Klinik Lindenlohe in bundesweiter Endoprothetik-Datenbank - Ziele: Patientenschutz und ...
Risiko bei Gelenkersatz-Operationen minimieren

Ärztlicher Direktor Dr. Heiko Graichen, AOK-Direktor Wolfgang Händlmeyer und Asklepios-Regionalgeschäftsführer Dr. Boris Rapp (von links) versprechen sich vom Endoprothesen-Register mehr Sicherheit bei Hüft- und Knie-Operationen. Bild: rid
Lokales
Schwandorf
16.04.2013
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800 Patienten haben sich im vergangenen Jahr an der Asklepios-Klinik in Lindenlohe ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk einsetzen und danach auf einer Datenbank registrieren lassen. "Wir wollen mithelfen, die Qualität in der Endoprothetik messbar und transparent zu machen", erklärte Ärztlicher Direktor Dr. Heiko Graichen gestern bei einer Pressekonferenz. Sein Haus sei als eine von vier bayerischen Kliniken in den Probebetrieb des "Endoprothesenregisters Deutschland" (EPRD) aufgenommen worden. Über 100 Krankenhäuser hatten sich bundesweit darum beworben, 37 erhielten den Zuschlag.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland knapp 400 000 künstliche Hüft- und Kniegelenke eingebaut, von denen etwa 37 000 wieder ausgetauscht werden mussten. "Die Gründe hierfür sind vielfältig", erklärte Professor Dr. Graichen. Es könne am Implantat, an der Operationsmethode oder an "patientenspezifischen Merkmalen" liegen. Das Register solle nun dazu beitragen, so der Chefarzt, die Qualität der Prothesenmodelle und der medizinischen Behandlung zu verbessern und für die Patienten mehr Schutz und Sicherheit zu gewährleisten. Schließlich berge jede Operation ein gewisses Risiko ins sich.
Möglich sei die Qualitätssteigerung durch eine breit angelegte Datensammlung und eine anschließende Auswertung nach wissenschaftlichen Maßstäben, betonte Dr. Graichen. Er machte bislang "durchwegs positive Erfahrungen " und konnte allein im letzten halben Jahr 450 Datensätze ans Register weiterleiten. Die Klinik Lindenlohe begann bereits 2009 mit der Führung eines Registers "auf eigene Faust" und erstellte die bislang in Deutschland einzige aktive Endoprothesen-Datenbank. Die dort gesammelten 4000 Unterlagen seien bereits direkt an das "Endoprothesenregister Deutschland " weitergeleitet worden, versicherte der Ärztliche Direktor.

Auch die Allgemeine Ortskrankenkasse unterstützt das Projekt, denn, so Wolfgang Händlmeyer von der AOK-Direktion Amberg: "Die Menschen müssen sich bei GelenkersatzOperationen darauf verlassen können, dass die Sicherheit, die Qualität und der Nutzen stimmen". Ziel sei ein "aktiver Patientenschutz und bestmögliche Produktsicherheit". Asklepios-Regionalgeschäftsführer Dr. Boris Rapp sicherte allen Patienten bei der Registrierung "Datenschutz zu jedem Zeitpunkt" zu.
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