03.09.2014 - 00:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Fronberg Guss baut neue Halle auf dem Werksgelände - 20 zusätzliche Arbeitsplätze Abkühlung für heiße Eisen

Rund 1,5 Millionen Euro investiert die Fronberg Guss GmbH in eine neue Halle und setzt damit ein Zeichen. Während die Gießereibranche insgesamt mit Problemen kämpft, hat das Traditionsunternehmen neue Kunden vertraglich an sich binden können. Der Mitarbeiterstamm solle von 200 auf 220 aufgebaut werden, sagte Geschäftsführer Florian Knippscheer am Dienstag beim "Spatenstich".

Wir haben internationale Kunden gewonnen und müssen expandieren.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

"Wir haben internationale Kunden gewonnen und müssen expandieren", sagte Knippscheer. 1400 Grad heiß ist das Metall, aus dem in Fronberg Motorblöcke für Schiffs- oder Lokomotivantriebe gegossen werden. Rund eine Woche müssen die bis zu zwölf Tonnen schweren Teile in der Form abkühlen, bis sie versandfertig weiterverarbeitet werden können.

Weil Kunden in Skandinavien und Nordamerika hinzugewonnen werden konnten, sei die Erweiterung auf dem Werksgelände dringend notwendig. Die jährliche Gussmenge werde von derzeit rund 13 000 auf dann etwa 15 000 Tonnen steigen. Die Verträge mit den Kunden laufen zwischen drei und fünf Jahren. "Wir haben uns international aufgestellt und brauchen uns nicht zu verstecken", sagte der Geschäftsführer.

Die 700 Quadratmeter große Halle wird von der Fronberger Baufirma Karl errichtet. "Wir setzen auf regionale Partner, damit die Wertschöpfung im Ort bleibt", sagte Knippscheer. In vier Monaten soll das Gebäude fertig sein. Mit der Erweiterung gehen auch 20 Neueinstellungen einher, auch stellt Fronberg Guss fünf Lehrlinge ein. Facharbeiter in der Region zu finden, sei schwierig, sagte Knippscheer.

Fronberg Guss berät seine Kunden auch von gießtechnischer Seite, um neue Entwicklungen zu unterstützen. Weil die Abgasvorschriften immer strenger werden, sind die Motorenbauer zur Optimierung gezwungen.

Um nicht nur qualitativ, sondern auch preislich mit der Konkurrenz mithalten zu können, ist das Unternehmen nach Knippscheers Angaben bestrebt, Energie einzusparen. In der neuen Halle wird beispielsweise LED-Beleuchtung zum Einsatz kommen. Die Fronberg Guss GmbH bezahlt keine EEG-Umlage, ist aber gleichzeitig verpflichtet, den Energieverbrauch möglichst zu drosseln. Moderne Entlüftungs- und Filteranlagen sorgen für die Einhaltung der Umweltvorschriften.

Das im Volksmund nur "Eisenwerk" genannte Unternehmen hat wechselvolle Zeiten hinter sich, wie Oberbürgermeister Andreas Feller feststellte. Um so erfreulicher sei es, dass die Zeichen nun seit einigen Jahren auf Erfolg stehen und Fronberg Guss zum Global Player geworden sei. Ins gleiche Horn stieß Landrat Thomas Ebeling. Der Landkreis könne stolz sein, dass in vielen Schiffen und Lokomotiven ein Stück Schwandorf mitfahre.

Die Fronberg Guss GmbH ist seit knapp zehn Jahren eine Tochter der Gienanth GmbH (Eisenberg/Rheinland-Pfalz). Mit Präzisions-Gusskomponenten erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 32 Millionen Euro. Eisenverarbeitung hat in Fronberg eine lange Tradition, die rund 450 Jahre zurückreicht.

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