor - mit den Neuerwerbungen im Mittelpunkt. "Durch die Ankäufe möchte der Bezirk die Oberpfälzer Kunstszene unterstützen und gleichzeitig verdeutlichen, welch großes schöpferisches Potenzial hier am Werk ist." Diese Aussage hat doch Hand und Fuß.

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