Stadt Schwandorf und Pianist Stefan Mickisch feiern am 22. Mai Wagners 200. Geburtstag
"Die Feen" und eine "fetzige Rienzi-Ouvertüre"

Kultur
Schwandorf
04.05.2013
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"Spielen Sie nicht so viel Wagner! Damit können Sie später nichts machen!". Der wohlmeinende Ratschlag seines Lehrers klingt Stefan Mickisch bis heute in den Ohren. Eine nette Anekdote aus der Zeit, bevor ihm seine Wagner-Liebe zu einem der gefragtesten Künstler unserer Zeit machte. "Dem haben Sie es aber gezeigt", so Helmut Hey, Oberbürgermeister der Stadt Schwandorf, schmunzelnd.

"Zwei große Söhne"

Versprochenermaßen sitzt er in der ersten Reihe, wenn Stefan Mickisch den 200. Geburtstag Richard Wagners mit einem seiner berühmten Gesprächskonzerte feiert. Nicht in Wien, nicht im Münchner Gasteig und auch nicht in der Wagner-Stadt Bayreuth. Veranstaltungsort dieses Geburtstagskonzertes punktgenau am 22. Mai ist die "Philharmonie Schwandorf", besser bekannt als Oberpfalzhalle, so Hey augenzwinkernd, der mit Stolz auf zwei große musikalische Söhne der Stadt verweisen kann.

Da wäre zum einen Konrad Max Kunz, bekannt als Komponist der Bayernhymne, den man auch heuer wieder mit einem Festival ehrt. Darin eingebunden ist der Konzertabend mit dem Schwandorfer Pianisten und weltweit gefeierten Wagner-Kenner Stefan Mickisch, der bei der einberufenen Pressekonferenz die Vorbehalte von OB Helmut Hey gegenüber Wagners Musik gehörig ins Wanken brachte.
Selbstredend, Wagner polarisiert. Zu lang, zu schwer, zu unverständlich. Wer sich hier angesprochen fühlt, sollte sich den Termin schon einmal vormerken. Denn wenn Mickisch am 22. Mai durch Opern von Richard Wagner führt, angefangen vom Frühwerk "Die Feen", über eine "fetzige Rienzi-Ouvertüre" bis hin zum "Karfreitagszauber" im "Parsifal", dann geschieht das in einer für jedermann verständlichen Weise. "Meine Programme richten sich auch und insbesondere an jene, die mit der Materie nicht vertraut sind", so Mickisch.

Mehr noch. Wenn er im saloppen Plauderton vom "Feuerbach-Schüler Richard Wagner" erzählt, von dessen "links-revolutionärem Gedankengut", das er in der Beziehung zu König Ludwig II nur "ein bisschen stillgelegt hat", dann macht das neugierig. Neugierig auf ein Programm, das nicht nur Wagners Werke, sondern auch ein spannendes Stück Zeitgeschichte beleuchtet. Basierend auf einem Wissen weit über den musikalischen Tellerrand hinaus, das sich Mickisch im Laufe der Zeit erlesen hat.

"Vier Evangelien"

Und dieser Lesehunger ist noch lange nicht gestillt. Zum Beweis öffnet er beim Pressetermin den mitgebrachten Koffer, prall gefüllt mit seinen "vier Evangelien" und aktueller Lektüre. Reichend von Wagners "Oper und Drama" über eine Vielzahl philosophischer Schriften bis hin zu Naturwissenschaftlichem. Viel Stoff für spannende Verbindungen und Querverweise, die Mickisch in seine Programme einbringt.

Dass er dies in verständlich-unterhaltsamer Weise macht, dessen ist sich am Ende auch Helmut Hey sicher. Er ist dabei, bei Wagners Geburtstagskonzert am 22. Mai in der Oberpfalzhalle Schwandorf.

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Info: Karten für das Konzert mit Stefan Mickisch am 22. Mai (20 Uhr) sind ab sofort erhältlich im Tourismusbüro Schwandorf (Telefon 09431 45-550).
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