Führung durch den Pfleghof
Dienstleistung im Denkmal

Architekt Andreas Hottner (links) führte die Besucher durch den historischen Pfleghof, dessen Sanierung er vor zehn Jahren geplant hatte. Das Gebäude beherbergt jetzt unter anderem die Volkshochschule und das Tourismusbüro. Bilder: Hirsch(2)
Kultur
Schwandorf
10.09.2017
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Nicht nur wegen der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg haben historische Gebäude im Stadtbild Seltenheitswert. Die Geschichte eines besonders prominenten Ensembles stand am Sonntag beim "Tag des offenen Denkmals" einmal mehr im Blickpunkt.

"Wir müssen die wenigen alten Gebäude, die wir noch haben, authentisch erhalten", forderte Andreas Hottner bei der Führung durch den historischen Pfleghof aus dem 16. Jahrhundert. Die Stadt hatte den Architekten vor zehn Jahren beauftragt, die Sanierung des Ensembles zu planen. Andreas Hottner ist heute stolz auf "sein" Werk und sagt: "In diesem Gebäude erlebt man ein Stück Stadtgeschichte".

Das Haus biete repräsentative Räume für die Volkshochschule, das Tourismusbüro und die Mittagsbetreuung der Gerhardingerschule, so der Architekt. Moderne Dienstleistung also im Denkmal. Die Stadt investierte vier Millionen Euro in die Sanierungsmaßnahmen und bekam dafür Gelder über die Städtebauförderung. Umstritten war lange Zeit die Optik des Gebäudes. Nach kontroversen Diskussionen habe man sich für den Glasanbau zur Erschließung der Obergeschosse entschieden. "Und das war gut so", ist Andreas Hottner im Nachhinein überzeugt.

214 000 Euro wird die Sanierung des Türmerhauses in Schwandorf kosten, für das der Oberpfälzer Waldverein die Trägerschaft übernommen hat. Vorsitzender Erwin Mayer führte die Besucher am Tag des Denkmals durch die Räume des historischen Gebäudes aus dem 15. Jahrhundert, das einst der Familie von Konrad Max Kunz als Wohnung diente. In den nächsten Monaten erfolgt die Sanierung des Dachstuhls, der Fundamente und des Ringankers sowie der Einbau der Fenster und Türen. "Im Juli 2018 wollen wir den Betrieb aufnehmen", kündigt Erwin Mayer an. Beim Bürgerfest feierte die neue Terrasse schon erfolgreich Einstand.

Installation, Video und Malerei - mit diesen Ausdrucksformen gestalteten vier Künstler die Ausstellung "Finding the Forest", die am Sonntag im Oberpfälzer Künstlerhaus zu Ende ging. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, die Kirchtürme St. Jakob und Kreuzberg zu besteigen und die Aussicht auf die Stadt zu genießen. 90-minütige Führungen durch Bayerns größtes Felsenkeller-Labyrinth boten die Gästeführer zur vollen Stunde an. Anziehungspunkte waren auch der historische Blasturm und das Stadtmuseum mit der Ausstellung "Malen mit Licht" (14 bis 17 Uhr).

Bei den 90-minütigen Stadtführungen lernten die Teilnehmer die wichtigsten Denkmäler kennen. Ein bewährtes Angebot war auch die Führung von der Petruskapelle aus zum Fronberger Schloss.
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