02.09.2014 - 00:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Arbeit für Eltern: das wirkungsvollste Mittel, um sozial benachteiligten Kindern zu helfen - ... Über "Einstellungssache" aus Hartz-IV herausholen

Das Jobcenter bei der Agentur für Arbeit in Schwandorf will die Brücke ins Erwerbsleben schlagen. Bei der nunmehrigen Aktion legt sie das Hauptaugenmerk auf Eltern von Kindern, die in sogenannten Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften leben. Bild: rid
von Redaktion OnetzProfil

Das Jobcenter im Landkreis betreut rund 3500 Menschen in 2000 sogenannten Bedarfsgemeinschaften. Dahinter stehen etwa 2500 erwerbsfähige Leistungsberechtigte und rund 1000 Kinder. Für diese Kinder müssen die Lebensbedingungen und damit auch die Startbedingungen in Schule und Beruf nachdrücklich verbessert werden; denn Kinder aus Familien, die von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind, haben erfahrungsgemäß schlechtere Rahmenbedingungen für ihr späteres Leben. Mit einem bundesweiten Aktionstag, der morgen unter dem Motto "Einstellungssache! Jobs für Eltern" steht, will die Bundesagentur ganz besonders auf die Probleme von Kindern arbeitsloser Eltern hinweisen.

Laufende Projekte

Neben den vorhandenen Problemgruppen auf dem Arbeitsmarkt - wie Langzeitarbeitslose, Menschen über 50 Jahre, Alleinerziehende oder Jugendliche - sorgt sich der Geschäftsführer des Jobcenters, Günter Burgerspfleger, insbesondere um die genannten 1000 Kinder und Jugendlichen, die durch das Jobcenter betreut, vor allem aber auch durch die gesetzlich im Sozialgesetzbuch II festgelegten Geld- und Dienstleistungen unterstützt werden. Die wirkungsvollste Hilfe, so Burgerspfleger, kann dadurch geleistet werden, die Hartz-IV-empfangenden Eltern betroffener Kinder in Arbeit zu bringen.

Dieser Aktionstag könne das Problem aber nur in die Öffentlichkeit transportieren. Um wirklich helfen zu können, ist laut Burgerspfleger quasi jeder Arbeitstag im Jobcenter ein Aktionstag, denn Hilfe für Arbeitslose, insbesondere für Langzeitarbeitslose, ist ein Fulltime-Job und zurzeit das wichtigste Projekt des Jobcenters.

Das Jobcenter im Landkreis Schwandorf legt aktuell seinen Fokus insbesondere auf folgende zwei Projekte:

Arbeit und Hilfe für Alleinerziehende: In diesem Projekt konnten in den letzten eineinhalb Jahren rund 230 Personen integriert werden. Hierbei spielt die Sicherstellung der Betreuung und Versorgung von Kindern eine ganz entscheidende Rolle.

Besondere Unterstützung für ältere, über 50 Jahre alte Arbeitslose: Über das Bundesprogramm "50plus", heuer im Landkreis Schwandorf mit 350 000 Euro gefördert, konnten in diesem Jahr bereits über 70 Personen unmittelbar in eine Beschäftigung integriert werden. "Eine durchaus schwierige Aufgabe", so Burgerspfleger. "Ich erwarte aber trotzdem für das laufende Jahr ein Endergebnis von etwa 90 Integrationen in den Arbeitsmarkt, also in versicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse".

Den Schwerpunkt schlechthin für die nächsten Jahre sieht Burgerspfleger in der Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit und des Langzeitleistungsbezugs; ein ambitioniertes Ziel, das Agentur und Jobcenter gemeinsam angehen und bereits verfolgen. Eine ganze Reihe von Aktivitäten ist bereits geplant und wird sukzessive umgesetzt. So plant das Jobcenter Schwandorf, eine Reihe von Kunden, losgelöst von den laufenden Beratungs- und Betreuungsaktivitäten, direkt anzuschreiben, um den Betroffenen sozusagen zu Hause im privaten Umfeld zu ermöglichen, berufliche Wünsche und Vorstellungen zu äußern, aber durchaus auch Kritik gegenüber dem Jobcenter anzubringen. "Wir wollen uns ständig verbessern", erklärte Burgerspfleger in einer Pressemitteilung.

Ansätze für Kinder

"Wir erwarten von dieser Aktion einfach nochmal andere oder zusätzliche Aufschlüsse und Erkenntnisse aus den Rückmeldungen der Kunden, um diese in unsere tägliche Arbeit einfließen lassen zu können", so Burgerspfleger: "Bei all den geschilderten Aktivitäten wollen wir aber insbesondere das Wohl der von uns betreuten Kinder im Auge behalten und mit dafür sorgen, ein möglichst gutes Umfeld für Kinder, deren Eltern von Arbeitslosigkeit betroffen sind, zu schaffen".

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp