04.01.2018 - 20:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Stefan Mickisch beginnt Konzertreihe am 6. Januar: Neustart des Opern-Erklärers

Stefan Mickisch bittet wieder zu Opernführungen. Nach einer Atempause heuer mindestens 30 Mal. Der Schwandorfer Starpianist beschränkt sich dabei nicht auf Richard Wagner, sondern beginnt am Dreikönigstag in Gießen mit Richard Strauss.

Nach der Strauss-Oper "Ariadne auf Naxos" an Heilig-Drei-König zum Auftakt des Konzertjahres spielt und erklärt Stefan Mickisch ab 13. Januar in Dresden "Der Ring des Nibelungen". Danach reist er unter anderem nach Zürich, Bad Cannstadt, Berlin und Wien. Bilder: Gerhard Götz (5)
von Irma Held Kontakt Profil

Über 30 Jahre in allen Teilen der Welt und unzähligen Konzertsälen zu Hause, fühlte sich der Schwandorfer Musikkünstler ausgebrannt. Er zog vergangenes Jahr die Notbremse, sich vom Konzertgeschehen in sein geräumiges und ruhiges Haus zurück. "Ich konnte sieben Monate nicht Klavier spielen", erzählt er. Die Krise öffnete ihm die Augen für Anderes, Tischtennis spielen beim SC Ettmannsdorf oder Fußball beim SV Schwarzhofen zum Beispiel.

Das möchte er nicht gänzlich missen, deshalb die Beschränkung auf heuer 30 Vorstellungen, "dann werden es eh sieben oder acht mehr und Reisen ist gerade nicht so mein Ding." Der 55-Jährige mag nicht mehr von Stadt zu Stadt hetzen. Er beschränkt sich auf den deutschsprachigen Raum, mit einer Ausnahme: Madrid. Als Opern-Erklärer mit bestem Ruf befindet er sich in einer komfortablen Lage. "Die Veranstalter haben auf mich gewartet. Akquise brauche ich nicht." Und auch keine Manager, weil sie "noch mehr Stress machen". Da greift der Pianist lieber auf einen Stamm von Helfern - gute Freunde - zurück, wenn er Unterstützung braucht. Mickisch aber ist bestrebt, die Balance zu halten und sich nicht wieder auszupowern.

Druck, hat er analysiert, baut sich deshalb auf, weil "du als Künstler empfindsam sein musst und im Außenleben Ellbogen brauchst". Exakt diese Empfindsamkeit, dieses sich Hineindenken, -versetzen, -fühlen gepaart mit seinem vielseitigen Interessen - von Asterix bis Nietzsche - zeichnet ihn als erstklassigen Opernführer aus. Er ist nicht nur ein ausgezeichneter Musiker, sondern auch ein begnadeter Erzähler, in der Unterhaltungsbranche würde er als Entertainer gefeiert. Deswegen ist ein Mickisch-Abend nicht wie der andere. "Die Stücke erneuern sich ständig, weil ich keine Lust habe mich zu wiederholen. Ich führe das Publikum, stelle Fragen und Anforderungen. Fachpublikum ist da." Aber er will mehr, ganz gleich ob er "Ariadne auf Naxos" oder ab 13. Januar in Dresden acht Mal Wagnerkompositionen spielt und erklärt, er will auch jungen Hörern und Erstbesuchern gerecht werden. "Ich habe viele zu Wagner gebracht, die nicht in die Oper gehen", ist er stolz.

Mickisch will sich keinesfalls auf Wagner reduzieren lassen, erneuert sich ständig, das kostet Kraft und Zeit. Gefällt ihm eine Oper, "dann hänge ich mich auch ein Jahr rein". Sechs bis 12 Monate dauert es, bis er "das Niveau erreicht hat", das er haben will und das Publikum. Der "Ferne Klang" von Franz Schreker oder "Die tote Stadt" von Erich Wolfgang Korngold zählen zu seinen jüngsten CD-Produktionen. "Oberon" und "Der Freischütz" von Weber sind neu im Erklärprogramm 2018. Im Schwandorfer Künstlerhaus spielt er zum ersten Mal Nietzsche-Kompositionen sowie Mickisch Paraphrasen zu Lohengrin, Tristan, Götterdämmerung und Parsifal. Und fast genau das, was er in Schwandorf spielt und erzählt, denn Mickisch spult - wie erwähnt- kein festes Programm ab, bekommen wenige Wochen später die Madrider zu hören.

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