15.09.2008 - 00:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Jubiläumsausstellung: Seit 20 Jahren fördert das Oberpfälzer Künstlerhaus den kulturellen ... "Amerika trifft Bayern" in Regensburg

von Susanne WolkeProfil

"Amerika trifft Bayern": Für das Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf-Fronberg gilt dies seit 20 Jahren. Zwar ist das "Virginia Center for the Creative Arts" nicht der einzige internationale Partner der Schwandorfer Einrichtung, wohl aber der älteste: Seit das Künstlerhaus 1988 in der Kebbel-Villa eröffnet wurde, pflegt es ein reges Austauschprogramm mit Künstlern des amerikanischen Partnerhauses. Anlässlich seiner Jubiläumsausstellung in den Räumen des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg präsentiert die Einrichtung daher mehr als 30 Künstler aus Bayern und aus Amerika. Der Titel der Schau: "Amerika trifft Bayern".

Amerikanischer Pioniergeist

"Am Anfang gab es eine Tasse Kaffee, einen Handschlag - und der Kontakt war hergestellt." Heiner Riepl, Leiter des Oberpfälzer Künstlerhauses, ist noch heute angetan "vom typischen amerikanischen Pioniergeist". Den legte Bill Smart vor nunmehr 20 Jahren an den Tag. Der damalige Direktor des "Virginia Center for the Creative Arts" war Mitinitiator des amerikanisch-bayerischen Künstleraustauschs: Nur wenige Monate nach dem ersten Kontakt mit Schwandorf brachen bayerische Künstler in Richtung Virginia auf, und in Schwandorf trafen die ersten amerikanischen Gastkünstler ein.
Ein ganzes Netzwerk ist aus diesem Schritt mittlerweile entstanden: Das Oberpfälzer Künstlerhaus pflegt Kontakte zu einer Reihe von internationalen Partnerhäusern. Das "Künstlerhaus II" mit seinen Gastateliers steht jedes Jahr etwa 20 bildenden Künstlern, Schriftstellern und Komponisten aus Irland, Finnland oder Russland für einen Arbeitsaufenthalt zur Verfügung. Ausstellungsräume bietet die Kebbel-Villa, die sich auch durch Konzerte, Dichterlesungen und Theateraufführungen einen festen Platz im kulturellen Leben der Region erworben hat.

Der besondere Kontakt zwischen Schwandorf und Virginia besteht nach wie vor. Gäste aus Amerika sind es daher, die gemeinsam mit den Oberpfälzern in der Jubiläumsausstellung vertreten sind. Im Regensburger Kunst- und Gewerbeverein zeigt ein buntes Potpourri aus Malerei, Grafik und Skulptur den gegenseitigen Austausch. Da stehen etwa die akribisch festgehaltenen Regensburg-Ansichten des New Yorkers Danny Hauben neben den "Echoes of Harlem" der gebürtigen Zwickauerin Christine Rieck-Sonntag.
Generell ist bei den amerikanischen Künstlern ein größerer Hang zur Gegenständlichkeit bemerkbar als bei den bayerischen Kollegen. Den abstrakten Kompositionen Heiner Riepls, Paul Schinners oder Maria Seidenschwanns stehen auffällig viele figürliche Arbeiten aus Übersee zur Seite: Rene Lynchs detailreiche Mädchenporträts zwischen Blumen und Vögeln, Sue Johnsons Illustrationen von Muscheln, Schneeflocken und Zebras oder Tabitha Vevers' exakt wiedergegebene, in ihrer Deformation aber surrealistische Menschen im Zyklus "Eden". "Die Vielfalt der Inspiration ist spürbar", sagte Thomas Hanauer bei der Eröffnung der Jubiläumsausstellung. Der Vorsitzende des Fördervereins Oberpfälzer Künstlerhaus sieht darin eine Motivation für den Förderverein als Träger des internationalen Künstleraustauschs, auf dem gleichen Weg weiterzumachen. "Denn dies alles wäre nicht möglich ohne Unterstützung." Vielen 100 privaten und öffentlichen Förderern dankte Hanauer.

Provinz im Kopf


"Das Oberpfälzer Künstlerhaus ist eine Stätte der Begegnung und des Austauschs", meinte auch Helmut Hey, Oberbürgermeister der Stadt Schwandorf. "Es bringt bayerische Künstler in die Welt hinaus und internationale Künstler zu uns." "Provinz findet nicht auf der Landkarte statt, sondern im Kopf."

Die Ausstellung "20 Jahre Oberpfälzer Künstlerhaus - Amerika trifft Bayern" ist bis zum 12. Oktober im Kunst- und Gewerbeverein Regensburg zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr.

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