08.08.2017 - 16:06 Uhr
SchwandorfOberpfalz

"Malen im Park" beim Künstlerhaus: Fast wie Urlaub

Der Park am Oberpfälzer Künstlerhaus ist eine Idylle. Das wissen nicht nur die Fronberger Nachbarn des Kulturtempels. Jahr für Jahr nutzen viele ambitionierte Hobbykünstler das Angebot und stellen ihre Leinwände bei "Malen im Park" unter schattenspendenden Bäumen auf.

"Für mich ist das wie Urlaub hier", sagt Luise Meier. Sie widmet sich diesmal einem Landschaftsmotiv. Bilder: paje (2)
von Redaktion OnetzProfil

Seit 1988 gibt es die Ferienaktion "Malen im Park" bereits. Andreas Karlstetter ist seit einigen Jahren Leiter der Aktion und steht den Besuchern mit professionellem Rat und Tat zur Seite. Er ist Kunsterzieher am Gymnasium in Eichstätt, doch "Malen im Park" bietet ihm eine schöne Abwechslung in den ersten zwei Wochen der Sommerferien.

Die Mischung zwischen Jung und Alt ist dieses Jahr ziemlich ausgewogen. Auch die ganz Kleinen möchten sich an den Leinwänden probieren und mithelfen. Die Aktion ist wieder gut besucht. In erster Linie geht's natürlich um das Malen - aber auch darum einfach Zeit mit Gleichgesinnten zu verbringen. "Für mich ist es wie Urlaub hier", sagt Luise Meier. Sie ist schon seit elf Jahren dabei und trifft hier auf alte Bekannte. Sie erzählt, dass sie sich zwar mit keinem verabredet, aber jedes Jahr wieder viele bekannte Gesichter dabei sind. So haben sich aus der Aktion bereits Freundschaften entwickelt. Auch Alina Kraus und Eva Birzer verbringen den Beginn ihrer Sommerferien unter freiem Himmel.

Einiges gelernt

Dieses Jahr sind sie zum zweiten Mal hier. Für sie ist die Malerei ein Hobby - bei der Aktion am Künstlerhaus haben sie aber auch schon einiges gelernt. "Als Kind habe ich nur Zick-Zack-Muster hinbekommen, mittlerweile gefallen mir meine Bilder gut", sagt Eva Birzer. Die Inspiration für ihre Bilder, sagt Alina Kraus, komme hier im Park "von ganz allein." Dieses Jahr hat sie ihre Helden eines Computerspiels auf die Leinwand gebannt.

Auch erfahrene Maler genießen die Woche im Park, wie Raimund Techert. Er kommt schon seit über 20 Jahren jedes Jahr wieder. "Malen ist für mich nicht nur eine Beschäftigung oder ein Zeitvertreib. Wie jeder Mensch Hunger hat, so ist das Malen für mich. Es ist alles für mich." Wichtig ist für ihn auch, dass sich jeder selbst treu bleiben und eigene Ideen verwirklichen soll. Abpausen komme nicht infrage.. "Beim Malen gibt man sein Inneres frei. Die Malerei soll ja Aufmerksamkeit erfragen", erzählt er.

Ein paar seiner Bilder hat er bereits verkauft, die anderen stapelt er bei sich zu Hause. Er ist sich sicher, dass man hier viel dazu lernen kann und so den Drang verspürt, sich selbst weiterzuentwickeln, auch wenn man schon so lange dabei ist. "Eine schöne Abwechslung ist es für mich", sagt Techert über die Aktion im Park. Sein Bild, inspiriert von Werken aus dem 19. Jahrhundert, ist nach zwei Wochen im Park erst zur Hälfte fertig. Zu Hause wird er dann daran weiterarbeiten. Für ihn ist es auch interessant, wieder mit Ölfarben zu malen. Die Ölfarben, Pinsel und Paletten gibt's vom Künstlerhaus, die Leinwände gegen ein Entgelt.

Noch bis Freitag

Für ein bisschen Verpflegung mit Kaffee und Kuchen ist im benachbarten Sperl-Stadel auch immer gesorgt. Der dient auch als Unterschlupf bei schlechtem Wetter. Die Aktion läuft noch bis Freitag, 11. August. Und nächstes Jahr? Wird der Park am Künstlerhaus sicher wieder zum Malerwinkel. Und Luise Meier trifft wahrscheinlich wieder einige bekannte Gleichgesinnte.

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