04.09.2004 - 00:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

EU-Führerschein vor fünf Jahren eingeführt - Vorteile im europäischen Ausland Fahren im Scheckkarten-Format

von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Wichtige Sachen im Leben passen ziemlich genau auf 45 Quadratzentimeter. Auf eine kleine, handliche Karte, die in jedem Geldbeutel Platz hat. Bankkarten oder Vesicherungskarten zum Beispiel. Seit fünf Jahren gibt es nun auch den Führerschein im Westentaschenformat. Was früher ein großer, grauer Lappen war, ist nun im Laufe der Jahre zu einer schmucken, bunten Karte geschrumpft.

Der Vorteil: Die Fahrerlaubnis ist in der gesamten Europäischen Union vereinheitlicht, sieht also vom Nordkap bis Sizilien gleich aus. Insgesamt gibt es im Landkreis Schwandorf etwa 100 000 stolze Besitzer eines Führerscheins. Wie Herbert Suttner, Leiter der Führerscheinstelle im Landratsamt in Schwandorf darlegt, haben mittlerweile knapp 30 000 die neue EU-Fahrerlaubnis.

Davon wurden rund 20 000 in den vergangenen fünf Jahren umgetauscht, der Rest sind Führerschein-Neulinge, die seit 1. Januar 1999 die Fahrprüfung geschafft haben und somit automatisch den Karten-Führerschein bekommen haben.

Boom in den ersten Jahren

In den ersten Jahren nach der Einführung des neuen Führerscheins hat es einen regelrechten Boom auf die kleine Karte gegeben. "Im ersten Jahr tauschten etwa 5000, im zweiten ungefähr 6000 ihre bisherigen Führerscheine in die neuen Karten um", legt Suttner dar. Und seitdem hat sich die Umtausch-Euphorie etwas gelegt: In den Folgejahren hat sich diese Zahl bei etwa 1500 im Jahr eingependelt. Für Suttner eine folgerichtige Entwicklung: "Am Anfang war natürlich die Euphorie da, es war etwas Neues". Und der neue Führerschein hatte ja auch einen entscheidenden Vorteil: Er passte von nun an in jede Geldbörse, war immer parat.

Hinzu kommt: Etliche Führerscheinbesitzer waren quasi zum Tausch gezwungen. Denn, wer damals den Führerschein der Klasse zwei hatte und schon über 50 Jahre alt war, der musste tauschen. Sonst wäre die Fahrerlaubnis für die Klasse zwei erloschen. Diese Umtauschpflicht besteht nach wie vor für die Klasse-Zwei-Inhaber, die das 50. Lebensjahr vollenden und Fahrzeuge dieser Klasse fahren.

Keine Umtauschpflicht

Wer nur den Führerschein der damaligen Klasse drei hat, für den besteht keine Umtauschpflicht. Zumindest noch nicht. Denn dahingehende Überlegungen grassieren schon, seit es den neuen Führerschein gibt. Neben den Vorteilen im Ausland durch den einheitlichen Führerschein zählt Suttner einen weiteren Faktor auf, der für die Fahrerlaubnis im Scheckkartenformat spricht: Wer beabsichtigt, sich einen internationalen Führerschein ausstellen zu lassen, der muss zwangsweise von seinem grauen, beziehungsweise rosafarbenen Lappen Abschied nehmen. Denn das geht nur mit dem EU-Führerschein.

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