03.02.2012 - 00:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

36-Jähriger zu neun Jahren Haft verurteilt - In 31 Fällen verwandte Mädchen missbraucht Der Onkel als Sexualverbrecher

Die schier endlos lange Serie von unsäglichen Sexualverbrechen begann 1996. Über den Zeitraum von 15 Jahren hinweg missbrauchte ein heute 36-Jähriger aus dem nördlichen Landkreis Schwandorf immer wieder seine beiden Nichten und eine Großnichte. Nach dreitägigem Prozess verurteilte ihn die Jugendkammer des Amberger Landgerichts am Donnerstag zu neun Jahren Haft. Der Beschuldigte hatte bis zum Schluss eine Tatbeteiligung von sich gewiesen.

von Autor HWOProfil

Für ein Gericht und vorrangig auch für die Opfer ist es schlimm, wenn missbrauchte Frauen und Kinder vernommen werden müssen. In diesem Fall blieb der unter dem Vorsitz von Landgerichtspräsident Dr. Wolfgang Schmalzbauer tagenden Jugendkammer keine andere Wahl. Denn der Angeklagte, zu Beginn seiner Verbrechensserie 21 Jahre alt, bestritt die Sexualdelikte. So mussten dann im Lauf der Beweisaufnahme unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Opfer aussagen.

Verschiedene Tatorte

Was die Staatsanwältin Michaela Frauendorfer dem im Dezember 2010 verhafteten Angeklagten vorhielt, waren Dutzende von sexuellen Übergriffen. Der Mann missbrauchte seine heute bereits volljährigen Nichten, er fiel auch über seine Großnichte her. Das Mädchen ist heute elf Jahre alt. In der Urteilsbegründung, die der Strafkammervorsitzende Schmalzbauer öffentlich machte, deutete sich an, dass die Opfer in verschiedenen Wohnungen dem Täter zu Willen sein mussten und dafür offenbar kleine Geschenke erhielten.
Im Dezember 2010 wurden die Missbrauchsfälle bei einem Gespräch im Verwandtenkreis eher durch Zufall offenkundig. Wenige Tage vor Weihnachten kam dann die Kripo Amberg, nahm den Mann fest und brachte ihn zum Ermittlungsrichter. Seither saß der heute 36-Jährige hinter Gittern. Und dort wird er noch für lange Zeit bleiben.

Plädoyer auf zwölf Jahre

Nach Abschluss der umfangreichen Beweisaufnahme forderte die Staatsanwältin zwölf Jahre Haft für den Serientäter. Die Kammer beriet über mehrere Stunden hinweg. Dabei musste sie eine rechtliche Hürde überwinden. Denn seit 1996, als die mit vollendeten Vergewaltigungen einher gehenden Übergriffe begannen, waren die einschlägigen Gesetze wiederholt geändert worden.

Vertrauen ausgenutzt

Wegen erwiesenen 25 Fällen des sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie weiteren sechs Fällen des schweren Missbrauchs wurde der 36-Jährige schließlich zu neun Jahren Haft verurteilt. In der Begründung dieser Entscheidung ließ Kammervorsitzender Schmalzbauer anklingen, dass der Mann seine Vertrauensposition als Onkel in übelster Weise dazu benutzt habe, um seine beiden Nichten und die Großnichte zu missbrauchen.

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