06.03.2018 - 20:00 Uhr
Schwandorf

Melodien entführen zu musikalische Ferien in den Süden Mitreißender italienischer Gesang

Es muss nicht über den Brenner gehen, um einen Kurzurlaub in Italien zu genießen: Das Publikum in der Spitalkirche erlebte "Vacanza in Italia" beim "Freitagskonzert" der Volkshochschule.

Wolfgang Schreiegg, Gudrun Mulzer, Werner Wallner und Moderator Wolfgang Stauber (von links) boten einen gelungenen Abend. Bild: tie
von Reinhold TietzProfil

Schnell machte sich Entspannung breit und die Gäste genossen die herrlichen Melodien. Zu den jeweiligen Stücken moderierte Wolfgang Stauber mit kurzen und dennoch wichtigen Informationen zu den für diesen Abend ausgewählter Opernarien und virtuosen Stücken von Salonmusik aus dem 19. Jahrhundert. Die Vortragsfolge begann mit der Arie "Caro mio ben" von Tommaso Giordani, worin Gudrun Mulzer mit anrührender Sopranstimme und Wolfgang Schreiegg in stets aufmerksam genauer Klavierbegleitung den "lieben Schatz" huldigten. Von Vincenzo Bellini folgte die Arietta "Vaga luna che inargenti". Werner Wallner widmete sich mit seiner hellen starken Tenorstimme dem herumirrenden Mond.

Der Sopranistin war das gesungene Gebet der Desdemona "Ave Maria, piena di Grazia" aus "Othello" von Giuseppe Verdi vorbehalten, Mulzer bot das Stück in eindringlich feierlichem Tonfall. Vom gleichen Komponisten folgte das Duett "Parigi o cara" aus "La Traviata", das Gudrun Mulzer und Werner Wallner emphatisch engagiert gestalteten. Das berühmte Largo aus "Rinaldo" von Georg Friedrich Händel erklang stimmlich: "Lascia ch'io pianga" ist eine traurige Arie, die der Sopranistin eine wehmütige Stimmung abverlangt. Gudrun Mulzer dabei zu hören, war ein Genuss. Schwermütig auch das nächste Lied: Bei "Malinconia" von Bellini gab Werner Wallner seiner Stimme die Kraft, die Melancholie der Stimmung den Zuhörern nahezubringen. Gudrun Mulzer widmete sich daraufhin der Arie "Tu che di gel sei ginta" aus "Turandot" von Giacomo Puccini in intensiver Gestaltung.

Im zweiten Duett des Abends ging es nicht um Schmerz sondern um die Beglückung durch die Liebe. Aus "Don Giovanni" von Wolfgang Amadeus Mozart ertönte das Duettino "La ci darem la Mano" mit der tiefsinnigen Bedeutung des Reichens der Hände als gegenseitiger Vertrauensbeweis. Drei Lieder von Francesco Paolo Tosti folgten. Zuerst sang der Tenor "Malia" mit kräftiger Stimme, der man Behexung zutrauen könnte. Dann folgte "La Serenata", eine Abendmusik, von der Sopranistin glaubhaft vorgeführt. Ganz anders erklang "Vucchella", das der Tenor herrisch klangvoll vorführte.

Das letzte Musikstück stammte von T. Cottrau. "Santa Lucia" ertönte als lyrisches Duett in abwechselnder Gestaltung durch Sopran und Tenor, bis die Schlussetappe von beiden mit vollen Stimmen gestaltet wurde. Als Zugaben erklangen "O mio babbino caro" für Sopran von Puccini, "O sole mio" für Tenor von Eduardo di Capua und "Guten Abend, gute Nacht" von Johannes Brahms, von beiden gesungen. Sängerin und Sänger hinterließen einen sehr professionellen Eindruck, der Pianist vermochte die stimmlichen Aussagen stets mit passenden Begleitfiguren zu untermalen. Ein gelungener italienischer Ferienabend!

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