Aus dem Landkreis Schwandorf nach München: Geschäftserfolg mit ausgefallener Idee
Eiskalte Verrücktheiten

Immer mit Zylinder, auch wenn das Weißwurst-Eis gemacht wird...
Lokales
Schwandorf
13.04.2013
9
0

"Zwei Sorten sind sehr extrem." Matthias Münz sagt diesen kurzen Satz und muss lachen. Aber er hat recht. Das Käsespätzle-Eis mit Röstzwiebeln oder das Weißwurst-Eis sind wirklich nicht jedermanns Geschmack. Trotzdem: Münzs Eisdiele läuft gut, gerade wegen seiner ausgeflippten Angebote.

An der Wiege war es dem Sohn eines Schwandorfer Gymnasiallehrers und einer Hauswirtschaftsmeisterin zwar nicht gesungen worden, dass er einmal der vermutlich bekannteste Eismacher im Freistaat werden würde. Aber mit Speiseeis konnte man den heute 26-Jährigen schon immer locken. "Nach der Schule sind wir in Schwandorf immer in die Eisdiele DePellegrin auf dem Marktplatz gegangen und dort habe ich mir sieben Kugeln in die Waffel geben lassen."

Vor einem Jahr aufgemacht

Man sieht, Matthias Münz war schon immer ein bisschen extremer, wenn es um das süße Schleckzeug ging. So braucht man sich auch nicht zu wundern, dass er seiner Eisdiele, die er vor ziemlich genau einem Jahr in der Nähe der Universität in München aufgemacht hat, den Namen "Der verrückte Eismacher" gegeben hat. Und der Name ist Programm.

"Die Idee dafür hatte ich wegen meiner Vorliebe für Zylinder", erzählt Matthias Münz, "und da gibt es doch in Alice im Wunderland den verrückten Hutmacher, der immer mit Zylinder rumläuft. So lag Der verrückte Eismacher nahe". Verrückt sind auch viele der Sorten in Münzs Eistheke. Zu Ostern gabs beispielsweise das "Ü-Eis" - also Überraschungs-Eier-Eis mit viel Kinderschokolade. "Da hatte in jeder siebten Kugel der Osterhase ein gelbes Spielzeugei versteckt", berichtete Münz schmunzelnd. Serviert wurde es je nach Wunsch in der Waffel, im Becher, oder in der Ü-Ei-Schale.
Grundlegende Kenntnisse hat der junge Eismacher in einer Gelateria in Italien gesammelt, mit deren Chef er sich angefreundet hatte. Theoretisch unterfüttert wurde der Wunsch, sich selbst eine Eisdiele zuzulegen, durch eine entsprechende Abschlussarbeit an der Hochschule München. Und als er dann im Mai 2012 tatsächlich seinen eigenen Laden in der Amalienstraße 77 in München eröffnete, war der erste "Renner" sein Bier-Eis: "Das hatte 2,7 Prozent Alkohol."

Seitdem sind zahlreiche ungewöhnliche und gewöhnungsbedürftige Sorten dazugekommen, etwa das Wiener-Schnitzel-Eis. Aber keine Angst: Vanille, Erdbeere oder Nuss finden sich auch in der Eistheke. Der Kundschaft schmeckt's, das Geschäft läuft gut und Münz ist "sehr glücklich".
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.