01.10.2017 - 16:50 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Dreharbeiten beginnen: "Wackersdorf" erzählt von Mut

Im Herbst nächsten Jahres wollen Produzent Ingo Fliess und Regisseur Oliver Haffner mit ihrem Spielfilm "Wackersdorf" die Kinoleinwände erobern. In wenigen Tagen beginnen im Landkreis Schwandorf dafür die Dreharbeiten. Und ein Mann steht dabei besonders im Mittelpunkt.

Produzent Ingo Fliess (l.) und Regisseur Oliver Haffner nehmen sich mit einem Spielfilm der WAA-Geschichte und der Person Hans Schuierer an. Bild: Holger Stiegler
von Holger Stiegler (STG)Profil

Die Oberpfalz und besonders ein Teil ihrer jüngeren Vergangenheit rücken in den Brennpunkt: Es geht um die geplante Errichtung der Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf. "Die Dreharbeiten beginnen am 5. Oktober", kündigt Produzent Ingo Fliess an. Beheimatet ist die eigene Produktionsfirma in München, er selbst stammt aber ursprünglich aus Sulzbach-Rosenberg. Regie führt Oliver Haffner aus München, der gemeinsam mit Gernot Krää auch das Drehbuch geschrieben hat. Schwandorf, Bodenwöhr, Roding - das sind nur einige der Drehorte, die sich das Produktionsteam ausgesucht hat. Geplant ist, dass die Dreharbeiten bis zum 12. November dauern. Der Handlungsbogen des Films wird von 1981 bis 1986 geschlagen. "Wir hören mit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl auf", sagt Oliver Haffner.

Er und Fliess machen deutlich, dass nicht die Geschichte der Gewalteskalation erzählt wird in dem Film. "Es geht um das persönliche Drama eines lokal verantwortlichen Politikers und um das politische Drama auf lokaler und Landesebene", so Fliess.

Bekannte Mimen

Gemeint ist damit natürlich der damalige Schwandorfer SPD-Landrat Hans Schuierer - übrigens der einzige Protagonist, der auch im Film so heißt. Dargestellt wird er vom österreichischen Schauspieler Johannes Zeiler. Ebenfalls zum Cast gehören bekannte Fernsehschauspieler wie August Zirner, Fabian Hinrichs ("Franken-Tatort"), Peter Jordan und die aus Schwandorf stammende Anna Maria Sturm.

Den beiden Filmemachern geht es nicht darum, ein Doku-Drama zu schaffen. Mit einem Spielfilm begebe man sich auch in den Bereich der Fiktion, stellen sie fest. Etwa 90 Prozent des Filmes wird gedreht, für den Rest wird auf Archivaufnahmen zurückgegriffen. "Die Bilder, die sich damals eingeprägt haben, erklären nichts", betont Haffner. Sie seien das Ergebnis eines Prozesses und dieser Prozess werde zu erklären versucht.

Das Thema Wackersdorf sei in der Region immer noch ein "heißes Eisen", es gebe Wunden von damals, die immer noch nicht verheilt seien. Das habe man im Gespräch mit Zeitzeugen wie eben Hans Schuierer und vielen anderen gemerkt. "Wir spüren schon, dass wir eine große Verantwortung mit dem Film übernehmen", sagt Fliess.

Das Produktionsteam umfasst etwa 50 Personen, vor der Kamera haben etwa 35 Personen sprechende Rollen. "In den vergangenen Wochen haben wir zudem etwa 600 Komparsen aus der ganzen Region gefunden", so Fliess. Einige von ihnen hätten auch einen engen Bezug zur WAA-Geschichte.

Mit kleinem Budget

Rund 30 Drehtage sind angesetzt für diesen, wie der Produzent betont, "niedrig budgetierten" Film. Zugreifen können die Filmemacher auf verschiedene Töpfe der Filmförderung, als Koproduzenten konnten ARTE und der BR gewonnen werden. Der bundesweite Kinostart ist für Herbst 2018 avisiert, etwa ein Jahr später soll der Film auch im Fernsehen gezeigt werden.

Sehr froh sind Fliess und Haffner darüber, dass sie in der Region viele offene Türen finden, um den Film zu realisieren. "Das ist in München nicht immer so", ergänzt Haffner. Die Geschichte der WAA sei mittlerweile natürlich historisch und doch hat der Film auch eine Botschaft für die Gegenwart. Denn es werde auch von "zivilgesellschaftlichem Mut" erzählt, wie der Regisseur betont: "Und der ist auch gerade heute und jetzt gefragt!"

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