30.08.2014 - 00:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

DGB-Sekretär Peter Hofmann richtet Blick auf wichtige Änderungen Rentenpaket aufgeschnürt

von Redaktion OnetzProfil

Das Rentenpaket der Bundesregierung kennt viele Details, die der Erläuterung bedürfen. Eine Veranstaltung des DGB-Kreisverbandes in der Schwefelquelle stellte sich dem Thema, Referent war Regionssekretär Peter Hofmann. In den Mittelpunkt rückte er die Rente ab 63 für besonders langjährig Versicherte, die sogenannte Mütter-/Vaterrente sowie die Kontenklärung.

Anspruch auf die Altersrente mit 63 für besonders langjährig Versicherte haben Arbeitnehmer, die mindestens 45 Jahre Pflichtbeiträge aus Beschäftigung und selbstständiger Tätigkeit, aus nichtversicherungspflichtigen Minijobs und für sonstige Zeiten wie Kindererziehung, Pflege, Wehr- und Zivildienst, Kranken-/Verletztengeldbezug und Übergangsgeld geleistet haben, erläuterte Peter Hofmann. Er ist Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd tätig. Ersatzzeiten und Berücksichtigungszeiten würden ebenfalls mit angerechnet sowie Zeiten des Arbeitslosengeldes I. Auf der anderen Seite würden aber Zeiten vom Arbeitslosenbezug II beziehungsweise Arbeitslosenhilfebezug, Anwartschaften aus Versorgungsausgleich und Rentensplitting und Anrechnungszeiten aufgrund Schul-, Fachschul- und Hochschulausbildung und freiwillige Beiträge nicht berücksichtigt.

Bis zum Jahrgang 1952 können alle Versicherten, die die Voraussetzungen erfüllen, mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Ab Jahrgang 1953 komme jährlich eine Stufenanhebung von zwei Monaten hinzu. Die Jahrgänge von 1952 bis 1958 seien sogar besser gestellt als die Schwerbehinderten, da es keine Änderung der Altersrente für schwerbehinderte Menschen gebe. Die zweite große Änderung im Rentenpaket betreffe die Mütter- oder Väterrente. Danach gibt es für Kinder, die vor 1992 geboren sind, je einen Entgeltpunkt, der im Westen einen Bruttobetrag von 28,61 Euro und im Osten 26,39 Euro wert ist. Voraussetzung dafür ist, dass in der Rente eine Kindererziehungszeit für den zwölften Kalendermonat nach der Geburt angerechnet wurde.

Für Mütter, die vor dem 1.1 1921 bis 1.1 1927 Kinder geboren haben, gibt es für jedes Kind zwei Rentenpunkte 57,22 Euro (52,78 Euro im Osten). Wichtig für alle Bestandsrentner, dies sind alle Rentnerinnen, die vor dem 1. 7. 2014 in Rente gegangen sind: Sie brauchen für die Erhöhung der Kindergeldleistung keinen Antrag zu stellen, da der Rentenversicherungsträger von sich aus tätig werde, so Hofmann.

Auswirken könnte sich eine Erhöhung bei Erhalt der Grundsicherung, bei der Einkommensanrechnung, bei Pfändung oder Versorgungsausgleich. Da es häufig vorkomme, dass Ausbildungs-, Kindererziehungs- oder Fehlzeiten im Versicherungsverlauf nicht aufgeführt sind, sollte eine Kontenklärung erfolgen.

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