03.09.2014 - 00:00 Uhr
SchwandorfOberpfalz

IHK-Resolution fordert: Schwandorfer Bahnhof die Drehscheibe nach Tschechien Den Eisenbahnknoten festziehen

Schwandorf soll Eisenbahnknoten bleiben. Die Strecken von München und Nürnberg über Furth im Wald und Pilsen nach Prag sollen durch die Kreisstadt führen. Die Industrie- und Handelskammer Regensburg fordert deshalb in einer Resolution die Aufnahme der beiden Trassen in den Bundesverkehrswegeplan 2015 und zeitnah einen zweigleisigen, elektrifizierten Ausbau der Strecken. Landrat Thomas Ebeling und Oberbürgermeister Andreas Feller unterstützen die IHK-Pläne und setzten am Montag ihre Unterschrift unter das Papier.

Rudolf Reger, Thomas Ebeling, Hubert Döpfer, Andreas Feller und Richard Brunner (von links) fordern in einer Resolution die Aufnahme der Metropolbahn in den Bundesverkehrswegeplan 2015. Sie soll von München und Nürnberg über Schwandorf nach Prag führen. Bild: rid
von Ingrid Hirsch (RID)Profil

"Die Konkurrenz schläft nicht", sagte der Vorsitzende des IHK-Gremiums, Hubert Döpfer, bei der Zusammenkunft im Landratsamt. Die Mitbewerber machten sich für eine Konkurrenztrasse in der nördlichen Oberpfalz stark. Deshalb gelte es, Druck zu machen und mit einer besseren Kosten-Nutzen-Analyse zu punkten, erklärte Hubert Döpfer. Er erhofft sich von einem Ausbau der sogenannten Metropolbahnen von München und Nürnberg nach Prag weitere Betriebsansiedlungen entlang der Strecke und damit einen wirtschaftlichen Aufschwung für Ostbayern .

Nach einem zweigleisigen Ausbau und einer Elektrifizierung der Strecke würde sich die Fahrzeit von München nach Prag von bisher sechs auf gut vier Stunden reduzieren, rechnete IHK-Geschäftsführer Richard Brunner vor. Er geht von einer Investitionssumme von rund 600 Millionen Euro inklusive des tschechischen Abschnitts aus. Dies ergebe den günstigen Kosten-Nutzen-Faktor von 2,2. Die Tschechei stehe unter den deutschen Export-Handelspartnern mittlerweile an vierter Stelle, so der IHK-Geschäftsführer. Für den weiteren Ausbau der Geschäftsbeziehungen sei ein gut ausgebautes Verkehrsnetz eine vordringliche Aufgabe.

Landrat Thomas Ebeling sieht im positiven Kosten-Nutzen-Faktor ein wesentliches Argument für den Ausbau der Metropolbahnen. Für Oberbürgermeister Andreas Feller würde dadurch der Eisenbahnknoten Schwandorf erheblich gestärkt. Die Erhöhung der Geschwindigkeit der Züge von bisher 120 auf 160 Stundenkilometer bringe allerdings Probleme beim Lärmschutz mit sich, die es zu lösen gelte. Die Stadt werde ihre Hausaufgaben und den bestehenden Park-and-Ride-Parkplatz erweitern. Der Wirtschaftsförderer am Landratsamt, Rudolf Reger, sieht in der Elektrifizierung der Strecke von Hof nach Schwandorf einen weiteren Teilaspekt im Verbundprojekt.

Die Industrie- und Handelskammer hat inzwischen alle Landkreise und Kommunen Ostbayerns entlang der Ausbaustrecke angeschrieben und um Unterstützung gebeten. "Die Probleme beginnen nördlich von Weiden", weiß der Landrat. Dort bevorzuge man eine nördliche Verbindung nach Westböhmen. Deshalb sei es wichtig, die Metropolbahn von München und Nürnberg über Schwandorf parteiübergreifend zu bewerben.

Übergabe persönlich

Adressat der Resolution ist Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Das IHK-Präsidium will ihm das Papier bei passender Gelegenheit überreichen und ihrer Forderung besonderen Nachdruck verleihen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.