04.09.2014 - 00:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Agentur wirbt für Facharbeiter-Ausbildung Lehrstellen bleiben leer

Die Ausbildung junger Leute zu Facharbeitern ist im Landkreis ein wichtiges Zukunftsthema. Daran lässt der Leiter der Agentur für Arbeit, Joachim Ossmann, keinen Zweifel. Viele angebotene Lehrstellen sind zwar auf der einen Seite eine gute Nachricht für Bewerber. Wenn sie unbesetzt bleiben, wird daraus allerdings ein Problem für die Wirtschaft.

von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Landrat Thomas Ebeling informierte sich zusammen mit dem Wirtschaftsförderer am Landratsamt, Rudolf Reger, über die Situation am Ausbildungsmarkt. Die sieht auf den ersten Blick rosig aus. Ossmann ist davon überzeugt, dass auch die noch unversorgten 54 Jugendlichen bis Weihnachten untergebracht werden, sei es in einer Lehrstelle, in berufsvorbereitenden Maßnahmen (BvB) oder im Berufsvorbereitungsjahr an der Schule. "Das werden wir sehr gut hinbekommen", sagte er. Für diese und weitere Förderungen zur Berufsausbildung junger Leute gibt die Agentur im Gesamtbezirk (Kreise Schwandorf, Cham, Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg) pro Jahr knapp sieben Millionen Euro aus.

Die Schattenseite: Viele Ausbildungsplätze werden schon rechnerisch nicht besetzt werden können (grüner Kasten). Man muss kein Prophet sein, um daraus den Schluss zu ziehen, dass die unbesetzten Stellen von heute die fehlenden Facharbeiter von morgen sind. Ossmann verwies auf die besondere Wirtschaftsstruktur in der Region, die vom produzierendem Gewerbe geprägt ist. Diese Branchen bieten demnach jeden zweiten Arbeitsplatz in der Region.

Facharbeiter mit fundierter Ausbildung haben also beste Chancen - auch für den Aufstieg, wie Ossmann betonte. Außerdem: Eine abgeschlossene Lehre ist die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit. Die Hälfte der Menschen, die im Landkreis schon länger als ein Jahr keine Arbeitsstelle mehr haben, haben laut Ossmann keine abgeschlossene Ausbildung.

Handwerk besonders tangiert

Große Industriebetriebe hätten kaum Probleme, genügend Auszubildende zu finden, informierte Ossmann den Landrat. Umgekehrt bedeutet das, das gerade im klassischen Handwerk Fachleute fehlen werden. Die Lebensmittelberufe sind da ein Paradebeispiel.

Die Arbeitsagentur bietet eine ganze Reihe von Hilfen an, um jeden Schulabgänger in eine Ausbildung zu bringen. Für besonders benachteiligte junge Leute etwa aus Förderschulen wird sogar ein Teil des Lehrlingslohns übernommen. Freistaat und Europäische Union bieten Arbeitgebern mit dem Programm "Fit for Work" ebenfalls Zuschüsse, wie Rudolf Reger ergänzte. Wer sich darüber informieren will, kann sich per Mail an schwandorf.berufsberatung@ arbeitsagentur.de direkt an die Fachleute wenden. Die Adresse ist auch für Auszubildende oder Bewerber mit Problemen die richtige.

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