18.08.2014 - 00:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Dokumentarfilm-Festival diesmal an drei Spielorten - Aus Blumenladen wird Filmtheater "Zwickl" zieht ins Metropol

Die Schwandorfer Dokumentarfilmtage gehen mit vielen Neuerungen in die dritte Runde. "Zwickl" verlässt diesmal das Union-Kino und sucht geschichtsträchtige Spielorte auf. Zwischen dem 21. und dem 28. September sind bei "Blumen Heinz" in der Schwaigerstraße, im Felsenkeller und in der neuen Leitwarte des Zweckverbandes Müllverwertung insgesamt 27 Filme für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu sehen. Zum Eintrittspreis von einem "Zwickl", also zwei Euro.

Zwickl-Initiatorin Anne Madlene Schleicher und Blumenhändler Alexander Heinz freuen sich auf die Schwandorfer Dokumentarfilmtage im ehemaligen Metropol-Kino. Bild: rid
von Ingrid Hirsch (RID)Profil

Wo die ältere Generation einst Filmklassiker wie Dr. Schiwago und Ben Hur genoss, können die Leute heute Blumen kaufen. Das Metropol-Kino in der Schwaigerstraße machte Ende der 1970er Jahre zu. Anne Madlene Schleicher und Alexander Heinz erinnern daran und lassen die Besucher an historischer Stätte noch einmal Kino-Luft schnuppern. "Wir machen in dieser Zeit Betriebsferien und räumen den Laden komplett aus", sagte Geschäftsinhaber Alexander Heinz bei der Programmvorstellung am Montag vor Ort.

Organisatorin Anne Madlene Schleicher nimmt das gesamte Blumengeschäft in Beschlag. Im Eingangsbereich will sie auch außerhalb der Filmzeiten Bistro-Atmosphäre schaffen. Der Kinoraum bietet Platz für 130 Besucher und zusätzlich für ein Podium, auf dem sich Regisseure und Filmemacher den Fragen des Publikums stellen werden. Das Festival beginnt am Sonntag, 21. September, um 10.30 Uhr mit dem Film "Der Bauer und sein Prinz". Darauf ist Anne Schleicher besonders stolz, "denn bevor der Film über Prinz Charles in die Kinos kommt, läuft er bereits bei Zwickl". Der Film zeigt den englischen Prinzen in der Rolle des Bauern, der sich für eine nachhaltige, ökologische Landwirtschaft einsetzt.

"Gastarbeiter Gottes"

Im Film "Gastarbeiter Gottes" geht es um indische Pfarrer, die nach Schwandorf kommen, um den Priestermangel zu beheben. Regisseur Alexander Riedel wird am 21. September zu einem Podiumsgespräch zu seinem Film nach Schwandorf kommen. "Spaltprozesse" erinnert an das Jubiläum "25 Jahre WAA-Aus". Eine aufregend-leichte Literaturverfilmung über ein kleines Dorf in Ostdeutschland trägt den Titel "Deutschboden".

Der zweieinhalbstündige Streifen "Die große Passion" zeigt die Kehrseite des Oberammergauer Bibelspektakels im Spannungsfeld zwischen Kommerz und Kunst, Gott und der Welt. Bei "11 Freundinnen" beobachtete ein Filmteam die deutsche Frauennationalmannschaft beim Kicken, im Privatleben und bei den Schwierigkeiten, Familie, Beruf und Sport miteinander zu vereinbaren.

In der neuen Warte

Ein historischer Ort ist auch das ehemalige VAW- Gelände. Dort, wo einst der Kohlekessel des Kraftwerks stand, errichtet der Zweckverband Müllverwertung derzeit eine neue Leitwarte. "Es wird eine High-Tech-Anlage", verspricht ZMS-Geschäftsführer Thomas Knoll. Noch vor ihrer Inbetriebnahme wird die Leitwarte zum Kino umfunktioniert. Thomas Knoll lässt die dort installierten Bildschirme zu einem Riesenmonitor im klassischen 16:9-Filmformat zusammenbauen und verspricht exzellente Bildqualität bei den Filmen, in denen es vor allem um Ressourcenschonung geht. In der Leitwarte des Müllkraftwerks wird Georg Wickles seinen Film "Bayernwerk" zeigen. Wickles war Betriebselektriker im Kraftwerk und hat das Ende hautnah miterlebt, bis hin zur Sprengung des Kühlturms.

Dritter Spielort sind die Felsenkeller. Dort sind eher schaurige, skurrile Filme zu sehen. Das reguläre Dokumentarfilmangebot erweitert "Zwickl" diesmal mit dem Themenblock "Kunst", den das Oberpfälzer Künstlerhaus mit einem eigenen Programmpunkt bestreiten wird.

Auch besondere Gäste hat Anne Schleicher wieder für das "Zwickl" gewinnen können. Helene und Wolfgang Beltracchi, verantwortlich für einen der größten Kunstfälschungs-Skandale der Geschichte, werden am 27. September im ehemaligen Metropol aus ihrem Leben erzählen. Der Streifen "Beltracchi - Die Kunst der Fälschung" ist im Programm der Dokumentarfilmtage zu sehen.

Karten zu den einzelnen Vorstellungen gibt es ab Mittwoch im Vorverkauf im Tourismusbüro und während der Filmtage im umgebauten Blumengeschäft. Und: Natürlich kostet der Eintritt wieder einen "Zwickl", also zwei Euro.

Weitere Informationen auf der Website der Schwandorfer Dokumentarfilmtage.

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