Eröffnungskonzert der Konrad-Max-Kunz-Tage in Schwandorf präsentiert Werke von Antonin Dvorak
Bayerisch-tschechische Zusammenklänge

Kultur
Schwandorf
16.04.2013
0
0
Der Schwandorfer Oberbürgermeister Helmut Hey weist in seinen Begrüßungsworten darauf hin: Auch die 4. Konrad-Max-Kunz-Tage zeugen wie die anderen von böhmisch-bayerischer Klangverwirklichung. In diesem Falle werden die Tage eröffnet von bayerischen Sängern in Zusammenklang mit tschechischen Musikern.

Die zwei Solistinnen und zwei Solisten werden jeweils vorgestellt in vier der "Biblischen Lieder" aus op 99 von Antonin Dvorak. Eva Müllerová setzt ihren geschmeidigen Sopran ein, Sylva Cmugrová ihre kräftige Altstimme, Petr Strnad gestaltet mit seinem feinen Tenor, Thomas Peter bietet seinen profunden Bass.

Ehrerbietig und glaubensfest

Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie je nach den Ideen des Komponisten durchaus ehrerbietig und ebenso glaubensfest auftreten. Sie loben, jubeln und wissen stets, was sie an Gott, dem Halt ihres Lebens, haben. Premysl Ksica begleitet an der Orgel aufmerksam und unterstützt in abgestimmter Tonfülle wie in geeigneter Tonmischung die Aussagen der Singstimmen.
Und dann erklingt das Hauptwerk des Nachmittags, die "Messe D - Dur" op 86 von Antonin Dvorak in der 1887 erschienenen Erstfassung mit Orgelbegleitung. Erst 1892 instrumentierte er das Werk. Machtvoll steigernd singt der "Oratorienchor Schwandorf" das feierlich getragene "Kyrie", umrahmt damit das auch solistisch vorgetragene liebliche "Christe Eleison". Die aufeinander abgestimmte Sangeskultur des Solistenquartetts überzeugt.

Verschiedene Stimmungen prägen das folgende "Gloria", das festlich beginnt, in einer kleinen Fuge das Lob Gottes äußert ("Adoramus te"), eindringlich auf die unübertreffbare Tat von Jesus Christus eingeht ("qui tollis peccata mundi") und gerade deshalb in gewaltiger Steigerung den Retter mit einem gewaltigen "Amen" preist.

Chor und Organist brillieren in der Verdeutlichung dieser musikalischen Facetten. Das "Credo" setzt die Reihe der unterschiedlichen Stimmungen fort. Kein Wunder, denn immerhin gestaltet es in jeder Messe den Kern des Glaubens. Deshalb der optimistische Beginn. "Credo in unum Deum" ist eine Gewissheit und zugleich Versicherung des jenseitigen Weiterlebens. Aber der Weg dorthin bedeutet eben "homo factus est" und sogar "crucifixus et sepultus".
Das ist in jeder vertonten Messe eine Stelle besonders grausamer Moll- Klänge. Umso glanzvoller die freudige Mitteilung "Et resurrexit", deren in erhebende Akkordfolgen eingebettete Aussagen auf die Erlösung hinweisen. Das ruhige, aber dennoch glanzvolle "Sanctus Dominus" verstärkt diese Freude bis zum jauchzenden "Hosanna".

Riesiger Beifall

Ihm folgt das "Benedictus", welches mit einem Orgelsolo beginnt und mit Chorgesang fortsetzt, der innig und leise den Gottessohn preist. Folgerichtig als Kontrast nochmals laut und jubelnd das "Hosanna". Das sehnsuchtsvolle "Agnus Dei" wird vom Solistenquartett vorgetragen, das damit letztmalig in diesem Werk Dvoraks Fähigkeit, Schmerz in Tönen zu gestalten, eindrucksvoll vorführt. Dann klingt die Vertonung des Messetextes in dreifachem Piano "dona nobis pacem" einfach und doch sehnsuchtsvoll aus.

Riesiger Beifall für eine großartige Leistung des Schwandorfer Oratorienchores, der Solisten und natürlich vor allem des Mannes, der das alles einstudiert hat und leitet: Marek Vorlicek hat wieder einmal seine Fähigkeit, ein Konzert vorzubereiten und durchzuführen, glänzend nachgewiesen. Als Zugabe erklingt noch einmal der erste Teil des "Kyrie".
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.